Ein schwungvoller Handelsauftakt an der Piazza Affari und den wichtigsten europäischen Aktienmärkten: Die Hoffnung auf eine Entspannung zwischen dem Iran und den USA beflügelt die Kurse. Auslöser waren Äußerungen von Donald Trump über ein mögliches Abkommen bis zum Wochenende, während aus Teheran verlautete, eine endgültige Entscheidung stehe noch aus.

In Mailand fungiert der Bankensektor erneut als Kurstreiber, getragen von anhaltenden Konsolidierungsfantasien. Zudem hatte die EZB den Einlagensatz im ersten restriktiven Schritt seit fast drei Jahren auf 2,25% angehoben. Nach der gestrigen geldpolitischen Straffung bleibt der Weg für weitere Zinsschritte der EZB offen, wenngleich dies keineswegs als sicher gilt.

Die Erwartung einer Deeskalation im Nahen Osten drückt die Preise für die Sorte Brent, die aktuell unter 90 USD pro Barrel notieren.

Gegen 9:45 Uhr verzeichnet der Ftse Mib ein Plus von 1,48%.

Der Bankenindex steigt um 2,4%, wobei die Schwergewichte INTESA und UNICREDIT im Einklang mit dem Gesamtmarkt zulegen. Zu den Top-Performern zählt MPS mit einem Plus von 3,2%, gefolgt von der Tochtergesellschaft MEDIOBANCA (+3,6%), nachdem Intesa am vergangenen Montag ein Übernahmeangebot für die Bank aus Siena angekündigt hatte. Ein Händler betont, dass Banken äußerst sensibel auf das EZB-Zinsniveau reagieren, da dieses direkte Auswirkungen auf die Zinsmargen der Institute hat.

STELLANTIS springt um 4,8% nach oben und folgt damit dem europäischen Branchentrend, da Investoren verstärkt in zyklische Werte umschichten, die empfindlich auf die wirtschaftliche Entwicklung reagieren.

Sinkende Rohstoffpreise belasten hingegen den Ölsektor: ENI verliert 2,1%, während Ölfelddienstleister wie SAIPEM und TENARIS zwischen 0,6% und 1,6% nachgeben.

Abseits der Blue Chips bleibt die Aktie von JUVENTUS mit einem Zuwachs von 3,9% gefragt. LAZIO hingegen verliert in einem volatilen Umfeld 0,3%, nachdem der römische Club Gerüchte über einen Verkauf durch Eigentümer Claudio Lotito dementiert hat.

Schließlich verliert ITALIAN SEA GROUP 4,6% nach der gestrigen Rallye von über 14%. Auslöser waren Gerüchte über ein mögliches Interesse von FERRETTI (+1,9%), die inzwischen dementiert wurden. Laut Equita wäre ein Interesse von Ferretti an den Werften der Italian Sea Group weniger durch Kapazitätsbedarf als vielmehr durch den Wunsch motiviert, das Refitting-Geschäft auszubauen, das für die Gruppe derzeit nur eine marginale Rolle spielt.

(Giancarlo Navach, Redaktion Stefano Bernabei)