--Stabwechsel nach Hauptversammlung im Mai
--Nedeljkovic seit 1993 bei BMW
(Neu geschrieben mit Marktsituation, Hintergrund, Werdegang)
Von Stephen Wilmot
DOW JONES--BMW wechselt den Chef aus: Ab Mai soll Produktionschef Milan Nedeljkovic den Chefposten von Oliver Zipse übernehmen. BMW setzt damit in einer für die globale Autoindustrie schwierigen Zeit auf einen Konzern-Veteranen.
Nedeljkovic wird vor der Aufgabe stehen, ein Unternehmen, das von der Globalisierung profitiert hat, durch eine Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen zu steuern, insbesondere zwischen seinen beiden größten Märkten: den USA und China.
Das Wachstum des US-Produktionszentrums in Spartanburg, South Carolina, hat das Unternehmen zum größten Autoexporteur Amerikas gemacht. Im vergangenen Jahr produzierte das Werk rund 396.000 SUVs, von denen mehr als die Hälfte unter anderem in die Europäische Union, nach China und Großbritannien exportiert wurde.
Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten besitzt BMW auch die Mehrheit an seinem chinesischen Joint Venture BMW Brilliance. Zipse bezeichnete BMW zuletzt als "einen der wenigen echten Global Player unserer Branche".
Produktionsleitung als Sprungbrett an die Spitze
Nedeljkovic kam 1993 als Trainee zu BMW und ist seit 2019 Produktionsvorstand. In dieser Funktion leitete er ein Projekt mit Nvidia zur Digitalisierung der Fabriken des Unternehmens und war ein maßgeblicher Architekt der nächsten Generation von Elektrofahrzeugen bei BMW.
Der Posten des Produktionschefs bei BMW war schon oft eine Warteposition für künftige Konzernchefs. Nedeljkovic wird der vierte Chef in Folge sein, der diesen Schritt macht.
Das Management-System von BMW ist dafür bekannt, Insider zu befördern und in einer gut geölten Maschine Dramen zu vermeiden. BMW wird von der Milliardärsfamilie Quandt kontrolliert, die etwa die Hälfte des Unternehmens besitzt und weitgehend im Hintergrund agiert.
Das Geschäftsmodell von BMW, das auf grenzüberschreitendem Warenverkehr basiert, geriet Anfang des Jahres durch die Zölle von US-Präsident Donald Trump unter Druck. Im März sagte Zipse, dass sich die Auswirkungen neuer Zölle auf den Jahresgewinn des Unternehmens auf rund 1 Milliarde Euro belaufen könnten.
Doch eine Einigung zwischen dem Weißen Haus und der EU im Juli beinhaltete Zusagen, die Autozölle auf beiden Seiten zu senken. Die Vereinbarung positionierte BMW dank seiner US-Exportbasis als relativen Gewinner im transatlantischen Handelskrieg, obwohl die EU die Änderung noch nicht umgesetzt hat.
Die höchsten Zölle, die BMW derzeit zahlt, sind die auf Elektrofahrzeuge, die das Unternehmen in China für den europäischen Markt baut.
In jüngster Zeit haben die Spannungen zwischen China und dem Westen die Form von Engpässen bei seltenen Erden und Nexperia-Mikrochips angenommen, was weitere Herausforderungen für Autohersteller darstellt, die stark auf das reibungslose Funktionieren globaler Lieferketten angewiesen sind.
"Ein globales Unternehmen zu sein, ist ein Vorteil, weil es ein natürlicher Schutz ist", sagte Zipse im September.
Baustelle China
Nedeljkovic könnte einen Großteil seiner Zeit darauf verwenden müssen, BMW gegen neue chinesische Rivalen zu verteidigen.
Deutsche Marken haben in China selbst stetig Marktanteile verloren. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 verkaufte BMW rund 465.000 Fahrzeuge in dem Land, 11 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Oktober senkte das Unternehmen seine Jahresgewinnprognose unter anderem mit Verweis auf schwächer als erwartet ausfallende Verkäufe in China.
Deutsche Marken haben in China selbst stetig Marktanteile verloren. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 verkaufte BMW rund 465.000 Fahrzeuge in dem Land, 11 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Oktober senkte das Unternehmen seine Jahresgewinnprognose unter anderem mit Verweis auf schwächer als erwartete Verkäufe in China.
Chinesische Elektroautomarken wie BYD gewinnen auch in Europa zunehmend Marktanteile, obwohl die europäischen Verkäufe von BMW in diesem Jahr stark waren.
Im September stellte BMW seinen neuen SUV iX3 vor, den ersten einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen, die zum Teil darauf ausgelegt sind, den chinesischen Markt zurückzuerobern. Das Fahrzeug soll im nächsten Sommer mit einem Startpreis von rund 60.000 Dollar und einer ungewöhnlich großen Reichweite von etwa 650 Kilometern auf den US-Markt kommen.
Der iX3 hat zu der Hoffnung beigetragen, dass die deutsche Autoindustrie ihren Ruf für Innovation und bahnbrechende Technologie zurückgewinnen kann, nachdem die USA und China zuletzt wichtige Entwicklungen bei Elektrofahrzeugen und autonomem Fahren angeführt haben.
Die BMW-Aktie notierte am Dienstag weitgehend unverändert in der Nähe eines 18-Monats-Hochs. Investoren sind optimistisch, dass die Investitionslast im Zusammenhang mit der neuen Generation Elektrofahrzeuge bereits ihren Höhepunkt erreicht hat und die Früchte erst noch geerntet werden müssen.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
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(END) Dow Jones Newswires
December 09, 2025 10:27 ET (15:27 GMT)


















