Die britische Finanzministerin Rachel Reeves wird im Laufe dieser Woche ihre Strategie zur Unterstützung von Unternehmen vorstellen, die unter den hohen Energiepreisen infolge des anhaltenden Konflikts im Iran leiden. Dies erklärte sie in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Sunday Times". Großbritannien ist den wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges direkt ausgesetzt. Reeves äußerte sich frustriert über das Fehlen eines Plans seitens der USA und Israels im Umgang mit einer möglichen Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran - einer lebenswichtigen Wasserstraße für die Rohölmärkte. Die Regierung hatte zunächst die Entwicklung des Konflikts abgewartet, bevor sie breit angelegte Hilfen für Haushalte und Unternehmen in Aussicht stellte. Da die Gespräche über ein Friedensabkommen in Pakistan jedoch ohne Einigung endeten, kündigte Reeves nun an, Details zur Entlastung der Unternehmen bei den Energiekosten bekannt zu geben. Zuvor hatte die Regierung bereits zugesagt, bestimmte Umweltabgaben zu senken und die Stromrechnungen für energieintensive Betriebe zu reduzieren. Dennoch betonte Reeves, dass der "britische Fertigungssektor... zu lange mit nicht wettbewerbsfähigen Energiepreisen konfrontiert war".

"Im Laufe dieser Woche werde ich daher die nächste Phase unserer Pläne zur Stärkung der britischen Wettbewerbsfähigkeit vorstellen", schrieb sie in der "Sunday Times". "Ich werde zudem die Grundsätze darlegen, nach denen wir Unternehmen in den kommenden Monaten unterstützen werden."

Reeves wird diese Woche zu den Tagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington reisen. Dort will sie nach eigenen Angaben mit Verbündeten darüber beraten, wie die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus gewährleistet werden kann.

"Der Krieg im Iran wird britische Familien und Unternehmen teuer zu stehen kommen", sagte sie. "Wir kennen das volle Ausmaß dieser Kosten noch nicht, aber die unmittelbare Priorität muss sein, sicherzustellen, dass der Waffenstillstand hält." Reeves hatte zuvor erklärt, dass jegliche Unterstützung bei den Haushaltsrechnungen, die voraussichtlich im Juli steigen werden, zielgerichtet und einkommensabhängig erfolgen würde.