HEALTH TECHNOLOGIES. YOU ARE PROTECTED.

Geschäftsbericht 2024



Inhaltsverzeichnis

05

Brief des Vorstands

08

Investor Relations

11

Bericht des Aufsichtsrats

15

Konzernlagebericht

24

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

25

Konzern-Kapitalflussrechnung

26

Konzernbilanz

28

Konzern-Eigenkapitalveränderung

28

Entwicklung des Anlagevermögens

30

Konzernanhang

37

Bestätigungsvermerk



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Geschäftsbericht 2024



Der Bio-Gate Konzern auf einen Blick

Angaben in TEUR

2024

2023

Umsatz

7.053

7.245

EBITDA

-1.304

-1.327

EBIT

-1.608

-1.594

Konzernergebnis

-1.622

-1.622

Ergebnis je Aktie (in EUR)

-0,18

-0,19

Liquide Mittel

297

1.327

Eigenkapital

1.787

3.451

Eigenkapitalquote (in %)

45,3

65,6

Bilanzsumme

3.946

5.259

Operativer Cashflow

-1.217

-977

Mitarbeiter (per 31.12.)

45

42

Konzernabschluss nach HGB



Brief des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

die Bio-Gate AG hat im Geschäftsjahr 2024 wichtige Fortschritte bei einer Vielzahl von Projekten in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern erzielt. In der Human-Medizin begleiteten wir beispielsweise die Vorbereitungen eines Kunden zum Start der klinischen Studie zur

CE-Zulassung von mit HyProtectTM beschichteten Hüft-Revisionsimplantaten. Damit sind wir

dem Ziel, nach Vermarktungsstart die Serienbeschichtung der Implantate zu übernehmen, ein



gutes Stück näher gekommen. 05

Im Bereich Dermakosmetik und Wundpflege wurden Neuentwicklungen mit Cannabidiolen (CBD) im Markt eingeführt. Durch die in den vergangenen zwei Jahren erweiterten Produktionskapazitäten am Standort in Bremen erhöhten wir unseren Anteil an der Wertschöpfungskette und ermöglichten dadurch höhere Margen. Gleichzeitig musste so kein Know-how an Fremddienst-leister gegeben werden. Im Bereich Messdienstleistungen erzielten wir im Jahr 2024 maßgebliche Umsatzsteigerungen.

Wir optimierten außerdem die Organisationsstruktur im Konzern und besetzten wichtige Schlüsselpositionen mit hochqualifizierten Mitarbeitern. Das betrifft den Bereich Logistik und Materialwirtschaft, der bei zunehmender Unternehmensgröße eine immer stärkere Bedeutung für uns gewinnt. Ebenso gilt dies für die Beschaffung und den Einkauf, da sich die Zahl unserer Projekte insgesamt weiter erhöht hat.

Die operativen Fortschritte schlugen sich im Geschäftsjahr 2024 jedoch noch nicht im Zahlenwerk nieder. Aufgrund von organisatorischen Änderungen bei einem großen Kunden kamen für den Dezember vorbereitete versandfertige Aufträge erst im Januar und Februar 2025 zur Auslieferung. Zusammen mit kleineren stichtagsbezogenen Verschiebungen führte dies in der

Berichtsperiode 2024 zu einem moderaten Umsatzrückgang auf rund 7,1 Mio. Euro (Vorjahr: 7,3 Mio. Euro). Die Verschiebungen auf der Top-Line wirkten sich auch auf die Ergebniskennzahlen aus: Das EBITDA mit -1,3 Mio. Euro und das Konzernergebnis nach Anteilen Dritter mit -1,6 Mio. Euro lagen nahezu unverändert auf Vorjahresniveau. Unsere im April 2024 kommunizierten Ziele, den Umsatz deutlich zu steigern und EBITDA sowie Konzernergebnis deutlich zu verbessern, erreichten wir indes nicht. Mittel- und langfristig bleiben die Aussichten für die Bio-Gate AG unverändert vielversprechend.

Großes Potenzial für HyProtectTM-Beschichtungen in der Orthopädie

Im Geschäftsfeld Medizintechnik profitieren wir von der erfolgreichen Zusammenarbeit mit unterschiedlichen europa- und weltweit tätigen Medizintechnikunternehmen. Zwei dieser Kooperationspartner gehören sogar zur weltweiten Top15 in der Human-Medizin. Wir unterstützen unsere Kunden im Rahmen des Zulassungsprozesses von Human-Implantaten. Nach der Zulassung werden wir die Serienbeschichtung übernehmen und lizensieren. Durch den jüngsten Studien-start eines Projektpartners sind wir diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Im ersten Quartal 2025 startete eine klinische Studie zur CE-Zulassung von mit HyProtectTM beschichteten Hüft-Revisionsimplantaten. Die Studie wird mit über 200 Patienten durchgeführt und voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein. Nach erfolgter Zulassung wird direkt im Anschluss die Vermarktung der Implantate beginnen.



