Das britische Pfund legte am Mittwoch nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen gegenüber dem Euro zu, da Investoren die unterschiedlichen Zinserwartungen im Vergleich zum Währungsraum der Einheitswährung und die Aussichten auf eine stärkere britische Wirtschaft abwogen.

Gegenüber dem schwächelnden US-Dollar erreichte das Pfund zudem ein Fünfwochenhoch, während die Märkte weiterhin auf den Lockerungskurs der US-Notenbank Federal Reserve fokussiert blieben.

Da das britische Wirtschaftswachstum laut OECD am Dienstag die bisherigen Prognosen übertrifft, könnte die Bank of England ihren geldpolitischen Lockerungskurs verlangsamen - eine Maßnahme, die das Pfund stützen würde.

Die Einheitswährung hatte sich zu Beginn der Woche gefestigt, da die Märkte ihre Erwartung verstärkten, dass die Europäische Zentralbank bis 2027 keine Zinssenkung vornimmt, während von der Bank of England im kommenden Jahr Zinssenkungen erwartet werden.

Händler preisten am Mittwoch nur eine rund 30%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der EZB im Jahr 2026 ein und sehen den Einlagensatz bis Dezember 2026 bei 1,95%, verglichen mit derzeit 2%. Die Bank of England hingegen wird bis Ende 2026 mit Zinssenkungen in Höhe von etwa 60 Basispunkten gerechnet.

Der Euro fiel am Mittwoch um 0,20% auf 87,80 Pence gegenüber dem Pfund. Am vergangenen Donnerstag hatte er mit 87,46 Pence den niedrigsten Stand seit dem 28. Oktober erreicht.

„Finanzministerin Rachel Reeves konnte eine Vielzahl von Steuererhöhungen zusammenstellen, die in ihrer Gesamtheit voraussichtlich das Haushaltsdefizit stärker reduzieren werden als erwartet“, sagte Kristina Hooper, Chefmarktstrategin bei Man Group.

„Mit anderen Worten: Sie konnte die notwendige fiskalische Glaubwürdigkeit herstellen.“

Das Pfund erreichte gegenüber dem Dollar ein Fünfwochenhoch bei 1,3289 US-Dollar und lag zuletzt mit 0,54% im Plus bei 1,3286 US-Dollar.

Analysten argumentierten, dass das Ausbleiben einer sofortigen fiskalischen Straffung nach dem Haushalt keinen zusätzlichen Anreiz für die Bank of England bietet, die Zinsen in den kommenden Jahren stärker zu senken.

Händler wiesen zudem darauf hin, dass das Pfund unbeeinflusst blieb von den Vorwürfen politischer Gegner, Finanzministerin Reeves habe die Öffentlichkeit vor dem Haushalt in die Irre geführt, was sie jedoch bestritt.

Ein Vertreter der britischen Haushaltsaufsicht erklärte am Dienstag jedoch, dass ihre Rede vor dem Haushalt nicht irreführend gewesen sei.