In unserem letzten Ergebnisbericht im Sommer hatten wir noch angemerkt, dass Brown-Forman bislang keinerlei Aktienrückkäufe vorgenommen hatte – und das, obwohl die Bewertungskennzahlen des Unternehmens auf historische Tiefstände gefallen waren.
Nun hat der Verwaltungsrat eine erste Tranche von Rückkäufen genehmigt – allerdings in eher bescheidenem Umfang: nur 400 Millionen US-Dollar stehen zur Verfügung. Gleichzeitig wurde die Dividende zum 42. Mal in Folge erhöht – ein Zeichen dafür, wie schwer es fällt, das Image eines „Dividendenaristokraten“ aufzugeben, selbst in einem herausfordernden Umfeld.
Nach Einschätzung der Analysten von MarketScreener bleibt die Dividende zwar weiterhin durch den freien Cashflow gedeckt, die Aktienrückkäufe hingegen müssten über eine Erhöhung der Verschuldung finanziert werden. Das sei jedoch unproblematisch: Die Bewertung der Aktie gilt als attraktiv, und die Bilanz des Konzerns bleibt solide.
Nichtsdestotrotz ist – trotz erster Anzeichen einer Stabilisierung – von einer echten Erholung bislang nichts zu sehen. Der Umsatz liegt gegenüber dem Vorjahr um 4 % zurück, das operative Ergebnis sogar um 9 %. Leichte Preiserhöhungen konnten der Inflation nichts entgegensetzen.
In den reifen Märkten sind die Umsätze in den USA stabil, in den meisten anderen Regionen jedoch rückläufig – mit Ausnahme Frankreichs, wo ein Plus von 2 % verzeichnet wurde. Deutlich besser sieht es in den Schwellenländern aus, insbesondere in Mexiko und Brasilien, sowie im Reiseeinzelhandel.
Die Branche der Whiskyproduzenten ist nervös: Nach einem Investitionsboom in die Produktionskapazitäten droht nun eine langanhaltende Durststrecke – in einem Markt, der vielerorts als gesättigt gilt. Brown-Forman dürfte mit der starken Marke Jack Daniel’s jedoch vergleichsweise gut aufgestellt sein, um diese Phase zu überstehen.

















