1. Handelsprotektionismus (hohes Risiko)
Die Handelspolitik der US-Regierung zeigt, dass Washington bereit ist, Zölle als geopolitisches Druckmittel einzusetzen – auch gegenüber traditionellen Partnern. Zwar bestehen Rahmenabkommen mit den meisten Großmächten, doch Stabilität ist nicht garantiert.

2. Regionaler Krieg im Nahen Osten (hohes Risiko)
Trotz punktueller Deeskalation ist ein dauerhafter Waffenstillstand unrealistisch. Neben dem israelisch-palästinensischen Konflikt ist insbesondere der Iran von zentraler Bedeutung für die Märkte. Die Luftangriffe im Juni beeinträchtigten zwar nicht die Ölversorgung, sorgten jedoch für heftige Marktschwankungen. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran stagnieren, während Teheran den Wiederaufbau beschädigter Standorte angekündigt hat.

3. Strategischer Konflikt zwischen USA und China (hohes Risiko)
Seit der Einführung neuer US-Zölle im April zeigt China, wie stark seine wirtschaftliche Stellung inzwischen ist. Die Maßnahmen haben bereits einige US-Technologiekonzerne stark getroffen. Parallel verschärfen die Spannungen um Taiwan und die zunehmende Militarisierung des südchinesischen Meeres den geopolitischen Druck.

4. Globale technologische Entkopplung (hohes Risiko)
Droht das Ende der Globalisierung? Technologischer Fortschritt – insbesondere bei der KI – ist längst auch Machtfaktor zwischen Staaten. Die Kontrolle über Schlüsseltechnologien wird zunehmend als strategische Notwendigkeit gesehen. Autonomie wird zum geopolitischen Ziel.

5. Große Cyberangriffe (hohes Risiko)
Die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität könnten laut FBI und IWF bis 2027 auf über 27 Billionen Dollar jährlich steigen. Neue Technologien erhöhen die Angriffseffizienz erheblich. Seit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 haben sich Phishing-Attacken laut BlackRock-Forschung vervierzigfacht. Staatlich unterstützte Angriffe und Sicherheitslücken bei KI-Modellen stellen wachsende Bedrohungen dar.

6. Terroranschläge (hohes Risiko)
Anhaltende Instabilität in Teilen des Nahen Ostens und Westafrikas hält das Risiko islamistischer Anschläge hoch. Gruppen wie der IS und Al-Qaida sind weiterhin aktiv. Vor diesem Hintergrund ist die für November geplante Reise des syrischen Präsidenten nach Washington ein diplomatisches Novum.

7. Konflikt zwischen Russland und der NATO (mittleres Risiko)
Mehr als drei Jahre nach Kriegsbeginn ist in der Ukraine keine Lösung in Sicht. Die diplomatischen Bemühungen Europas verlaufen ins Leere. Das Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska offenbarte die Sackgasse. Ein weiterer Gipfel wurde nach einem diplomatischen Memo Moskaus abgesagt.

8. Politische Krisen in Schwellenländern (mittleres Risiko)
Die Reaktion der Schwellenländer auf den globalen Protektionismus ist uneinheitlich – viele verfolgen eine "multi-ausgerichtete" Diplomatie, ähnlich wie Indien. Klare ideologische Blöcke wie im Kalten Krieg existieren nicht mehr, was die geopolitische Unsicherheit in diesen Märkten erhöht.

9. Konflikt in Nordkorea (mittleres Risiko)
Trotz wiederholter Signale von Donald Trump für ein weiteres Treffen mit Kim Jong-un bleibt die Lage angespannt. Pjöngjang setzt weiterhin auf militärische Provokationen und lehnt Verhandlungen sowie Abrüstung ab. Die Nähe Nordkoreas zu Russland und China verstärkt das Risiko einer "versehentlichen" Eskalation.

10. Europäische Fragmentierung (geringes Risiko)
Trotz erhöhter Zusammenarbeit angesichts externer Bedrohungen – etwa durch Russland oder China – könnte die europäische Geschlossenheit trügen. Auch in Industrie- und Regulierungspolitik bleibt die EU oft uneinig und ineffizient.

Fazit
In einer Welt wachsender geopolitischer Fragmentierung und Rivalitäten empfiehlt BlackRock erhöhte Wachsamkeit – denn diese Risiken können jederzeit zu exogenen Schocks für die Märkte werden.