Die Börse in Stockholm verzeichnete am Freitag kräftige Kursgewinne, getragen von Friedenshoffnungen im Iran-Konflikt. Auf Unternehmensebene standen die Schwergewichte Ericsson und Autoliv mit ihren Quartalszahlen im Fokus.

Die USA und der Iran verhandeln über einen Plan zur Beendigung des Konflikts. Ein Kernpunkt sieht vor, dass die USA eingefrorene iranische Gelder in Höhe von 20 Milliarden Dollar freigeben, falls der Iran im Gegenzug auf seine Bestände an angereichertem Uran verzichtet. Dies berichtete der Nachrichtendienst Axios unter Berufung auf zwei US-Beamte und zwei weitere informierte Quellen.

Zudem erkärte der iranische Außenminister zur Lage an der Straße von Hormus, dass die Passage für alle Handelsschiffe während der verbleibenden Dauer des Waffenstillstands vollständig geöffnet bleibe. Diese Meldungen ließen den Ölpreis deutlich sinken und beflügelten die Aktienmärkte.

Zum Handelsende notierte der OMXS30-Index mit einem Plus von 1,97 Prozent bei 3 182,13 Punkten. An der Stockholmer Börse wurden Aktien im Wert von rund 36,1 Milliarden Kronen gehandelt.

Die beste Entwicklung unter den großen Industriesektoren verzeichnete der Technologiesektor mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent. Am anderen Ende der Skala bildete der Energiesektor mit einem Minus von 7,4 Prozent das Schlusslicht.

Unter den Blue Chips im OMXS30 stiegen Lifco B um 5,4 Prozent, während SKF B um 4,4 Prozent zulegten. Die schwächste Performance zeigten Ericsson B mit einem Minus von 4,1 Prozent und Tele 2 B, die um 1,4 Prozent nachgaben.

Der Telekomausrüster Ericsson meldete ein bereinigtes EBITA von 5,6 Milliarden Kronen, womit die Erwartungen von 5,8 Milliarden verfehlt wurden. Das bereinigte Bruttoergebnis lag mit 23,7 Milliarden Kronen um 2,9 Prozent unter den Prognosen. Auch der Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück. Das Unternehmen rechnet künftig mit einem weitgehend stagnierenden RAN-Markt. Die Aktie zeigte einen volatilen Verlauf: Nach anfänglichen Verlusten drehte sie ins Plus, gab dann jedoch erneut nach und schloss mit deutlichen Abschlägen.

Der Fahrzeugsicherheitskonzern Autoliv übertraf im ersten Quartal mit seinem bereinigten operativen Ergebnis die Analystenschätzungen um 17 Prozent. Auch der Umsatz lag über den Erwartungen. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose einer bereinigten operativen Marge von 10,5 bis 11,0 Prozent bei einem organischen Umsatzwachstum von Null Prozent. Der Bericht wurde vom Markt positiv aufgenommen, die Aktie kletterte um 9,9 Prozent.

Den schwedischen Regionen wurde davon abgeraten, das Alzheimer-Medikament Leqembi des Forschungsunternehmens Bioarctic einzusetzen. Ein Expertenrat entschied, dass der hohe Preis nicht gerechtfertigt sei. "Die Behörden haben Preisniveaus gefordert, bei denen eine Markteinführung der Behandlung in Schweden unrentabel ist", sagte IR-Chef Oskar Bosson gegenüber Dagens Industri. Die Aktie verlor 2,3 Prozent.

Die Baumarktkette Byggmax sank um 3,8 Prozent. Das Unternehmen berichtete für das erste Quartal einen geringeren Umsatz und ein leicht schwächeres operatives Ergebnis von minus 127,0 Millionen Kronen. Der vergleichbare Umsatz ging im Berichtszeitraum um 5,3 Prozent zurück, wobei der Absatz durch einen kalten Februar beeinträchtigt wurde.

Das Immobilienunternehmen Platzer wies für das erste Quartal ein leicht gestiegenes Ergebnis aus der Immobilienbewirtschaftung von 196 Millionen Kronen aus. Die Mieterträge sanken um 2,2 Prozent auf 435 Millionen Kronen. Die Aktie legte um 2,6 Prozent zu.

Das Umwelttechnikunternehmen Nederman verzeichnete im ersten Quartal Rückgänge bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinn. Die Aktie fiel um 6,6 Prozent.

Im Fokus stand zudem der bekannte Finanzexperte Günther Mårder, der wegen des Verdachts auf schwere Insiderdelikte im Zeitraum 2024-2026 in Untersuchungshaft genommen wurde. Mårder ist Vorsitzender der Spotlight Group und Mitglied in mehreren Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen. Laut Staatsanwaltschaft betrifft der Fall das Medizintechnikunternehmen Raysearch, dessen Aktie ein Minus von 0,9 Prozent verzeichnete.

Bei den Analystenbewertungen nahm die Deutsche Bank die Beobachtung von Skanska mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 300 Kronen auf. Die Aktie stieg um 4,2 Prozent.

DNB Carnegie strich die Kaufempfehlung für Kinnevik und stufte den Titel auf "Hold" herab. Das Kursziel wurde deutlich auf 63 Kronen (zuvor 100) gekürzt. Gleichzeitig erwarb CEO Rubin Ritter Aktien für knapp 11 Millionen Kronen. Die Aktie fiel um 1,6 Prozent.