Zur Mittagszeit gibt die Piazza Affari einen Teil der Gewinne vom Vormittag wieder ab, bleibt jedoch von Finanz- und Rüstungswerten gestützt. Der Markt zeigt sich insgesamt vorsichtig, da er auf die morgige Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed wartet, die am Ende des zweitägigen Treffens bekanntgegeben wird.
Ein Zinsschritt der Fed gilt als ausgemacht. Das Augenmerk der Anleger richtet sich daher auf alle Hinweise bezüglich der Ausrichtung der Notenbank für das kommende Jahr. Hier herrscht weiterhin eine gewisse Unsicherheit, auch wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Fed-Gremiums.
Gegen 12:50 Uhr steigt der Leitindex Ftse Mib um 0,65 Prozent. Die Umsätze bleiben mit etwas über einer Milliarde Euro eher verhalten.
Hervorzuhebende Titel:
** Im Finanzsektor fällt besonders die Erholung von MEDIOLANUM auf, die nach vier Verlusttagen um über drei Prozent zulegt. Getragen wird der Kurs durch positive Einschätzungen von J.P. Morgan. In einer Studie, in der die Bank für alle europäischen ,,diversified" Finanzwerte für 2026 optimistisch bleibt, wurde das Kursziel für den italienischen Vermögensverwalter von 20 auf 22 Euro angehoben, das ,,Overweight"-Rating bestätigt.
** Ebenfalls positiv, wenn auch weniger gefragt, zeigt sich FINECOBANK (+0,9 Prozent). Auch hier hob J.P. Morgan das Kursziel an - von 23,1 auf 26,5 Euro. AZIMUT entwickelt sich im Einklang mit dem Markt.
** Versicherungswerte präsentieren sich ebenfalls fest: GENERALI gewinnt 2,8 Prozent, UNIPOL 2,1 Prozent. Die Banken verlieren zwar an Schwung, bleiben aber im Durchschnitt leicht im Plus.
** LEONARDO sticht im Ftse Mib mit einem Kursplus von rund drei Prozent hervor. Der gesamte europäische Rüstungssektor profitiert von Spekulationen über eine Beschleunigung der Rüstungsausgaben in Deutschland. Laut Bloomberg wird der Bundestag voraussichtlich in der kommenden Woche Rüstungsverträge im Rekordwert von 52 Milliarden Euro genehmigen.
** Auch FINCANTIERI profitiert vom gesteigerten Interesse am Sektor, setzt die positive Serie der letzten vier Handelstage fort und steigt um 1,5 Prozent. AVIO legt um 2,9 Prozent zu.
** Das Analysehaus Akros merkt an, dass die in dem Bloomberg-Artikel genannten Investitionsprogramme die drei italienischen Unternehmen nicht direkt betreffen. ,,Wir sind jedoch der Ansicht, dass die neuen Aufträge ein tatsächliches Wachstum der Verteidigungsausgaben in Europa belegen, nach der Anhebung des Nato-Ausgabenziels und dem Kurswechsel in der US-Außenpolitik", so der Broker weiter.
(Andrea Mandalà, Bearbeitung Claudia Cristoferi)

















