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| Tops / Flops der Woche |
TOPS - EUROPA Raspberry +28.96%: Was könnte besser sein als eine Anhebung der Zielvorgaben, um auf der KI-Welle mitzuschwimmen? Der Entwickler und Hersteller von Computer-Hardware korrigierte seine Prognosen nach oben. Auslöser hierfür waren eine hohe Nachfrage aus der Industrie und eine deutlich gestiegene Rentabilität, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Embedded-Computing-Anwendungen und vernetzter Infrastruktur. Sivers +14.29%: Das schwedische Unternehmen gibt im europäischen Technologiesektor den Ton an, getragen von der Kooperation mit GlobalFoundries im Bereich der Photonik für künstliche Intelligenz. Auch OVH und andere Akteure profitieren vom Thema digitale Souveränität. Derweil hat die Europäische Union einen Fahrplan für die Verringerung der Abhängigkeit von den US-Giganten vorgestellt. Valeo +13.94%: Der Automobilzulieferer erschließt sich das KI-Segment. Der Markt zeigt sich begeistert vom Potenzial bei der Kühlung von Rechenzentren - ein unerwartetes, doch vielversprechendes Geschäftsfeld. Damit kann sich das Unternehmen über seine rein automobile Ausrichtung hinaus diversifizieren. Wolters Kluwer +4.03%: Der Fachverlag hat in der KI-Debatte wieder etwas an Boden gewonnen. Nachdem eine Disruption befürchtet worden war, nimmt der Markt nun Notiz von der intensivierten Partnerschaft mit OpenAI, und auch die Analysten von Bernstein bleiben bei ihrer Kaufempfehlung. FLOPS - EUROPA Abivax -22.53%: Der Kurs des französischen Biotech-Unternehmens brach ein, nachdem die Phase-III-Daten für den Wirkstoffkandidaten Obefazimod zu Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen veröffentlicht worden waren. Die Anleger fokussierten sich auf Sicherheitsbedenken, obwohl das Präparat eine hohe Wirksamkeit gezeigt hatte. Soitec -17.4%: Nach der spektakulären Kursrally der vergangenen Woche (auf den höchsten Stand seit 2022) musste der französische Spezialist für Halbleitermaterialien nun Gewinnmitnahmen verkraften. Trotz der Begeisterung rund um KI und Photonik legte der Markt erst einmal eine Verschnaufpause ein. Partners Group -14.07%: Der auf außerbörsliche Anlagen fokussierte Schweizer Vermögensverwalter erlebte einen Kurssturz, nachdem er die Rückzahlungen aus einem seiner "Evergreen"-Private-Equity-Fonds eingeschränkt hatte. Die Entscheidung folgte auf einen Anstieg der Rücknahmeanträge für den Fonds, in den vor allem Privatanleger investiert sind. Akzo Nobel -12.7%: Nippon Paint und Sherwin-Williams haben die gemeinsame Übernahme des niederländischen Farbenherstellers abgeblasen. Akzo Nobel zufolge liege der angebotene Kaufpreis weit unter dem Unternehmenswert und es seien insbesondere in regulatorischer Hinsicht unzureichende Garantien für den Vollzug der Transaktion angeboten worden. Wise -13.28%: Laut einem Bericht des Bureau of Investigative Journalism ermittelt die Brüsseler Staatsanwaltschaft gegen den Zahlungsdienstleister wegen verdächtiger Transaktionen in Höhe von 500 Mio. EUR. Wise ließ verlauten, dass man kooperiere und in regelmäßigem Austausch mit der Staatsanwaltschaft stehe. TOPS - USA Marvell +28.52%: Nicht, dass es noch eines Beweises bedurft hätte: Wenn aber Jensen Huang erklärt, dass ein Unternehmen eine Bewertung von 1.000 Mrd. USD erreichen könnte, wird der Markt schon einmal hellhörig. Genau das erlebte Marvell diese Woche, denn die Aktie zog nach der Erklärung des Nvidia-Chefs gleich nach Handelsbeginn um 24% an. Hewlett Packard +14.31%: Dank der KI-Nachfrage konnte das Unternehmen für das 2. Quartal Rekordzahlen bekannt geben. Das Management verkündete daraufhin, die langfristigen Finanzziele bereits zwei Jahre früher erreichen zu wollen. Der Titel verbuchte im nachbörslichen Handel ein Kursplus von 36%. FLOPS - USA Fedex -19.61%: Der Logistikkonzern hat die Abspaltung der Frachtsparte abgeschlossen. Die neue Gesellschaft FedEx Freight Holding ist seit dem 1. Juni börsennotiert. Die Abspaltung erfolgte durch Ausgabe von 80,1% der im Umlauf befindlichen Stammaktien von FedEx Freight durch FedEx. Broadcom -13.66%: Nun bedarf es keines weiteren Beweises mehr: Der Markt wird bei der Veröffentlichung von Geschäftszahlen immer anspruchsvoller. Der Halbleitergigant legte leicht unter den Erwartungen liegende Ergebnisse vor und schlug in seinen Prognosen einen als eher vorsichtig wahrgenommenen Ton an. Der Markt reagierte sofort und zog ARM und Micron mit in den Abgrund. |
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| Rohstoffe |
