Die britischen Aktienmärkte beendeten den Handel am Mittwoch im Plus und erholten sich von einem verhaltenen Start. Gewinne bei Industrieminenwerten und Banken halfen dabei, die Sorgen über die innenpolitische Unsicherheit auszugleichen.

Der Blue-Chip-Index FTSE 100 schloss 0,58 % höher, während der Mid-Cap-Index FTSE 250 um 0,28 % zulegte. Industrielle Bergbauwerte stiegen um 4,36 % und Bankentitel rückten um 1,44 % vor, womit sie sich von den Vortagesverlusten erholten.

Intertek gehörte zu den größten Gewinnern im FTSE 100 und schloss 5,28 % fester, nachdem das Produkttestunternehmen am Mittwoch erklärt hatte, es sei bereit, ein Übernahmeangebot der schwedischen Private-Equity-Gruppe EQT in Höhe von 9,4 Milliarden Pfund (12,7 Milliarden Dollar) zu empfehlen.

Die Kursgewinne trugen zur Beruhigung der Anleger bei, die durch die Sackgasse im Nahen Osten, steigende Ölpreise und neue Unsicherheiten über die Zukunft von Premierminister Keir Starmer verunsichert waren.

Gesundheitsminister Wes Streeting bereitet laut einem Bericht der 'Times' vom Mittwoch seinen Rücktritt vor und könnte diesen bereits am Donnerstag vollziehen. Demnach sei es wahrscheinlich, dass er eine formelle Herausforderung um die Parteiführung einleiten werde.

Dies geschah trotz Starmers Appell an die Wähler und die Abgeordneten seiner Partei, an ihm festzuhalten und einen Führungswettstreit zu vermeiden, der seiner Meinung nach nur Chaos bringen würde.

'Der Premierminister könnte zum Rücktritt gezwungen sein, wenn genügend Minister zurücktreten. Seine Absetzung scheint eher eine Frage des Zeitpunkts als des Ob zu sein', sagte Robert Wood, Chefökonom für Großbritannien bei Pantheon Macroeconomics.

Investoren zeigten sich zudem besorgt, dass ein potenzieller Nachfolger Starmers für höhere Ausgaben plädieren könnte, obwohl die Finanzen Großbritanniens bereits stark belastet sind.

'Die wahrscheinlichen Nachfolger wären wohl nicht so fiskalisch diszipliniert. Eine diskretionäre Lockerung der Finanzpolitik zeichnet sich ab, unabhängig davon, wer Premierminister ist', sagte Ruth Gregory, stellvertretende Chefökonomin für Großbritannien bei Capital Economics.

Unterdessen steht der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in China zu Gesprächen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Fokus.

Trump sagte vor Journalisten, er benötige Pekings Hilfe nicht, um den Krieg mit dem Iran zu beenden, doch wird erwartet, dass das hochkarätige Treffen Diskussionen über Handel, Taiwan und den Iran beinhalten wird.

Unabhängig davon zeigten am Mittwoch veröffentlichte Daten, dass die US-Erzeugerpreise im April stärker als erwartet gestiegen sind und den größten Zuwachs seit Anfang 2022 verzeichneten.