Die Bio-Gate AG besitzt eine langjährige und im Markt anerkannte Expertise bei antimikrobiellen Beschichtungen, die Infektionen mit multiresistenten Keimen vorbeugen. Unser Fokus liegt dabei auf der Orthopädie. Marktforscher ordnen orthopädische Anwendungen und Produkte mit einem Volumen von 48,3 Milliarden US-Dollar weltweit auf dem vierten Platz in der Medizintechnik ein. Bei einer stetig älter werdenden Bevölkerung steigt die Zahl der orthopädischen Eingriffe. Alleine in den USA erhielten jährlich etwa 260.000 bis 300.000 Menschen Hüftimplantate. Belegt werden diese Zahlen durch Studien renommierter Wissenschaftler. In einer in der orthopädischen Fachzeitschrift "The Journal of Bone & Joint Surgery" veröffentlichten Untersuchung wird auf diesen Bedarf hingewiesen und eine starke Zunahme bei Hüft- und Knie-Operationen in den USA bis ins

06 Jahr 2060 angekündigt.



Mit unserer HyProtect™-Technologie sind wir in der Lage, Implantate antimikrobiell zu beschichten, ohne dass die Biokompatibilität oder das biomechanische Verhalten des Implantats beeinträchtigt werden. Ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal unserer Technologie ist dabei die äußerst geringe Infektionsrate. Damit sind wir ein gefragter Partner bei Herstellern von Implantaten, denn die HyProtect™-Technologie wirkt auch gegen multiresistente Keime. Im Geschäftsjahr 2024 steigerten wir die Erlöse in der Medizintechnik folglich auf 701 TEUR (Vorjahr: 456 TEUR). Es ist jedoch zu beachten, dass unser Medizintechnik-Geschäft mitunter prozentual hohen Umsatzschwankungen unterliegt. In der Projektphase vor der Zulassung fallen Beschichtungs-erlöse - und natürlich auch Meilensteinzahlungen - nicht linear an. Die positive Entwicklung in der Human-Medizin stimmt uns aber zuversichtlich, dass wir hier schon bald positive Cashflows erwirtschaften.

Pflegeprodukte mit medizinischem CBD gefragt

Sehr gute Geschäftsaussichten bieten sich für uns im Geschäftsfeld Dermakosmetik und Wundpflege. Hier entwickeln wir für unsere Kunden dermatologische Hautpflegeprodukte, die auf medizinischem CBD basieren oder in Kombination mit MicroSilverBGTM wirken. Seit der erfolgreichen Markteinführung im Jahr 2023 haben wir eine umfangreiche Angebotspalette für CBD-Produkte aufgebaut. Den Absatz unserer Wirkkosmetik unterstützen wir durch Anwendungsstudien. Von Dezember 2024 bis Januar 2025 wurde beispielsweise von dem unabhängigen dermatologischen Institut Dermatest GmbH, Münster, eine solche Anwendungsstudie für das vitalisierende CBD-Muskel-Gel durchgeführt.

Aufgrund des Studiendesigns und der bestätigten Hautverträglichkeit vergab Dermatest das Testurteil "sehr gut". Für das getestete Produkt dürfen wir zukünftig zudem das 5-Sterne-Siegel verwenden. Das 5-Sterne-Siegel von Dermatest beschreibt langfristige Anwendungstestungen, die größtmögliche Sicherheit bieten und spätere Hautreaktionen weitestgehend ausschließen können. Produkte, die so bewertet werden, dürfen zudem als "klinisch getestet" ausgewiesen werden. Neben erfahrungsgemäß positiven Auswirkungen auf den Absatz werden wir die gewonnenen Daten nutzen, um weitere CBD-Produkte zu entwickeln. So liefert die vorliegende Studie Belege dafür, dass die Wirksamkeit von kosmetischen Produkten in unterschiedlichen Anwendungsbereichen wie zu Beispiel extrem trockene und atopische Haut sowie Anti-Juckreiz durch die Integration von CBD noch erheblich gesteigert werden kann.

Ausblick: Voraussetzungen für Wachstum bei Umsatz und Ertrag geschaffen

Die Bio-Gate verfügt über eine schlanke Aufstellung, die es erlaubt, schnell und flexibel auf neue Markttrends in der Medizintechnik, bei Veterinär, in der Dermakosmetik und Wundpflege sowie



im industriellen Beschichtungsbereich zu reagieren. Die Organisation fördert Synergien zwischen den Geschäftsfeldern, indem zum Beispiel antimikrobielle Beschichtungen für Human-Implantate auch in der Veterinärmedizin verwendet werden.

In den vergangenen Jahren hat die Bio-Gate AG in den Produktionsausbau und in Laborkapazitäten investiert. Dies hat den Anteil an der Wertschöpfungskette erhöht. Der technische und personelle Ausbau der Organisation soll sich im Geschäftsjahr 2025 in den Finanzkennzahlen niederschlagen. Das Management erwartet für 2025 einen deutlichen Umsatzanstieg bei einem gleichzeitig deutlich verbesserten EBITDA und Konzernergebnis. Voraussetzung für diese Prog-

nose ist, dass es bei den derzeitigen Entwicklungsprojekten zu keinen größeren Verzögerungen 07



kommt und die Planungen hinsichtlich der Vermarktung der Produkte erfüllt werden.