Energie: Nachdem die Preise drei Handelstage in Folge gestiegen waren, fielen sie nach Bekanntgabe einer an Bedingungen geknüpften Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Diese wird als Schritt in Richtung von Gesprächen zwischen USA und Iran gewertet. Der Waffenstillstand ist allerdings unsicher und die Kämpfe gehen weiter. Darüber hinaus ist die Straße von Hormus nach wie vor blockiert, was den Preisrückgang begrenzt. Selbst bei einem Fortschritt der diplomatischen Bemühungen könnte eine Normalisierung Wochen dauern. Obwohl die Preise seit dem 1. Januar um mehr als 50% gestiegen sind, prognostiziert die OPEC keinen Einbruch der Ölnachfrage. Vielmehr geht das Ölkartell für dieses Jahr weiterhin von einem Wachstum der Nachfrage auf 1,2 Millionen Barrel pro Tag aus. Rohöl der Sorte Brent notiert im Bereich von 94,20 USD, die US-Referenzsorte WTI bei 92 USD je Barrel. Metalle: Der Goldpreis trat bei 4.460 USD je Feinunze auf der Stelle. Trotz rückläufiger Anleiherenditen bewegt sich der Goldpreis nicht wirklich nach oben. Die Lage im Nahen Osten und die Aussicht auf einen potenziellen Friedensschluss bleiben vage, was die Inflationsängste nicht eben besänftigt. Die Zentralbanken kaufen allerdings weiterhin Gold, im April 17 Tonnen. Polen und China zählten dabei zu den Hauptkäufern. Der Kupferpreis sank vergangene Woche, nachdem er zuvor ein Dreiwochenhoch erreicht hatte. Die Anleger nahmen Gewinne mit und schickten den Kupferpreis in London damit unter die Marke von 14.000 USD pro Tonne. Trotz dieses Rückgangs unterstützen die langfristigen Fundamentaldaten, wie etwa die Investitionen in Elektrifizierung und Stromverteilungssysteme, unverändert die Kupfernachfrage. Agrarrohstoffe: Die Soja- und Maispreise erreichten den tiefsten Stand seit mehreren Monaten. Der Sojapreis beendete die Woche bei 1.129 Cent je Scheffel (Kontrakt mit Fälligkeit Juli), Mais ging auf 422 Cent je Scheffel zurück. Dieser Rückgang ist in erster Linie den günstigen Witterungsbedingungen in den USA mit Wärme und Niederschlägen zuzuschreiben, in denen die Pflanzen gut gedeihen. Der Weizenpreis sank auf 584 Cent pro Scheffel. Die Niederschläge in den Great Plains und die erhöhten Produktionsprognosen in Russland trugen zu einem hohen Angebot auf dem Weltmarkt bei. Der Ölpreisrückgang Ende der Woche belastete ebenfalls die Getreidepreise. |
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| Makroökonomie |
Marktstimmung: Wer geglaubt hat, der Arbeitsmarkt würde ins Wanken geraten, wurde nun eines Besseren belehrt. Denn statt der geschätzten 85.000 neuen Stellen wurden in der US-Wirtschaft 172.000 Jobs geschaffen. Vor diesem Hintergrund ist eine Zinssenkung auf der nächsten geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve nicht zu erwarten, zumal der Nahostkonflikt und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus Inflationsrisiken schüren. Der Anleihemarkt lag ganz richtig, als die Renditen nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts deutlich anzogen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt immer noch über einer ersten Unterstützungslinie bei 4,44%, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sich bei 2,90% hält. Am Aktienmarkt gibt es langsam Anzeichen für Nervosität, denn die Berichtssaison ist zu Ende und auch die institutionellen Kapitalströme flauen in dieser Jahreszeit tendenziell ab. Alarmierend ist das noch nicht, aber Anleger sollten sich für den Fall der Fälle bereithalten. Kryptowährungen: Der Bitcoin durchläuft eine schwierige Phase. Seit Jahresbeginn büßte er rund 33% ein, davon allein in der vergangenen Woche 15%. Damit zeigte er im bisherigen Jahresverlauf die seit mindestens zehn Jahren schlechteste Performance. Nachdem der Krypto-Marktführer Ende 2025 die Marke von 125.000 USD überschritten hatte, leidet er nun unter dem wachsenden Desinteresse der Anleger. Der Abwärtstrend wurde durch die Ankündigung des Verkaufs einiger BTC durch Strategy, dem Unternehmen des "Niemals verkaufen"-Predigers Michael Saylor, noch verschärft. Zwar war Strategy auch im Mai BTC-Großkäufer, doch ist mit der Veräußerung einiger weniger BTC eine große Symbolik verbunden. Derweil verzeichnen die Bitcoin-Spot-ETFs unter dem Strich Mittelabflüsse. Die Investoren wenden sich ab und neuen, mit dem BTC konkurrierenden attraktiven Anlageoptionen zu: Titel aus den Bereichen KI und Halbleiter sowie prestigeträchtige bevorstehende Börsengänge - wie der von SpaceX - ziehen den Großteil der Kapitalströme an. |
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*Die Wochenperformance der Indizes und Aktien bezieht sich auf den Zeitraum von der Eröffnung der Märkte am Montag bis zur Erstellung dieses Newsletters am Freitag. Die Wochenperformance von Rohstoffen, Edelmetallen und Währungen bezieht sich auf den 7-Tage-Zeitraum von Freitag bis Freitag (bis zur Erstellung des Newsletters). Diese Vermögenswerte notieren auch an Wochenenden. |
































