Das Verkaufsvolumen im brasilianischen Einzelhandel ist im August im Vergleich zum Juli um 0,2 % gestiegen, wie Daten der staatlichen Statistikbehörde IBGE am Mittwoch zeigten.
Das Ergebnis entsprach den Erwartungen der Analysten und beendete eine Serie von vier aufeinanderfolgenden monatlichen Rückgängen - trotz des anhaltenden Umfelds einer straffen Geldpolitik.
In fünf von acht untersuchten Sektoren wurden im August positive Ergebnisse verzeichnet. Besonders stark fiel die Entwicklung in den Bereichen Büroausstattung und -bedarf, Informationstechnologie sowie Kommunikation aus, was laut IBGE vor allem auf die Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen ist.
Andres Abadia, Chefökonom für Lateinamerika bei Pantheon Macroeconomics, erklärte, die Zahlen für August deuteten auf eine leichte Erholung hin, die jedoch weiterhin durch hohe Kreditkosten unter Druck stehe.
,,Der breite Einzelhandel hat gelegentlich Widerstandsfähigkeit gezeigt, insgesamt hat die Aktivität nach bescheidenen früheren Zuwächsen jedoch an Schwung verloren. Wir erwarten, dass sich die Bedingungen im vierten Quartal und zu Beginn des Jahres 2026 leicht verbessern werden", so Abadia.
Die Währungshüter der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas beließen den Leitzins bei ihrer jüngsten Sitzung im September unverändert bei 15 % - dem höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Sie signalisierten zudem, dass das Zinsniveau für längere Zeit hoch bleiben werde, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen.
Im Jahresvergleich legten die Einzelhandelsumsätze im August um 0,4 % zu. Damit wurde der fünfte jährliche Zuwachs in Folge verzeichnet und die von Analysten in einer Reuters-Umfrage erwartete Steigerung von 0,3 % leicht übertroffen.


