Im Juli 2025 grüßen Sie aus Nürnberg herzlich



Marc Lloret-Grau Thomas Konradt

Vorsitzender des Vorstandes (CEO) Vorstand Business Development



Investor Relations

Nebenwerte entwickeln sich 2024 erneut schwächer als Standardwerte

Im Geschäftsjahr 2024 kam es bei der Aktie der Bio-Gate AG zu Kursabschlägen. Nach einem schwä-cheren Jahresstart erholte sich das Papier zunächst deutlich und erreichte am 5. März das Jah-reshoch bei 1,22 Euro. Nach einer stabilen Kursentwicklung in den Monaten Juni und Juli mit Kursen von über einem Euro, sank die Aktie im weiteren Verlauf bis auf das Jahrestief von 0,575 Euro am 12. Dezember. Nach einer Erholungsphase ging der Bio-Gate-Anteilschein am 30.12. mit einem Kurs von 0,79 Euro aus dem Xetra-Handel. Dies entspricht auf Jahressicht einem Minus von knapp 29 Prozent. Die Marktkapitalisierung verminderte sich durch den Kursrückgang auf 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 10,2 Mio. Euro). Die Aktienzahl blieb im Geschäftsjahr 2024 unverändert bei 9.243.691 Stück, wovon

08 rund 37,7 Prozent dem Free Float zuzurechnen sind. Die Aktien der Bio-Gate AG werden auf Xetra, in



Frankfurt, im m:access der Börse München (Freiverkehr) und an unterschiedlichen Regionalbörsen gehandelt.

DAX legt 2024 erneut zweistellig zu

Die führenden Börsen im Euro-Raum profitierten im Börsenjahr 2024 überwiegend von den Zinssen-kungen der Europäischen Zentralbank - und von der Aussicht auf weiter fallende Refinanzierungssät-ze. Ungeachtet der schwachen Konjunktur in Deutschland stiegen besonders die international stark aufgestellten Standardwerte. Der deutsche Blue-Chip-Index DAX40 kletterte 2024 um fast 19 Prozent auf 19.909,14 Punkte. Im Vorjahr lag das Plus sogar bei über 20 Prozent. Während die Aktien der global agierenden Unternehmen überwiegend Kursgewinne erzielten, litten viele heimische Nebenwerte unter den schwierigen Rahmenbedingungen - wie etwa die hohen Energie- und Rohstoffpreise - im Inland. Der auf mittelgroße Technologiewerte ausgerichtete TecDAX verbesserte sich dementsprechend nur leicht um rund 2,4 Prozent auf 3.417,15 Punkte, nachdem im Vorjahr der Zugewinn noch bei über 14 Prozent lag. Noch etwas schwächer präsentierten sich die Nebenwerte im SDAX. Das Kursbarometer fiel im Jahr 2024 um knapp zwei Prozent auf 13.711,33 Stellen zurück. 2023 erreichte der Nebenwerte-Index noch einen Zuwachs von über 17 Prozent.

Schwerpunkte der Investor und Public Relations-Arbeit

Die Bio-Gate AG unterliegt den Publizitätspflichten des m:access. Darüber hinaus stellt sie den Aktionären und der Bereichsöffentlichkeit umfangreiche Informationen auf freiwilliger Basis zur Verfügung und berichtet über die unterjährige Geschäftsentwicklung im Konzern. Im Berichtsjahr 2024 wurde der Kapitalmarkt im Jahresverlauf mit einer Ad hoc-Mitteilung und vier weiteren Pressemitteilungen über geschäftsrelevante Ereignisse informiert. Analog zu der Berichterstattung an die Bereichsöffentlichkeit war die Pflege der Kontakte zur Fach-, Finanz- und Lokalpresse ein Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Bio-Gate AG präsentiert sich regelmäßig den privaten und institutionellen Anlegern sowie der interessierten Öffentlichkeit auf Kapitalmarktkonferenzen. Im Geschäftsjahr 2024 nahm das Management an insgesamt vier Investorenkonferenzen teil. Den Auftakt machte dabei die Münchner Kapitalmarkt Konferenz (MKK) von GBC im April. Im Oktober präsentierte sich die Gesellschaft zudem bei der Börse München auf der M:access-Konferenz, die sich speziell an Investoren mit dem Fokus auf Nebenwerte richtet. Im November nahm das Management der Bio-Gate AG dann erneut an einer Münchner Kapitalmarkt Konferenz (MKK) teil. Neben dem Austausch mit dem Auditorium wurden in Einzelgesprächen mit dem Bio-Gate-Vorstand stets aktuelle und zukünftige Projekte diskutiert, sowie

die Wachstumsstrategie des Unternehmens erläutert. Darüber hinaus präsentierte sich das Unternehmen erstmals beim International Investment Forum (IIF) von GBC im Oktober. Hierbei handelt es sich um ein rein virtuelles Format, welches sich vorrangig an internationale Investoren richtet.

Kursverlauf der Bio-Gate-Aktie 2024

(Xetra, variabler Handel, Schlusskurse)



1,25 EUR

1,10 EUR

0,95 EUR

0,80 EUR



09

0,65 EUR

0,50 EUR

02.01.2024

31.12.2024

Informationen zur Aktie (Stand 31.12.2024)

Anzahl Stückaktien

9.243.691

Grundkapital

9.243.691,00 €

Marktkapitalisierung an 31.12.2024

7,3 Mio. €1

Höchstkurs (05.03.2024)

1,22 €1

Tiefstkurs (12.12.2024)

0,57 €1

Wertpapier-Kennnummer

BGAG98

ISIN

DE000BGAG981

Transparenzlevel

m:access (Freiverkehr)

  1. Auf Basis der Schlusskurse im Xetra-Handel

  2. Nach dem Bilanzstichtag

Analysten-Coverage mit zwei Research-Häusern fortgesetzt

Im Geschäftsjahr 2024 bewerteten die Analysten der GBC AG und von SMC Research die zukünftigen Geschäftschancen der Bio-Gate AG. Die GBC-Analysten bestätigten in ihrer jüngsten Studie vom Oktober 2024 die Kaufempfehlung und nannten ein Kursziel von 3,70 Euro. SMC Research änderte das Rating im Dezember 2024 auf "Hold" (zuvor: "Speculative Buy"), sieht mit einem Kursziel von 2,90 Euro aber weiterhin großes Potenzial für die Bio-Gate-Aktie.

