Piazza Affari verzeichnet einen positiven Handelsauftakt, obwohl die Kriegsgefahr im Nahen Osten nach den nächtlichen US-Angriffen im Iran erneut zugenommen hat. Der Marktfokus liegt zudem auf der heute Nachmittag anstehenden EZB-Sitzung, bei der nach drei Jahren eine erste Zinserhöhung erwartet wird.

In Mailand wird der Leitindex weiterhin von der Stärke der Bankentitel getragen, befeuert durch anhaltende Konsolidierungsfantasien und die Erwartung der nächsten Schritte der Zentralbank. Der Markt hat eine Anhebung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,25% bereits fest eingepreist.

Die Notierungen für Brent-Öl verharren trotz der eskalierenden geopolitischen Spannungen unter der Marke von 100 USD pro Barrel.

Gegen 9:45 Uhr notiert der FTSE MIB mit einem Plus von 0,92%.

Der Bankenindex steigt um 0,9%, wobei die Branchengrößen Intesa Sanpaolo (+1%) und UniCredit (+1,1%) zulegen. Auch Banco BPM gewinnt 0,5% und markiert mit 14,26 EUR den höchsten Stand seit März 2011. Der Titel stand zuletzt im Schatten der neuen Konsolidierungswelle, nachdem Intesa am vergangenen Montag ein Übernahmeangebot für MPS (+0,56%) angekündigt hatte.

Im Blue-Chip-Segment setzt STMicroelectronics den Aufwärtstrend mit einem Plus von 2,53% fort. Gestern hatte BofA die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel auf 86 EUR angehoben, wobei die Analysten eine signifikante Gewinnwende bei dem französisch-italienischen Chiphersteller erwarten.

Erneutes Interesse zeigt sich heute im Energiesektor, insbesondere bei Saipem. Die Aktie springt um über 2% nach oben, nachdem der Öldienstleister einen Onshore-Auftrag in Saudi-Arabien für das Projekt „Uthmaniyah Gas Compression Plant“ erhalten hat. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 900 Mio. EUR. Laut Equita ist die Nachricht positiv zu werten, da sie die starke Geschäftsdynamik im Nahen Osten bestätigt, die das Management bereits im Rahmen der Telefonkonferenz zum ersten Quartal hervorgehoben hatte.

Eni legt um 0,7% zu, auch Versorger wie A2A (+1,3%) präsentieren sich fest.

Gefragt sind zudem Luxuswerte wie Ferragamo und Brunello Cucinelli mit einem Plus von jeweils 1,9%.

Schließlich werden auch heute Fußball-Aktien gekauft: Juventus Turin steigt um 2,2%, während Lazio Rom um 0,6% zulegt. Letztere gaben einen Teil ihrer Gewinne wieder ab, nachdem sie zum Handelsstart um rund 13% nach oben geschnellt waren. Der Verein dementierte in einer Mitteilung „kategorisch“ Pressegerüchte über einen möglichen Verkauf des Clubs durch Eigentümer Claudio Lotito.

(Giancarlo Navach, Redaktion Andrea Mandalà)