Leerverkäufer haben ihre Wetten gegen das Private-Credit-Unternehmen Blue Owl Capital verstärkt, wobei das Short-Interesse auf einem Allzeithoch liegt – zu einer Zeit, in der die Branche der privaten Kreditvergabe durch Bedenken hinsichtlich Liquidität und Kreditqualität stark unter Druck geraten ist.

Laut dem Datenanalyse-Unternehmen Ortex wurden etwa 14,1% der frei handelbaren Aktien von Blue Owl leerverkauft, ein Anstieg von nahezu 12,5% vor zwei Wochen.

Die Aktien des in New York ansässigen Unternehmens gerieten im Februar unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass Blue Owl Vermögenswerte im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar aus drei seiner Kreditfonds verkaufen wird, um Kapital an Investoren zurückzugeben und Schulden abzubauen. Zudem wurden die Rücknahmen bei einem der Fonds dauerhaft gestoppt.

Früher in dieser Woche sah sich Blackstones Flaggschiff-Private-Credit-Fonds im ersten Quartal mit einem starken Anstieg der Abhebungen konfrontiert: Kunden zogen mit 3,7 Milliarden US-Dollar einen überdurchschnittlich hohen Betrag aus dem 82 Milliarden US-Dollar schweren Fonds BCRED ab.

Die Bedenken hinsichtlich Liquidität und Bewertung in der Branche sind gewachsen, da erhöhte Rücknahmeersuchen bei einigen semi-liquiden Fonds die Aufmerksamkeit darauf gelenkt haben, wie Manager Abhebungen bedienen und Ausschüttungen finanzieren.

Auch die Aktien alternativer Vermögensverwalter wie Blackstone, Ares Management und KKR haben zuletzt deutliche Verluste verzeichnet.

Das Short-Interesse für den alternativen Vermögensverwalter Apollo Global Management lag laut Ortex ebenfalls bei 5,9% des Free Float und ist seit Dezember erhöht.

Blue Owl Capital hat große Digitalinfrastrukturprojekte finanziert, darunter ein etwa 27 Milliarden US-Dollar schweres Joint Venture mit Meta zum Bau des Hyperion-Rechenzentrumscampus in Louisiana. Die von Blue Owl verwalteten Fonds halten dabei einen Anteil von 80%, während Meta rund 20% behält und die Einrichtungen zurückleast.

Diese Art von Finanzierungsdeal zeigt, wie große Betreiber von Rechenzentren wie Meta auf privates Kapital zur Finanzierung weitreichender KI-Infrastrukturprojekte zurückgreifen.

Die Blue-Owl-Aktie stieg am Donnerstag um 1,5%, liegt aber seit Jahresbeginn immer noch mehr als 30% im Minus.
(Bericht von Shashwat Chauhan und Akash Sriram in Bengaluru; Redaktion: Shinjini Ganguli)