Am 14. Juni 2024 begrüßten Vorstand und Aufsichtsrat die Aktionäre zur ordentlichen Hauptversammlung der Bio-Gate AG in Nürnberg. Die Veranstaltung fand wie gewohnt als Präsenzveranstal-tung statt und erlaubte so den direkten Dialog zwischen den Aktionären und der Geschäftsführung. Der Vorstand präsentierte den anwesenden Anteilsinhabern neben dem Geschäftsmodell und den Geschäftszahlen des Jahres 2023 die etablierte Wachstumsstrategie und die sich daraus ergeben-

Aufsichtsratsbericht › › › 11-13

den Potenziale. Im Anschluss an die Erläuterungen folgte die Generaldebatte, im Rahmen derer der Vorstand alle Fragen der Aktionäre ausführlich beantwortete. Alle abstimmungspflichtigen Tages-ordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit angenommen. Dazu gehörte auch, den Aufsichtsrat um zwei erfahrene und versierte Mitglieder zu erweitern, um das Unternehmen nachhaltig für weiteres Wachstum aufzustellen. Nach dem Ende der offiziellen Veranstaltung standen Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären und Aktionärsvertretern wie gewohnt noch für Fragen und Anregungen zur Verfügung. An dieser Stelle danken Vorstand und Aufsichtsrat allen teilnehmenden Anteilsinhabern für den stets konstruktiven Dialog.

10









Aktionärsstruktur (Stand 31.12.2024, gemäß freiwilligen Meldungen):

Syntos Beteiligungs GmbH EIFFEL Investment Group SAS Karl Richter/RFH Ltd.

Gründer/Management

Streubesitz

38,3 %

10,6 %

9,8 %

3,6 %

37,7 %





Finanzkalender 2025

12. September: Ordentliche Hauptversammlung in Nürnberg

September: Veröffentlichung Halbjahresbericht 2025*

12./13. November: 40. Münchner Kapitalmarkt Konferenz

*) geplant

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

die Bio-Gate AG hat im Geschäftsjahr 2024 wichtige Weichenstellungen vorgenommen und die Organisation im Konzern weiter gestärkt. Im Rahmen dessen wurden unterschiedliche Schlüssel-funktionen, darunter die Bereiche Logistik und Materialwirtschaft sowie die Beschaffung und der Einkauf mit hochqualifizierten Mitarbeitern besetzt. Besonders in der zweiten Jahreshälfte 2024 wirkte sich der in den Vorjahren begonnene Ausbau der Produktion in Bremen und die Stärkung der

Laborkapazitäten in Nürnberg positiv aus. Bei einer Vielzahl von Projekten besitzen wir nun einen 11



größeren Anteil an der Wertschöpfungskette. In der Folge grenzten wir in der zweiten Jahreshälfte den Verlust um mehr als die Hälfte ein. Organisatorische Änderungen bei einem großen Kunden und kleinere stichtagsbezogene Verschiebungen führten jedoch dazu, dass versandfertige Aufträge erst nach dem Bilanzstichtag ausgeliefert werden konnten und wir unsere Finanzziele 2024 ungeachtet der Fortschritte nicht erreichten.

Erweiterung des Aufsichtsrats auf fünf Mitglieder

Um die Bio-Gate AG nachhaltig für zukünftiges Wachstum aufzustellen, erweiterten wir den Aufsichtsrat um zwei erfahrene und versierte Mitglieder auf nun fünf Personen. Die Hauptversammlung stimmte im Juni 2024 dem Vorschlag der Verwaltung zu und wählte die Herren Karl Richter, Volker Rofalski und Prof. Dr. Dr. Volker Alt erneut in den Aufsichtsrat. Als neue Mitglieder wurden Herr Stefan Berger und Herr David S. Haffner von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt.

Vorstand und Aufsichtsrat sind davon überzeugt, dass David S. Haffner und Stefan Berger mit ihrer langjährigen, international geprägten Expertise, ihrer Erfahrung und ihrer Persönlichkeit das Kontrollgremium der Bio-Gate AG bereichern werden. Stefan Berger verfügt als ehemaliger CEO sowie Aufsichtsrat vor allem im Finanzbereich über exzellente Kontakte. David S. Haffner verfügt als ehemaliger CEO und Chairman von global tätigen Industrieunternehmen über starke Netzwerke in die weltweiten Industrien. Beide Herren möchten Ihre Expertise aktiv in unser Unternehmen einbringen.

Schwerpunkte der Beratungen

Die personelle Besetzung von Schlüsselpositionen war im Geschäftsjahr 2024 ein Schwerpunkt im Dialog zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Ein gestiegener Anteil an der Eigenproduktion und erhöhte Kapazitäten erforderten eine Optimierung von Logistik und Materialwirtschaft sowie Beschaffung und Einkauf.

