Der stellvertretende Gouverneur der Bank of Japan, Ryozo Himino, hat am Samstag einen 'ganzheitlichen Ansatz' bei der Gestaltung des künftigen globalen Währungssystems gefordert, der die Optionen nicht auf digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und Stablecoins beschränkt.

Während die USA die Ausgabe von CBDCs untersagen und Stablecoins fördern, um die Position des Dollars als globale Leitwährung zu stärken, treibt Europa den digitalen Euro voran, um die regionale Fragmentierung der Endkunden-Zahlungssysteme zu überwinden.

'Japan ist auf beide Wege vorbereitet', so Himino, da das Land eine Vorreiterrolle bei der Einführung einer Stablecoin-Gesetzgebung eingenommen habe und gleichzeitig ein Pilotprogramm für CBDCs vorantreibe.

Die Entwicklungen im Ausland legten jedoch nahe, dass für das künftige Währungssystem ein ganzheitliches Design erforderlich sei, das Faktoren wie technische Machbarkeit, gesellschaftliche Kosten, Nutzerfreundlichkeit, Finanzstabilität und Geldpolitik berücksichtige, sagte er.

'Die Optionen für das künftige Währungssystem beschränken sich nicht auf CBDCs und Stablecoins', betonte Himino in einer Rede auf der Jahrestagung der Japan Society for Monetary Economics. Es stünden weitere Möglichkeiten zur Verfügung, wie etwa die Einführung tokenisierter Bankeinlagen und auf der Blockchain basierender Zentralbankreserven.

Die BoJ habe ein 'Sandbox-Projekt' gestartet, um die technische Machbarkeit der Tokenisierung ihrer Reserven und deren Nutzung für Blockchain-basierte Zahlungslösungen zu untersuchen, fügte er hinzu.

Die BoJ steuert den Interbanken-Zahlungsverkehr, die Liquidität und die Geldpolitik über die Reservekonten der Geschäftsbanken bei der Zentralbank.

Die Einführung der Blockchain-Technologie zur Abwicklung dieser Reserven würde laut Analysten eine sofortige Abwicklung rund um die Uhr ermöglichen und das Risiko von Blockaden in Stressphasen verringern.

Die BoJ hat 2021 mit Experimenten zur Ausgabe einer CBDC begonnen. Obwohl noch keine Entscheidung über die tatsächliche Emission einer solchen Währung getroffen wurde, startete die Zentralbank 2023 ein Pilotprogramm für eine Endkunden-CBDC, die über Privatbanken oder Zahlungsdienstleister vertrieben würde.

Die japanische Regierung unterstützt zudem ein Projekt großer inländischer Banken zur Ausgabe von Stablecoins, deren Einsatz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr getestet werden soll. (Berichterstattung durch Leika Kihara in Tokio; Redaktion durch William Mallard)