Die Pariser Börse dürfte zum Wochenauftakt im Minus starten - zwei Tage vor den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve, die als letzter wichtiger Termin vor dem Jahresende gelten und den Blick bereits auf ein ereignisreiches Börsenjahr 2026 lenken.

Gegen 8:15 Uhr notiert der Dezember-Kontrakt auf den CAC 40-Future 21 Punkte niedriger bei 8.101 Punkten und signalisiert damit einen leichten Rückgang zum Wochenbeginn - eine Fortsetzung der zuletzt beobachteten Zurückhaltung an den Märkten.

Ein Zeichen der erhöhten Vorsicht der Investoren nach einem bislang erfolgreichen Börsenjahr 2025: Der Pariser Markt bewegte sich in der vergangenen Woche in einer besonders engen Handelsspanne zwischen 8.040 und 8.160 Punkten, wobei die Schwankungen jeweils auf -0,1% bis +0,4% begrenzt blieben.

Über die gesamte vergangene Woche hinweg verzeichnete der CAC einen leichten Rückgang von etwa 0,1%. Die optimistischeren Analysten betonen jedoch, dass der Leitindex nur 2,5% unter seinem historischen Rekordhoch von über 8.314,2 Punkten liegt, das am 13. November erreicht wurde.

Eine ähnliche Dynamik zeigt sich an der Wall Street, wo die großen Indizes in der vergangenen Woche marginale Gewinne verbuchen konnten. Damit nähern sie sich wieder ihren Allzeithochs, wobei der Nasdaq weniger als 2% von seinen Spitzenwerten entfernt ist.

Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass die Anleger vorerst abwarten und auf die Ergebnisse der letzten Fed-Sitzung des Jahres am Mittwochabend warten. Erwartet wird eine dritte Zinssenkung in diesem Jahr.

Abgesehen von einer großen Überraschung spricht wenig gegen die Erwartungen einer weiteren Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte in den USA, angesichts der jüngsten Anzeichen einer Konjunkturabkühlung am Arbeitsmarkt und einer besseren Kontrolle der Inflationsentwicklung.

Damit würde die US-Notenbank seit September 2024 eine Lockerung der Geldpolitik um insgesamt 1,75 Basispunkte vornehmen - ein Wert, der außerhalb von Rezessionsphasen in den USA bislang beispiellos ist.

Auch wenn diese Entwicklung bereits weitgehend eingepreist scheint, könnte eine Zinssenkung, begleitet von einer weiterhin lockeren Kommunikation, das Interesse an risikoreichen Anlagen zum Jahresende nochmals beleben - eine traditionell günstige Zeit für die Aktienmärkte und möglicherweise der Auftakt zur sogenannten "Santa Claus Rally".

Einige Analysten halten es nicht für ausgeschlossen, dass der S&P 500 bis zum 31. Dezember die symbolische Marke von 7.000 Punkten erreicht und Anfang 2026 Kurs auf das nächste psychologische Ziel von 7.500 Punkten nimmt - ein Wert, der von vielen Strategen genannt wird.

Nach der Fed-Sitzung wird sich der Fokus zwangsläufig auf das Jahr 2026 richten - ein Jahr, das durch die Ernennung eines neuen Fed-Präsidenten geprägt sein wird. Erwartet wird, dass Kevin Hassett, der langjährige Wirtschaftsberater von Donald Trump, das Amt übernimmt, auch wenn eine offizielle Ernennung noch aussteht.

Die Aktienmärkte reagieren in der Regel positiv auf Zinssenkungen. Doch die Aussicht auf eine weiterhin expansive Geldpolitik unter einem für seine lockere Haltung bekannten neuen Fed-Chef könnte bei Marktteilnehmern auch erste Sorgen hervorrufen.

Die jüngste Häufung von Zinssenkungen birgt das Risiko, dass die nach wie vor robuste US-Wirtschaft in eine Überhitzung gerät. Dies könnte die in Washington ansässige Notenbank zwingen, eine Pause einzulegen oder die Zinsen sogar wieder anzuheben - mit der Gefahr, die Wirtschaft erneut in eine Rezession zu stürzen, warnen einige Experten.

,,Wir sehen gute Gründe dafür, dass die Fed vorsichtiger agiert und das Tempo der Zinssenkungen verlangsamt", prognostizierte in der vergangenen Woche Henry Alle, Marktanalyst bei der Deutschen Bank.

Im Bereich der Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen dürfte es derweil deutlich ruhiger zugehen. Ein besonderes Augenmerk gilt jedoch der Quartalsbilanz von Oracle, die am Mittwochabend veröffentlicht wird.

Die Aktie des Softwareentwicklers war nach der letzten Veröffentlichung aufgrund eines riesigen Cloud-Auftragsbestands, getrieben von starken Investitionen in Künstliche Intelligenz, um fast 40% gestiegen. Seitdem hat sie jedoch sämtliche Gewinne wieder abgegeben, da Zweifel an der Nachhaltigkeit des außergewöhnlichen Tech-Booms der vergangenen drei Jahre aufgekommen sind.

Die Prognosen, die der kalifornische Konzern anlässlich der Zahlenpräsentation abgeben wird, dürften daher mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.

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