Daneben bildeten die Projekte in der Human-Medizintechnik und bei Dermakosmetik und Wundpflege einen Beratungsschwerpunkt. In der Human-Medizintechnik startete ein Projektpartner eine klinische Studie zur CE-Zulassung von mit HyProtectTM beschichteten Revisionsimplantaten in der Hüftendoprothetik. Das bringt die Gesellschaft näher an eine mögliche Serienproduktion im Falle einer erfolgreichen Zulassung und bedurfte frühzeitiger Weichenstellungen. Darüber hinaus erfolgten engere Abstimmungen in den Bereichen Dermakosmetik und insbesondere Wundpflege. Eine von einem Kunden durchgeführte Anwendungsstudie zum Jahreswechsel 2024/25 lieferte Daten-material, welches genutzt werden soll, um zukünftig neue CBD-Pflegeprodukte für unterschiedliche Anwendungsbereiche zu entwickeln und erfolgreich zu vermarkten.

Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2024 hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung der Bio-Gate AG bei der Leitung

Aufsichtsratsbericht › › › 11-13

des Unternehmens eng begleitet, sorgfältig überwacht und ihr beratend zur Seite gestanden. Die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben hat der Aufsichtsrat umfassend wahrgenommen. Er hat sich von der Recht-, Ordnungs- und Zweckmäßigkeit der

Geschäftsführung überzeugt. Der Vorstand hat die Mitglieder des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Lage des Konzerns und einzelner Tochtergesellschaften unterrichtet.

Der Vorstandsvorsitzende informierte den Aufsichtsrat auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen

12 regelmäßig und zeitnah über die aktuellen Entwicklungen. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat



vom Vorstand ordnungsgemäß über das Risikomanagement und die Risikolage unterrichten lassen. Durch den engen Kontakt zum Vorstand hat sich der Aufsichtsrat ein umfassendes Bild von den Aktivitäten der Bio-Gate AG gemacht und das Unternehmen in seiner Entwicklung intensiv begleitet. Den vorgeschlagenen Maßnahmen sowie den nach Gesetz und Satzung zustimmungspflichtigen Geschäften stimmte der Aufsichtsrat nach gründlicher eigener Prüfung und eingehender Beratung mit dem Vorstand zu.

Kernthemen der Sitzungen des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2024 traf sich der Aufsichtsrat zu insgesamt sechs Sitzungen, die am 30. Januar,

16. April, 14. Juni, 31. Juli, 24. September und 11. November stattfanden. Während die ersten drei Sitzungen als Präsenzveranstaltungen abgehalten wurden, bei denen Mitglieder zudem telefonisch oder per Videokonferenz teilnahmen, fanden die Termine im Juli und September ausschließlich als Videokonferenz statt. Im November traf sich das Gremium am Standort in Bremen, wobei ein Mitglied des Aufsichtsrats per Videoschalte teilnahm. Mit Ausnahme der November-Sitzung, an dem ein Mitglied des Kontrollgremiums entschuldigt fehlte, nahmen alle Aufsichtsräte und Vorstände an den Terminen teil. Ausschüsse wurden darüber hinaus keine gebildet.

In der Sitzung am 30. Januar 2024 berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über den aktuellen Stand der Jahresabschlussprüfung für 2023 und die bislang ermittelten vorläufigen Geschäftszahlen. Neben einem Bericht über die wichtigsten Projekte und die Entwicklung in den Geschäftsfeldern wurden personelle Optionen für neu zu besetzende Schlüsselstellen diskutiert. Am 16. April standen Abstimmungen mit dem Wirtschaftsprüfer im Rahmen der aktuellen Jahresabschlussprüfung im Mittelpunkt. Das Gremium einigte sich darauf, die Billigung von Jahresabschluss und Geschäftsbericht im Umlaufverfahren vorzunehmen. Zudem wurden Vorbereitungen für die anstehende Hauptversammlung getroffen.

Die Aufsichtsratssitzung vom 14. Juni fand im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung der Bio-Gate AG in Nürnberg statt. Hierbei handelte es sich um die konstituierende Sitzung des neu zusammengesetzten Aufsichtsrats. Die im Amt bestätigten Mitglieder Karl Richter, Volker Rofalski und Prof. Dr. Dr. Volker Alt wählten zusammen mit den neu in den Aufsichtsrat berufenen Mitgliedern Stefan Berger und David S. Haffner einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden. In der Wahl wurden Karl Richter als Aufsichtsratsvorsitzender und Volker Rofalski als dessen Stellvertreter bestätigt.

Am 31. Juli berichtete die Geschäftsführung über den aktuellen Stand bei der Besetzung von Schlüsselpositionen. Routinemäßig gab der Vorstand zudem einen ausführlichen Bericht zu der Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern und der wirtschaftlichen Situation. Dazu beriet das

Gremium über neue Informationen des Wissenschaftlichen Ausschusses Verbrauchersicherheit der EU. In der Sitzung am 24. September wurden neben der aktualisierten Finanzübersicht außerdem ausgewählte Projekte detailliert diskutiert. Dazu gehörte beispielsweise die bevorstehende Anwendungsstudie für ein CBD-Pflegeprodukt von Bio-Gate.

Am 11. November traf sich das Kontrollgremium zur sechsten und letzten Sitzung für das Jahr 2024. Neben einem Überblick über die finanzielle Entwicklung im Bio-Gate Konzern und in den einzelnen Geschäftsfeldern berichtete der Vorstand über neue Produktinnovationen im Bereich der Tierpflege und deren Vermarktungspotenziale. Dabei handelte es sich um Pflegeprodukte für Nutz-

tiere, speziell für Pferde. Darüber hinaus wurden Potenziale im Wundpflegebereich eruiert. Der Vor- 13



stand erläuterte die Vertragsgestaltung mit den neu gewonnen Kunden und die Vertriebsstrategie.

