ByteDance plant, bis Ende März Musterchips zu erhalten, heißt es. Das Unternehmen wolle im laufenden Jahr mindestens 100.000 Einheiten des für KI-Inferenz-Aufgaben konzipierten Chips produzieren, so eine der Quellen und eine weitere Person. Einer der Insider erklärte, ByteDance wolle die Produktion schrittweise auf bis zu 350.000 Einheiten steigern.
Die Verhandlungen mit Samsung umfassen auch den Zugang zu Speicherchips, die angesichts des globalen Ausbaus der KI-Infrastruktur besonders knapp sind, was das Geschäft laut einer Quelle besonders attraktiv macht.
Die Informationen über das interne Chip-Projekt von ByteDance seien unzutreffend, teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Samsung wollte sich nicht äußern.
Die Entwicklung wäre ein Meilenstein für ByteDance, das seit Langem versucht, eigene Chips zur Unterstützung seiner KI-Anwendungen zu entwickeln. Die Chip-Aktivitäten des Unternehmens reichen mindestens bis ins Jahr 2022 zurück, als gezielt Personal für diesen Bereich eingestellt wurde.
Reuters berichtete im Juni 2024, dass ByteDance gemeinsam mit dem US-Chipdesigner Broadcom an einem fortschrittlichen KI-Prozessor arbeite, dessen Fertigung an TSMC in Taiwan ausgelagert werden soll.
Weltweit haben Technologiekonzerne wie Alphabets Google, Amazon und Microsoft eigene KI-Chips entwickelt, um die Abhängigkeit vom Marktführer Nvidia zu verringern, der die für KI-Entwicklung essenziellen Hochleistungs-Chips liefert.
Für chinesische Tech-Unternehmen hat der Druck zur Entwicklung eigener KI-Chips zugenommen, seitdem die USA Exportkontrollen für fortschrittliche Chips nach China verschärft haben.
Während ByteDance bislang noch keinen eigenen Chip auf den Markt gebracht hat, sind die Konkurrenten Alibaba und Baidu bei der KI-Chip-Entwicklung weiter: Alibaba präsentierte im vergangenen Monat seinen Zhenwu-Chip für groß angelegte KI-Anwendungen. Baidu verkauft Chips an externe Kunden und plant einen Börsengang seiner Chip-Einheit Kunlunxin.
Das Chip-Projekt mit dem Codenamen SeedChip ist Teil der umfassenden KI-Offensive von ByteDance, die von der Chip-Entwicklung bis hin zu großen Sprachmodellen reicht. Das Unternehmen setzt darauf, dass diese Technologien das Geschäftsportfolio von Kurzvideos über E-Commerce bis hin zu Cloud-Diensten für Unternehmen transformieren werden.
2023 gründete ByteDance die Einheit Seed, um KI-Modelle zu entwickeln und deren Anwendungen zu fördern.
ByteDance plant nach Angaben einer Quelle, in diesem Jahr mehr als 160 Milliarden Yuan (22 Milliarden US-Dollar) für KI-bezogene Beschaffungen auszugeben. Mehr als die Hälfte davon ist für den Kauf von Nvidia-Chips, darunter H200-Modelle, und für die Weiterentwicklung des eigenen Chips vorgesehen.
ByteDance-Manager Zhao Qi sagte laut einer vierten, mit dem Meeting vertrauten Person bei einer Mitarbeiterversammlung im Januar, dass die KI-Investitionen allen Unternehmensbereichen zugutekommen würden.
Zhao, der unter anderem für den Doubao-Chatbot von ByteDance und dessen internationale Version Dola verantwortlich ist, räumte laut der Person ein, dass die KI-Modelle des Unternehmens noch hinter den weltweiten Spitzenreitern wie OpenAI zurücklägen, versprach aber anhaltende Unterstützung für die KI-Entwicklung im laufenden Jahr.



















