Die jüngste Anpassung der Section 232 zu den US-Strafzöllen auf Stahl, Aluminium und Kupfer führt zu einer Zusatzbelastung von 25 % auf Geländefahrzeuge und Schneemobile von BRP. Laut Unternehmensangaben entspricht dies einem Effekt von rund 500 Millionen kanadischen Dollar – wobei unklar bleibt, ob es sich um entgangene Umsätze oder um zusätzliche Kosten handelt, die das Unternehmen tragen muss.

Dabei hatte BRP ohnehin bereits mit den Nachwirkungen des Pandemiebooms zu kämpfen. Während dieser Phase waren die Ausgaben für hochpreisige Freizeitprodukte stark gestiegen, parallel zum Boom bei Outdoor-Aktivitäten. Seit dem Ende dieser Euphorie haben sich die Auslieferungen neuer Fahrzeuge nahezu halbiert – ebenso wie das operative Ergebnis.

In unserem früheren Beitrag hatten wir darauf hingewiesen, dass diese Entwicklung von den Investoren frühzeitig antizipiert wurde. Trotz nahezu rekordhoher Ergebnisse wurde das Unternehmen bereits nur mit einem einstelligen Gewinnmultiplikator bewertet.

Dieses Muster ist typisch für zyklische Geschäftsmodelle: Niedrige Bewertungskennzahlen signalisieren häufig ein erhöhtes Risiko, während hohe Multiples mitunter eher auf attraktive Einstiegsgelegenheiten hindeuten.

Über viele Jahre hinweg verfolgte BRP eine äußerst aktionärsfreundliche Kapitalpolitik. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Dividende je Aktie mehr als vervierfacht, während umfangreiche Aktienrückkäufe die Zahl der ausstehenden Aktien um rund ein Drittel reduziert haben.

Aktienrückkäufe sind ein sinnvolles Instrument bei niedriger Bewertung – können sich jedoch als problematisch erweisen, wenn sich die operative Lage verschlechtert. In einem anderen Kontext hatte JPMorgan-Chef Jamie Dimon erst gestern im Rahmen der Ergebnispräsentation auf genau dieses Risiko hingewiesen.

Bei BRP war die Cashflow-Generierung in den vergangenen drei Jahren vor allem durch den Abbau des Working Capitals und der Lagerbestände außergewöhnlich stark. Dass ein erheblicher Teil dieser Mittel zum Schuldenabbau verwendet wurde, erweist sich rückblickend als kluge Entscheidung.

Die finanzielle Stabilität erscheint derzeit noch nicht akut gefährdet. Allerdings beläuft sich die Nettoverschuldung einschließlich langfristiger Verpflichtungen – wie Rückstellungen, Pensionsverpflichtungen und Leasingverbindlichkeiten – auf rund 2,5 Milliarden Dollar, bei einem operativen Ergebnis nach Abschreibungen von 634 Millionen Dollar im letzten Geschäftsjahr.

Sollten die Strafzölle länger bestehen bleiben, drohen erhebliche Belastungen: sinkende Umsätze und Margen auf der einen Seite sowie steigende Finanzierungskosten auf der anderen. Ein solches Szenario würde die Verschuldungskennzahlen deutlich verschlechtern – und im Nachhinein einen erheblichen Wertverlust durch die zuvor getätigten Aktienrückkäufe offenlegen.