Jahres- und Konzernabschluss, Abschlussprüfung

Der von der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2024 gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer, Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, hat den vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der Bio-Gate AG für das Geschäftsjahr 2024 und den Konzernabschluss der Bio-Gate-Gruppe sowie den Konzernlagebericht der Bio-Gate-Gruppe unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

In seiner Sitzung am 30. Juli 2025 erörterten der Aufsichtsrat und der Wirtschaftsprüfer die Inhalte und Ergebnisse der Prüfung. Der Prüfungsbericht zum Einzelabschluss sowie die erforderlichen Unterlagen zum Konzernabschluss lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats am 30. Juli vor. Gemeinsam mit dem Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat den Prüfbericht diskutiert, intern beraten und nach einer eigenständigen Prüfung dem Ergebnis des Wirtschaftsprüfers zugestimmt. Gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss bestanden keinerlei Einwände. Dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben die Mitglieder des Aufsichtsrats am 30. Juli zugestimmt.

Der Konzernlagebericht stimmt mit der eigenen Einschätzung des Aufsichtsrats über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überein. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss am 30. Juli festgestellt und den Konzernabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2024 mit Beschluss vom

30. Juli 2025 gebilligt. Der Jahresabschluss der Bio-Gate AG ist damit ordnungsgemäß nach § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands an, den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorzutragen. Auch im Geschäftsjahr 2025 wird der Aufsichtsrat eng mit dem Vorstand zusammenarbeiten und ihn in strategischen und geschäftlichen Fragen kritisch begleiten und konstruktiv unterstützen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, der Geschäftsführung der Tochtergesellschaften und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bio-Gate-Gruppe für ihr großes Engagement. Durch die jederzeit vertrauensvolle und zielführende Zusammenarbeit ist es gelungen, die Unternehmensstruktur weiter zu optimieren und die Gesellschaft für zukünftiges Wachstum aufzustellen. Wir danken Aktionären, Kunden und Geschäftspartnern für das der Gesellschaft entgegengebrachte Vertrauen.

Nürnberg, im Juli 2025 Karl Richter

(Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Konzernlagebericht und Konzernanhang 2024 der Bio-Gate AG, Nürnberg



Geschäftsbericht 2024

Konzernlagebericht 2024 der Bio-Gate AG, Nürnberg

  1. Grundlagen des Konzerns

    1. Geschäftsmodell des Konzerns

      Produkte und Anwendungsbereiche

      Die Bio-Gate AG (Bio-Gate) ist ein führender Anbieter von innovativen Gesundheitstechnologien. Das Unternehmen ist diversifiziert aufgestellt und profitiert von Synergien zwischen allen Geschäftsfeldern. Ein Schwerpunkt im Portfolio der Bio-Gate ist die Medizintechnik. Hier werden in der Human- und Veterinärmedizin überwiegend Implantate beschichtet, die aufgrund der antimikrobiellen Wirkung Infektionen vorbeugen und den Einsatz von Antibiotika reduzieren können. Dies hilft, gefährliche Resistenzen zu verhindern. Im Bereich Derma-Kosmetik und Wundpflege entwickelt Bio-Gate Produkte mit antimikrobiellen und biologisch wirksamen Eigenschaften für Mensch und Tier.

      Die Tochtergesellschaften

      Die Bio-Gate AG mit Sitz in Nürnberg ist die Muttergesellschaft des Bio-Gate-Konzerns. Sie verfügt über zwei Tochtergesellschaften: Die QualityLabs BT GmbH (QualityLabs), Nürnberg, betreibt ein akkreditiertes, mikrobiologisches Testlabor und die VetInnovations GmbH (VetInnovations), ebenfalls mit Sitz in Nürnberg, ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Bio-Gate und dem Labordienstleister LABOKLIN Labor für klinische Diagnostik GmbH & Co. KG aus Bad Kissingen. Die von Bio-Gate entwickelten und hergestellten dermatologischen Pflegeprodukte werden über die Tochtergesellschaft an Tierärzte und Veterinärkliniken vertrieben. Bio-Gate hält an dem Gemeinschaftsunternehmen einen Anteil von 60 Prozent.

    2. Ziele und Strategien

      Vorrangiges Ziel ist es, einen positiven Jahresüberschuss auf Konzernebene zu erreichen und nachhaltig profitabel zu wachsen. Darauf aufbauend soll der Unternehmens-wert für die Aktionäre stetig gesteigert werden. Primäre Absatzmärkte sind die Medizintechnik, das Veterinärgeschäft, Consumer Healthcare sowie eine Vielzahl von Industrien für die Oberflächenbeschichtung. In den vergangenen Jahren schloss die Gesellschaft zahlreiche Kooperationen mit international tätigen Partnern, um den Umsatz in den globalen Zielmärkten zügig zu erhöhen. Mit dieser Strategie gelang der Eintritt in Märkte, die

      Bio-Gate wegen noch fehlender Größe und hoher Vorlauf-kosten alleine nicht hätte erschließen können.

      Bio-Gate setzt die Geschäftsstrategie unverändert fort: Über alle Geschäftsfelder hinweg wird zusammen mit aktuellen Kunden weiteres Wachstum angestrebt. Dazu sollen neue Abnehmer und Projekte akquiriert sowie Produkte und Technologien weltweit angeboten werden. Teil der Strategie ist die schrittweise Übertragung der

      Basistechnologien auf neue Geschäfts- und Anwendungs- 15

      bereiche.

