Tatsächlich hat sich bei den Fundamentaldaten in diesem Zeitraum wenig verändert. Kein Wunder also, dass BMW mittlerweile zur wachsenden Gruppe jener deutschen Blue Chips zählt, die in erster Linie wegen ihrer Dividendenrendite gehalten werden – klassische Aktien-Anleihen also, bevorzugt von institutionellen Investoren.

Denn während Umsatz, operativer Gewinn und Nettoergebnis nominal kaum zugelegt haben – inflationsbereinigt sind sie sogar rückläufig – ist die Profitabilität des Konzerns sukzessive erodiert. Die operative Marge liegt deutlich unter den Hochphasen vergangener Zyklen.

Ein kleiner Lichtblick für dividendenorientierte Anleger: Die Ausschüttung wurde in den letzten zehn Jahren um rund ein Drittel erhöht, und BMW hat – wie auch der ewige Rivale Mercedes-Benz – ein erstes, zurückhaltendes Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Trotz dieser Kapitalmaßnahmen hat sich die Bilanzstruktur verbessert, die Eigenkapitalquote zeigt sich stabil bis leicht steigend – ein positiver Aspekt, den der Markt nicht vollständig ignoriert.

Wichtig ist jedoch: Die Rekordgewinne während der Pandemie waren Ausreißer, nicht nachhaltige Ertragsniveaus. Investoren sind zurecht nicht in die Falle getappt, diese außergewöhnlichen Ergebnisse fortzuschreiben – selbst dann nicht, als die Aktie lediglich zum Dreifachen des damaligen Gewinns gehandelt wurde.

Sowohl bei BMW als auch bei Mercedes - wie in dieser MarketScreener Analyse erläutert - bleibt somit das Dividendenargument das zentrale Anlagekriterium für institutionelle Investoren – ein stabiler Ausschüttungsstrom, auf den Verlass ist. Derzeit rentiert die BMW-Aktie mit rund 4,6 %, was einer risikoadjustierten Prämie gegenüber dem deutschen Bundesanleihen-Zehnjahreszins (Bund) von 2,8 % sowie gegenüber der 10-jährigen US-Anleihe von 4,2 % entspricht. Aus Bewertungssicht erscheint dieses Niveau weder überzogen noch fundamental unplausibel.

Im Gegenteil: Die Bewertung wirkt fast schon wohlwollend, angesichts der strukturellen Herausforderungen, mit denen der deutsche Automobilsektor aktuell ringt – sei es auf dem Heimatmarkt, in China oder den USA. In all diesen Regionen schwindet die Wettbewerbsfähigkeit, während die Branche als Ganzes den technologischen Wandel weiterhin eher zäh als entschlossen vorantreibt.