Die vergleichbaren Umsätze steigen in Nordamerika um 7,1 % – obwohl die Kette seit dem gleichen Zeitpunkt im Vorjahr 242 Filialen geschlossen hat, was rund 1 % ihres Netzwerks entspricht. International legen die vergleichbaren Erlöse um 2,6 % zu, während Starbucks seine Expansion dort in moderaterem Tempo fortsetzt.

Auf Konzernebene wächst der Umsatz um 8,8 % – ein Ergebnis, das angesichts der bereits hohen Preise, für die die Marke seit Langem bekannt ist, nicht unbedingt zu erwarten war. Allerdings war ein solches Wachstum auch nötig, um die deutliche Inflation der Kostenbasis abzufedern.

Starbucks, das sich in China zurückgezogen hat, wo es dem Preiskampf mit Wettbewerbern wie Luckin Coffee nicht standhalten konnte, scheint beim Wachstum und der Expansion seit rund drei Jahren ein Plateau erreicht zu haben.

Entsprechend richtet sich der Fokus nun auf die Optimierung des bestehenden Filialnetzes. Brian Niccol, der im vergangenen Jahr nach dem Fehlgriff mit Laxman Narasimhan zum CEO ernannt wurde und zuvor den spektakulären Turnaround bei Chipotle verantwortete, ist mit seinem Mandat stark gestartet – und hat Maßnahmen ergriffen, die manche als unrealistisch eingeschätzt hätten.

Der Anstieg des durchschnittlichen Bons sowie eine höhere Kundenfrequenz ermöglichen Starbucks eine Rückkehr zu einer soliden operativen Profitabilität. Gleichzeitig gewinnen die Cashflows wieder etwas Luft, begünstigt durch den teilweisen Verkauf der Aktivitäten in China und ein gedrosseltes Investitionsprogramm in der Region.

Bemerkenswert ist, dass Starbucks – eine Marke, die die Öffentlichkeit traditionell stark polarisiert – in einem äußerst wettbewerbsintensiven Markt die Preise weiter erhöhen konnte, obwohl sie bereits häufig für ihre hohen Rechnungen kritisiert wurde. Diese Entwicklung spricht für eine außergewöhnlich hohe Kundenloyalität.

Auch die Investoren zeigen seit Langem eine vergleichbare Treue. Nachdem die Aktie im Sommer 2024 bei einem Multiplikator von etwa dem 20-Fachen des operativen Gewinns ihren Tiefpunkt erreicht hatte, nähert sich die Bewertung inzwischen wieder historischen Höchstständen von rund dem 40-Fachen des operativen Ergebnisses.

Siehe auch: Starbucks will fünf Jahre Börsenstagnation abschütteln – veröffentlicht im vergangenen Jahr in diesen Spalten.