BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, rechnet damit, dass Künstliche Intelligenz (KI) auch im Jahr 2026 weiterhin die Märkte dominieren wird. Gleichzeitig prognostiziert das Unternehmen eine turbulente Phase für Anleger, da spekulativer Handel und Hebelgeschäfte das Risiko einer Wiederholung des drastischen Ausverkaufs vom vergangenen Monat erhöhen.
Helen Jewell, Chief Investment Officer für fundamentale Aktien in EMEA bei BlackRock, erklärte am Donnerstag, dass die Renditen aus KI-bezogenen Anlagen weiterhin einen Aufwärtstrend aufweisen werden. Allerdings werde es immer wieder Phasen von Unsicherheit hinsichtlich der Sektorbewertungen oder der Aussichten geben, was die Aktienmärkte volatil halte.
"Erwarte ich einen anhaltenden Aufwärtstrend bei den Renditen aus KI-Wachstum? Ja, denn hier werden enorme Investitionen von Unternehmen getätigt, die über außergewöhnliche Bargeldreserven verfügen", sagte Jewell gegenüber Reuters am Rande einer Konferenz in London.
MARKTÜBERFÜLLUNG UND HEBELGESCHÄFTE KÖNNTEN ZU MARKTSCHWANKUNGEN FÜHREN
"Denke ich, dass der Weg dorthin holprig verlaufen wird? Auch ja", so Jewell weiter. Sie nannte insbesondere die Überfüllung der Märkte und den Einsatz von Hebelgeschäften als zentrale Gründe für Marktschwankungen.
Zweifel an möglichen Überinvestitionen von KI-Unternehmen beim Bau neuer Rechenzentren hatten im November zum größten Rückgang an den US-Aktienmärkten seit Monaten geführt.
Auch Hedgefonds agieren mit nahezu rekordverdächtigen Hebeln, was das Risiko kurzfristiger, heftiger Ausverkäufe erhöht, falls sinkende Vermögenspreise sie zu Liquidationen zwingen, um die Anforderungen ihrer Kreditgeber zu erfüllen.
Jewell erklärte, sie stocke ihre Positionen bei europäischen Energie- und Infrastrukturanbietern wie Siemens Energy auf, da der KI-Boom und der Wettlauf um den Bau neuer Rechenzentren die Nachfrage nach Turbinen, Netztechnologie und sauberer Energie ankurbeln.
In einer separaten Paneldiskussion sagte Jewell, BlackRock bleibe weiterhin positiv gegenüber Rüstungsaktien eingestellt, jedoch nicht mehr so optimistisch wie zu Jahresbeginn.
Europäische Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungsaktien verzeichneten im November einen Rückgang von 8 Prozent - den stärksten Einbruch seit Juni 2024 -, da Spekulationen über ein mögliches Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland zunahmen.
(Bericht von Naomi Rovnick; Redaktion: Dhara Ranasinghe und Bernadette Baum)



















