Die britische Kosten-Nutzen-Behörde für Arzneimittel hat das Herzmedikament von Alnylam Pharmaceuticals empfohlen und damit den Zugang für Patienten über das staatliche Gesundheitssystem in England und Wales sichergestellt, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die nationale Arzneimittelbehörde hatte das injizierbare Medikament Amvuttra bereits im Juli zur Behandlung von ATTR-CM zugelassen. Bei dieser Erkrankung lagern sich fehlerhafte Transthyretin-Proteine im Herzen ab, was im schlimmsten Fall zu Herzversagen führen kann. Das Medikament ist zudem zur Behandlung von nervenbedingten Schäden im Zusammenhang mit der Krankheit zugelassen.

Analysten sehen in Amvuttra das Potenzial, zum neuen Behandlungsstandard bei ATTR-CM zu werden, da es die Produktion des krankheitsverursachenden Proteins an der Quelle reduziert - im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten Vyndaqel von Pfizer und Attruby von BridgeBio, die die Transthyretin-Produktion lediglich stabilisieren.

Die endgültige Empfehlung des National Institute for Health and Care Excellence wird für den kommenden Monat erwartet und soll es berechtigten Patienten ermöglichen, das Medikament routinemäßig über den NHS zu erhalten.

In Großbritannien gibt es etwa 1.500 Patienten, erklärte Alnylam-CEO Yvonne Greenstreet. Sie betonte, dass der britische Markt für das Unternehmen von großer Bedeutung sei, ,,sowohl im Hinblick auf klinische Studien ... als auch auf die vorhandene Infrastruktur".

Amvuttra, chemisch als Vutrisiran bezeichnet, erzielte im Quartal bis zum 30. September weltweit einen Umsatz von 685,3 Millionen US-Dollar - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Die US-Gesundheitsbehörde hatte die Zulassung des Medikaments Anfang dieses Jahres auf die Behandlung von ATTR-CM ausgeweitet und Alnylam damit Zugang zu einem milliardenschweren Markt verschafft.

,,Die USA sind unser größter Markt, und auch Japan ist für uns von erheblicher Bedeutung", sagte Greenstreet.