    3. Steuerungssystem

      Das Steuerungssystem der Bio-Gate ist darauf ausgerichtet, die Zielerreichung zu unterstützen. Es reicht von standardisierten Planungsrechnungen für die einzelnen Projekte bis hin zu einer integrierten Budgetplanung auf Unternehmensebene für die Ergebnis- und Cashflow-Planung. Monatliche Soll-Ist-Auswertungen zeigen zeitnah eventuelle Planabweichungen, anhand derer Handlungs-alternativen erarbeitet werden können. Dazu werden regelmäßige Projektbesprechungen und monatliche Managementmeetings durchgeführt. Die wichtigsten Steuerungsgrößen im Konzern sind Umsatz, EBITDA

      und das Jahresergebnis.

    4. Forschung und Entwicklung, Schutzrechte

      Im Bereich Forschung und Entwicklung werden im Unternehmen vorhandene Technologien auf neue Produkte und Anwendungen übertragen. Erfolgreiche Beispiele hierfür sind die Beschichtungen und die Wundpflegeprodukte

      im Veterinärgeschäft, die ihren Ursprung bei Human-An-wendungen hatten. Ein weiterer Schwerpunkt ist es, das Technologieportfolio schrittweise zu erweitern.

      Zum Jahresende 2024 hielt Bio-Gate eine Vielzahl von Patenten und Länderzulassungen im hohen zweistelligen Bereich in den wachstumsstarken Märkten Nordamerika, Europa und Asien. Das bestehende Patentportfolio wird regelmäßig daraufhin überprüft, inwieweit sich neue Verwertungsmöglichkeiten ergeben. Darüber hinaus wird der Markt gezielt nach Wettbewerbsprodukten untersucht, die die Patente von Bio-Gate verletzen könnten.



  2. Wirtschaftsbericht
    1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen1

      Deutsche Wirtschaft im Jahr 2024 geschrumpft

      Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im Jahr 2024 auf preis- und kalenderbereinigter Basis gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts verminderte

      16 sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent. Im



      Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent.

      Medizintechnik-Weltmarkt wächst 2024 zweistellig

      Von Januar bis August 2024 ist die Medizintechnikbranche in Deutschland um 1,6 Prozent gewachsen. Auf Basis der Zahlen des Statistischen Bundesamts rechnet der Indus-trieverband SPECTARIS e.V. auch für das Gesamtjahr

      mit einer ähnlichen Entwicklung und schätzt so einen Gesamtumsatz von rund 41 Mrd. Euro für die Branche. Laut den Prognosen von Frost & Sullivan lag das Wachstum des Medizintechnik-Weltmarkts 2024 deutlich über dem Zuwachs in Deutschland. Das Volumen erhöhte sich global um 10,7 Prozent auf rund 578 Mrd. US-Dollar, nach 522 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das größte Volumen entfiel dabei auf Nordamerika mit 213,9 Mrd. US-Dollar, vor Asien und Pazifik mit 167,6 Mrd. US-Dollar und Europa mit 150,3 Mrd. US-Dollar.

      Antimikrobielle Beschichtungen weltweit stark nachgefragt

      Antimikrobielle Beschichtungen von Medizintechnikprodukten sollen nach Schätzungen der Branchenexperten von Market Research Future im Jahr 2024 ein Volumen von 5,0 Mrd. US-Dollar erreicht haben. Bis zum Jahr 2032 kalkuliert das Analyse-Unternehmen sogar mit mehr als einer Marktverdopplung auf dann 10,4 Mrd. US-Dollar.

      Das entspricht jährlichen Wachstumsraten von elf Prozent. Begründet wird diese Entwicklung mit der stark zunehmenden Zahl an nosokomialen Infektionen in den Krankenhäusern und Kliniken.

      Körperpflegemittel und Produkte zur Selbst-Medikation gefragt

      2024 stieg der Markt für Körperpflege insgesamt um sieben Prozent auf mehr als 16,9 Mrd. Euro. Im Teilsegment Haut- und Gesichtspflege verbesserte sich der Umsatz um 6,3 Prozent auf gut 3,6 Mrd. Euro. Der globale Con-

      sumer Healthcare-Markt wiederum erreichte 2024 nach Schätzungen der Branchenexperten von Research And Markets ein Volumen von knapp 357 Mrd. US-Dollar -nach gut 333 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Dies entspricht einem Wachstum von 7,2 Prozent. Bis 2030 soll der Markt durchschnittlich um 7,4 Prozent zulegen.

      Veterinärmarkt mit konstant starkem Zuwachs

      Im Veterinärgeschäft ist die Angebotspalette schwerpunktmäßig auf Hunde und Katzen ausgerichtet. Laut Daten des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. lebten im Jahr 2023 mehr als 34,3 Mio. Heimtiere in deutschen Haushalten. Dabei führen Katzen mit 15,7 Mio. und Hunde mit 10,5 Mio. die Beliebtheitsskala an. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz 2023 im stationären und online-Handel auf fast 7,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um über 9,2 Prozent. Für den globalen Tierpflege-Markt ermittelten die Volkswirte von Research And Markets ein Volumen von gut 226,9 Mrd. US-Dollar.

