Sollten die Verluste beim aktuellen Kurs von 418.83 Dollar anhalten, könnte der Chiphersteller mehr als 285 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung einbüßen.
Broadcom steht im Wettbewerb mit Nvidia, deren Grafikprozessoren nach wie vor als Goldstandard für KI-Workloads gelten, was den verschärften Konkurrenzkampf an der Spitze des Marktes für KI-Chips unterstreicht.
Matt Britzman, Senior Equity Analyst bei Hargreaves Lansdown, sagte, der Ausverkauf spiegele 'einen klassischen Fall wider, in dem sehr hohe Erwartungen auf einen Markt treffen, der Perfektion verlangt'. Er fügte hinzu, dass die Anleger Ergebnisse bestrafen, die hinter ihren Wünschen zurückbleiben.
Broadcom-CEO Hock Tan hob unterdessen die Auslieferungsprognosen auf mehr als 10 Gigawatt an KI-Chips im Jahr 2027 an, hielt aber an dem langfristigen Ziel des Unternehmens von 100 Milliarden Dollar KI-Umsatz fest.
Die Analysten von TD Cowen erklärten, dass die Bekräftigung zuvor ehrgeiziger KI-Umsatzziele ohne deren Anhebung in einem Markt, der 'deutliche Übertreffungen und Prognoseerhöhungen' erwartet, die Anleger wahrscheinlich enttäuschen werde. Das Quartal lasse 'bleibende Fragen' hinsichtlich der Ausführung und der Zeitpläne für den Hochlauf offen.
Stark steigende Preise für Speicherchips aufgrund von Lieferengpässen haben die gesamte Branche belastet. Die Führungsriege des Unternehmens betonte jedoch, dass Broadcom 'sehr zuversichtlich' sei, da man sich die Versorgung für 2026 und 2027 gesichert habe.
Die Stimmung der Anleger wurde auch durch den verhaltenen Ausblick von Broadcom für den KI-Chip-Umsatz im dritten Quartal getrübt. Dies verstärkt die Sorge, dass die Nachfrage zwar hoch bleibt, das Wachstum aber möglicherweise nicht so schnell anzieht, wie von den Märkten antizipiert.
Zudem verschärft sich der Wettbewerb, da Rivalen wie Marvell Technology ihr Geschäft mit kundenspezifischen Chips ausbauen und die Beziehungen zu Hyperscaler-Kunden vertiefen.
Die Aktien von Marvell gaben um etwa 4 % nach.
Das Kerngeschäft von Broadcom blieb robust, wobei der Umsatz mit KI-Halbleitern im Quartal im Jahresvergleich um 143 % auf 10.8 Milliarden Dollar stieg.
Die Aktie wird laut LSEG-Daten mit dem 29.90-fachen ihrer erwarteten Gewinne gehandelt, verglichen mit einem Multiplikator von 61.70 bei Marvell und 27.94 beim breiteren S&P 500-Index.




















