Anhaltende Störungen im Nahen Osten könnten ebenfalls Risiken für die globale Finanzstabilität darstellen, da die in den letzten 15 Jahren gestiegene Staatsverschuldung zunehmend durch Nichtbank-Finanzinstitute, einschließlich hoch verschuldeter Hedgefonds, vermittelt wird, so Pablo Hernandez de Cos, Generaldirektor der BIZ.
'In den letzten Wochen war die Marktstimmung optimistisch, getrieben durch die Euphorie über Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und die Erwartung einer raschen Beilegung des Konflikts im Nahen Osten. Sollten sich diese Erwartungen als falsch erweisen, könnte es leicht zu abrupten Marktkorrekturen kommen', sagte er in dem am Montag veröffentlichten Interview.
Der Krieg im Nahen Osten hat die Volatilität an den globalen Märkten erhöht und einige Länder, darunter Japan, dazu veranlasst, die Ausgaben zu steigern, um den wirtschaftlichen Schock durch die steigenden Ölpreise abzufedern.
Doch der Energieschock hat auch den Druck auf einige Zentralbanken erhöht, die Zinsen anzuheben, um das Risiko einer zu hohen Inflation zu bekämpfen, selbst wenn dies eine Abkühlung des Wirtschaftswachstums bedeuten würde.
Zentralbanken sollten einen vorübergehenden negativen Angebotsschock 'durchschauen', sofern dieser die Inflationserwartungen nicht destabilisiert oder schädliche Zweitrundeneffekte auslöst, so de Cos.
Sollte der Schock jedoch anhalten, wäre ein solcher Ansatz des 'Durchschauens' weniger tragfähig, sagte er und fügte hinzu, dass die Erinnerung an den Inflationsschub nach der Pandemie das Risiko von Zweitrundeneffekten erhöhen könnte.
'Die Zentralbanken müssen diese Entwicklungen sorgfältig beobachten und bereit sein, bei Bedarf zu handeln', wurde de Cos zitiert.
'Fiskalische Unterstützung sollte gezielt und befristet sein. Wenn sie breiter angelegt ist und länger anhält, nehmen die Inflationsrisiken erheblich zu, was die Zentralbanken möglicherweise zu Zinserhöhungen zwingt, was wiederum das Wirtschaftswachstum dämpfen würde', fügte er laut Nikkei hinzu.
De Cos lehnte eine Stellungnahme ab, so der Bericht, als er auf Medienberichte angesprochen wurde, wonach er als einer der Kandidaten für die Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde gehandelt werde.

















