Die Aktien von Broadcom sind am Freitag um mehr als 11 % gefallen, nachdem der Chiphersteller davor gewarnt hatte, dass das Wachstum bei margenärmeren, kundenspezifischen KI-Prozessoren die Profitabilität belaste. Dies schürt Sorgen, dass das Geschäft weniger lukrativ sein konnte.
Die Warnung hinsichtlich der Margen belastete die ohnehin nervosen Anleger weiter, nachdem am Vortag Oracle um 10,8 % gefallen war - ausgelost durch hohe Investitionen in eine schuldenfinanzierte KI-Infrastruktur.
Die Aufmerksamkeit der Investoren für die KI-Ausgaben hat in den vergangenen Monaten zugenommen, nachdem eine rasante Rallye bei Technologiewerten einige Bewertungen auf Rekordhohen getrieben hatte. Sogenannte zirkuläre Geschäfte - bei denen Unternehmen in ihre eigenen Kunden investieren - haben zudem die Angst vor einer Blase geschürt.
Dennoch betonen mehrere Analysten, dass das Potenzial von KI weiterhin intakt sei. Von der Technologie profitieren insbesondere Chiphersteller, deren Aktien angesichts der milliardenschweren Investitionen der Branche in den Ausbau der Kapazitäten auf deutliche Jahresgewinne zusteuern.
Broadcom, dessen Dienstleistungen für Unternehmen, die kundenspezifische KI-Prozessoren entwickeln wollen, entscheidend sind, hat in diesem Jahr große Verträge abgeschlossen - darunter 21 Milliarden US-Dollar von Anthropic in den vergangenen beiden Quartalen für Googles spezielle Ironwood-Chips. Trotz des Kursrückgangs am Freitag liegt die Aktie seit Jahresbeginn immer noch mehr als 57 % im Plus.
Das Unternehmen wird aktuell mit dem etwa 32-fachen des Unternehmenswerts zum erwarteten Kerngewinn gehandelt - im Vergleich zu 19,6 bei KI-Chip-Gigant Nvidia und 30,2 bei Advanced Micro Devices. Die Nvidia-Aktie ist in diesem Jahr um 34 % gestiegen, AMD legte um 83 % zu.
„Im Moment scheinen die Investitionsabsichten immer noch so groß zu sein, dass ein Panikknopf verfrüht wäre“, sagte Ben Reitzes, Analyst bei Melius Research.
Broadcom kündigte jedoch an, dass die Margen im laufenden Jahr durch einen hoheren Anteil an KI-Umsätzen unter Druck geraten werden. Der Auftragsbestand des Unternehmens beläuft sich auf 73 Milliarden US-Dollar, die in den kommenden 18 Monaten ausgeliefert werden sollen.
Wenn die aktuellen Verluste anhalten, dürfte Broadcom mehr als 213 Milliarden US-Dollar an Borsenwert verlieren.
„Wir führen den Abverkauf auf Kommentare zur Bruttomargenschwächung durch KI-Chips zurück. Wir sehen das jedoch gelassen, da diese Chips zum operativen Gewinn beitragen“, erklärten Analysten von Morningstar.




















