Das Brookfield-Imperium ruht auf mehreren Säulen: Immobilien – insbesondere prestigeträchtige Büroobjekte in New York und London –, erneuerbare Energien, Infrastruktur, Versicherungen, Private Equity und seit einigen Jahren auch das zunehmend kontrovers diskutierte Private Credit.
Die komplexe Konzernstruktur wurde im Dezember 2022 teilweise entwirrt, als Brookfield Asset Management – die Asset-Management-Plattform – teilweise von der Holding Brookfield Corporation abgespalten und separat an die Börse gebracht wurde. Die Holding hält jedoch weiterhin rund drei Viertel der Anteile.
Die Logik hinter diesem Schritt: Das kapitalleichte, hochprofitable und planbare Geschäftsmodell der Vermögensverwaltung verdient eine Bewertungsprämie gegenüber der Holding – eine Prämie, die zuvor durch die verschachtelte Struktur verwässert wurde.
Seit 2020 hat Brookfield Asset Management ein außergewöhnliches Wachstum bei den gebührenrelevanten verwalteten Vermögen (Assets under Management) erzielt: von 277 Milliarden Dollar Ende 2020 auf 563 Milliarden Dollar Ende 2025. Rund 90 % davon bezeichnet das Management als „permanentes Kapital“. Entsprechend haben sich auch die Verwaltungsgebühren in diesem Zeitraum von 1,3 auf 2,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.
In den vergangenen fünf Jahren hat Brookfield zudem eine beeindruckende Kapitalbeschaffungsmaschine aufgebaut. 2025 wurde fünfmal so viel frisches Kapital eingesammelt wie noch 2020. Treiber waren insbesondere Pensionsfonds, die sich zunehmend von liquiden Börsenstrategien hin zu alternativen Anlagen orientieren – sowie der Bereich Private Credit, der inzwischen nahezu die Hälfte der zusätzlichen Mittelzuflüsse ausmacht.
Bemerkenswert ist, dass Brookfield trotz dieser Dynamik weiterhin ausgesprochen ambitionierte Ziele formuliert. Bis 2030 sollen die gebührenrelevanten Assets erneut verdoppelt werden – auf rund 1,2 Billionen Dollar. Dieses Wachstum soll vor allem aus dem Ausbau des Geschäfts mit Versicherungen stammen, ein Bereich, der bislang kaum regulatorischen Widerstand hervorgerufen hat.
Auf der Investitionsseite sollen die Segmente Infrastruktur, Energie und Private Equity jeweils ebenfalls etwa verdoppelt werden. Der größte Beschleunigungseffekt wird jedoch im Private Credit erwartet – und das trotz der aktuell teils kritischen Schlagzeilen rund um diesen Markt.
Sollte dieser Plan aufgehen, könnten sich die an die Aktionäre ausschüttbaren Gewinne von 1,6 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 3,6 Milliarden Dollar bis 2030 mehr als verdoppeln. Da Brookfield Asset Management den Großteil dieser Gewinne als Dividende ausschüttet, würde sich entsprechend auch die Ausschüttung innerhalb weniger Jahre verdoppeln.
Die Aktie bietet derzeit eine Dividendenrendite von über 4 % – ein historischer Höchststand –, während das Multiple auf das operative Ergebnis auf einem historischen Tief liegt, wenngleich weiterhin positive Wachstumserwartungen eingepreist sind. Auffällig ist zudem, dass die Bewertung inzwischen wieder dem „fairen Wert“ entspricht, den das Management bei der Abspaltung Ende 2022 angesetzt hatte.
Für investitionsfreudige Anleger könnte dies als attraktiver Einstiegszeitpunkt erscheinen. Skeptiker hingegen verweisen seit Langem auf die intransparente Struktur des Brookfield-Konzerns sowie auf eine teils als kreativ empfundene Rechnungslegung, die durch zahlreiche konzerninterne Transaktionen und komplexe Strukturen zusätzlich erschwert wird. Für sie bleibt daher sowohl die Holding als auch die Asset-Management-Plattform ein Investment mit Fragezeichen.



















