Auswahlkriterien:
Europäische börsennotierte Unternehmen
Von mindestens 10 Analysten gecovert
Niedrigstes Verhältnis positiver zu negativer Empfehlungen
Und die Anti-Preisträger sind...
Platz 3: Yara International
Der norwegische Düngemittelriese wird von 18 Analysten beobachtet – lediglich zwei davon empfehlen den Kauf. Elf bleiben neutral, fünf raten zum Verkauf.
Yara International kämpft mit mehreren strukturellen Schwächen: Das Gewinnwachstum je Aktie gilt mittelfristig als begrenzt, die Rentabilität liegt unter dem Branchendurchschnitt, und das Verhältnis von Verschuldung zu EBITDA bleibt hoch. Die Bewertung erscheint trotz dieser Schwächen ambitioniert – das KGV liegt auf erhöhtem Niveau für einen Commodity-Wert.
Hinzu kommt eine negative Dynamik bei den Gewinn- und Umsatzerwartungen: In den letzten zwölf Monaten wurden die Prognosen mehrfach nach unten angepasst – ein Zeichen mangelnder Visibilität und sinkenden Vertrauens in die Fähigkeit des Konzerns, sich rasch zu erholen. Der Markt scheint jedoch nicht ganz d'accord zu gehen: Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 20 % zugelegt.
Platz 2: Nel ASA
Wir bleiben in Norwegen: Nel ASA, ein Hoffnungsträger der europäischen Wasserstoffindustrie, steht ebenfalls im Kreuzfeuer. Trotz ihrer strategisch interessanten Position und der Konsolidierung vieler schwächerer Wettbewerber bleibt das Unternehmen weit von der Profitabilität entfernt.
Die Technologie gilt als unausgereift, die Cash-Burn-Rate ist hoch, und operative Gewinne wurden bisher nie erzielt. Von den 14 Analysten, die die Aktie verfolgen, empfiehlt keiner den Kauf – sieben sind neutral, sieben negativ. Das Kursniveau liegt aktuell bei 2,252 NOK – ein dramatischer Absturz von den 35 NOK im Hype-Jahr 2021. Allein in den letzten zwölf Monaten hat der Kurs die Hälfte seines Wertes verloren.
Platz 1: Hennes & Mauritz (H&M)
Der „Sieger“ dieses wenig ruhmreichen Rankings überrascht: Keiner der 24 Analysten rät zum Kauf der Aktie des schwedischen Modekonzerns. Das letzte positive Votum verschwand im Sommer 2025 – seither lautet das Urteil: 13-mal „Halten“, 11-mal „Verkaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt rund 18 % unter dem aktuellen Kursniveau.
Dabei hat sich der Aktienkurs im Jahr 2025 durchaus positiv entwickelt: +20 % seit Jahresbeginn, mit einem besonders starken September (+26 % allein in diesem Monat). Hennes & Mauritz setzt auf günstige Mode und versucht zugleich, im mittleren Preissegment Fuß zu fassen. Doch der Wettbewerb ist hoch: stationärer Handel, Online-Discounter wie Shein, modischere Plattformen wie Zalando und Secondhand-Riesen wie Vinted machen das Leben schwer.
Zudem leidet H&M unter einer vergleichsweise trägen Lieferkette – ein klarer Nachteil gegenüber Fast-Fashion-Spezialisten. Analysten bevorzugen in der Regel die besser positionierte Inditex-Gruppe (Zara), die als qualitativ hochwertiger gilt.
Fazit:
Gemessen an den Bewertungen im MarketScreener-Rating weist H&M trotz allem noch das beste Profil der drei auf (drei Sterne), vor Yara (zwei Sterne) und Nel (null Sterne). Letztere bleibt wegen der hohen Unsicherheit zur Profitabilität faktisch nicht seriös bewertbar.
Bonus: Fast im Negativ-Ranking gelandet...
Auch diese Unternehmen stehen bei Analysten derzeit nicht hoch im Kurs:
Air France-KLM, Lufthansa, Swatch, Bayer, Telefónica, Lanxess – ebenfalls mit sehr ungünstigem Verhältnis zwischen positiven und negativen Empfehlungen.



















