BP hält an seiner Strategie und dem Fokus auf Kostensenkungen fest, wie die Interimschefin Carol Howle bei einer internen Townhall am Montag betonte, berichten zwei mit dem Treffen vertraute Personen.

Howle übernahm die Interimsrolle, nachdem BP im vergangenen Monat überraschend den bisherigen Chef Murray Auchincloss durch Meg O'Neill von Woodside Energy ersetzt hatte. Sie bleibt an der Spitze, bis O'Neill im April übernimmt.

Führungskräfte unterstrichen bei dem Treffen laut den Quellen die Bedeutung, die Kosten weiterhin unter Kontrolle zu halten.

BP hat sich verpflichtet, die Ausgaben bis Ende 2027 im Vergleich zu 2023 um 4 bis 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu senken. Bis Mitte 2025 wurden davon bereits 1,7 Milliarden US-Dollar erreicht.

O'Neill, die vom neuen BP-Vorsitzenden Albert Manifold geholt wurde, steht vor der Aufgabe, die Verschuldung des Unternehmens zu reduzieren. Dabei helfen sollen 11 Milliarden US-Dollar aus einem bereits angekündigten Desinvestitionsprogramm von insgesamt 20 Milliarden US-Dollar.

Sie soll zudem das Vertrauen der Investoren weiter stärken, darunter auch des US-amerikanischen aktivistischen Hedgefonds Elliott Management, dass BP durch eine Neuausrichtung der Investitionen auf Öl und Gas die Profitabilität steigern kann. 

Das Unternehmen strebt Fortschritte beim grenzüberschreitenden Gasprojekt Manakin-Cocuina zwischen Venezuela und Trinidad und Tobago an, das derzeit noch keine US-Lizenz besitzt, sagte Gas- und Low-Carbon-Chef William Lin laut den Quellen auf der Townhall.

BP hat mit den letzten beiden Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten übertroffen, und die Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten alle Wettbewerber außer Exxon überflügelt. 

In den vergangenen fünf Jahren jedoch, die von dem inzwischen aufgegebenen Versuch geprägt waren, stärker ins Low-Carbon-Geschäft einzusteigen, blieb die Aktie hinter allen Konkurrenten zurück. 

BP, das seine Jahreszahlen am 10. Februar vorlegen wird, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.