Berlin, 08. Jul (Reuters) - Die Bundesregierung reagiert kühl auf die neuen Daten zur Beteiligung der italienischen UniCredit an der Frankfurter Commerzbank. "Die Bundesregierung wird weiter im Sinne der Beschäftigten der Commerzbank, des deutschen Mittelstands und des Finanzstandorts Frankfurt handeln", sagte ein Sprecher des SPD-geführten Finanzministeriums am Mittwoch. "Das aggressive und feindliche Vorgehen der UniCredit bleibt aus Sicht der Bundesregierung inakzeptabel."
Die Mailänder hatten zuvor bekanntgegeben, sich mit einem Tauschangebot bis zu 47,6 Prozent der Aktien und 49,65 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert zu haben. Die Commerzbank-Führung äußert aber Zweifel, wie die Annahmequote auf das wirtschaftlich kaum attraktive Angebot zustandegekommen ist.
Der Sprecher des Finanzministeriums ergänzte, die Regierung nehme die aktuellen Meldungen zur Kenntnis. "Der zuständige interministerielle Lenkungsausschuss der Bundesregierung hat das Angebot der UniCredit abgelehnt und die Anteile des Bundes an der Commerzbank nicht verkauft. Die Bundesregierung sieht auch keinen Anlass, diese Position zu verändern." Der Bund hält zwölf Prozent an der Commerzbank und ist damit der zweitgrößte Aktionär. Es bleibe die Aufgabe der unabhängigen Aufsichtsbehörden BaFin und EZB, weitere Schritte jeweils zu prüfen, sagte der Sprecher des Finanzministeriums.
(Bericht von Christian Krämer, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


