    2. Allgemeiner Geschäftsverlauf

      Im Geschäftsjahr 2024 hat die Bio-Gate AG im Geschäftsfeld Medizintechnik von Meilensteinzahlungen im Human-Bereich und von steigenden Beschichtungszahlen im Veterinärgeschäft profitiert. Zudem wirkten sich die in den Vorjahren getroffenen Ausbau-Maßnahmen bei

      den Labordienstleistungen der Tochtergesellschaft QualityLabs positiv aus. Demnach erzielten die Geschäftsfelder Medizintechnik und Messdienstleistungen prozentual zweistellige Zuwachsraten. In der Dermakosmetik und Wundpflege profitierte die Gesellschaft unter anderem von neu eingeführten Pflegeprodukten mit Cannabidiolen (CBD), wenngleich der Bereichsumsatz sank.

      Bei den Tierpflegeprodukten kam es zu einem unplan-mäßigen Rückgang. Für den Umsatzrückgang waren überwiegend organisatorische Änderungen bei einem großen Kunden verantwortlich. Bereits vorliegende und versandfertige Aufträge wurden daher erst zu Beginn des Geschäftsjahres 2025 ausgeliefert, was zu einer Umsatz-verschiebung führte. Ohne diese zeitliche Verschiebung wäre der Absatz mit Tierpflegeprodukten stabil geblieben. Im Bereich Industrie & Hygiene wurden erste kleinere Projekte mit der neuen IMC-Technologie für Kunden ausgeführt. Diese reichten jedoch noch nicht aus, um die

      insgesamt geringere Nachfrage nach Hygiene-Artikeln zu kompensieren.

      Informationen zu den Geschäftsfeldern, Projekten und Produkten (Auswahl)

      1. Medizintechnik

        Die Beschichtungen in der Medizintechnik basieren auf der etablierten Plattform-Technologie HyProtect™. Mit HyProtect™ ist Bio-Gate in der Lage, Implantate antimikrobiell zu beschichten, ohne dass die Biokompatibilität oder das biomechanische Verhalten des Implantats beeinträchtigt werden. Im Berichtsjahr 2024 standen Projekte mit unterschiedlichen Implantat-Herstellern im Bereich der Human-Medizin im Vordergrund. Dabei

        wurden Kunden beim gemeinsamen Projektmanagement der Medizintechnikprojekte sowie beim Applikations-engineering unterstützt. Einen wichtigen Schritt zur angestrebten Serienbeschichtung von orthopädischen Implantaten erreichte die Bio-Gate AG durch den Start der klinischen Studie eines Projektpartners mit über

        200 Patienten. Diese Studie wird in drei europäischen Ländern durchgeführt. Sie dient der Zulassung der beschichteten Revisionsimplantate.

        Ein weiterer Projektpartner plant ebenfalls eine klinische Studie. Hier sollen neben Revisionsimplantaten auch Pri-märimplantate eingesetzt werden. Der Start dieser Studie ist für 2027 geplant.

        Im Geschäftsjahr 2024 stiegen die Erlöse in der Medizintechnik auf 701 TEUR (Vorjahr: 456 TEUR).

        Medizintechnische Beschichtungen für den Veterinärmarkt

        Zum Geschäftsfeld Medizintechnik zählen außerdem die HyProtect™-Beschichtungen für den Tiermarkt. Bislang hat Bio-Gate mehr als 175.000 Tierimplantate beschichtet, davon überwiegend TPLO-Knochenplatten für Hunde,

        die zur chirurgischen Versorgung des Kreuzbandrisses eingesetzt werden. Die hohe Qualität der Beschichtungen von Bio-Gate wird durch eine sehr niedrige Infektionsrate von deutlich unter einem Prozent belegt. In der bisherigen Praxis, ohne die Technologie von Bio-Gate einzusetzen, sind Infektionsraten von über 20 Prozent keine Seltenheit. In der Berichtsperiode stieg die Zahl der Bestellungen von mit HyProtect™ beschichteten Tierimplantaten.

      2. Veterinär

        Pflegeprodukte für den Tiermarkt

        Im Veterinärgeschäft entwickelt Bio-Gate auf Basis innovativer Technologien dermatologische Produkte für den Heim- und Nutztiermarkt. Als Systemanbieter erbringt das Unternehmen nahezu alle Dienstleistungen von der Konzeption über das Management bis hin zum fertigen Produkt. Durch die in den vergangenen Jahren voran-getriebene Internationalisierung werden die Pflegepro-

        dukte in vielen europäischen Ländern, in Nordamerika 17



        und in Asien angeboten. Im Geschäftsjahr 2024 bildeten Kooperationen mit führenden Handelsketten und Online-Vertrieben für den Retail-Markt einen Schwerpunkt. Die Erlöse im Geschäftsfeld Veterinär erreichten 1.925 TEUR (Vorjahr: 2.008 TEUR).

      3. Derma-Kosmetik und Wundpflege (Humangeschäft) Die Bio-Gate AG verfügt über ein sehr umfangreiches Portfolio medizinischer Pflegeprodukte, das kontinuierlich mit innovativen Entwicklungen ergänzt wird. Ziel ist es, Trends frühzeitig zu erkennen und die neuen Produkte überwiegend über Vertriebspartner schnell in den Markt zu bringen. Mit dem Schwerpunkt auf MicroSilver BGTM werden maßgeblich medizinische, dermakosmetische Pflegeprodukte veredelt. Ein wichtiger Zielmarkt ist Consumer Healthcare, in dem ein hohes Volumen an Produkten für Selbst-Medikation umgesetzt wird. Im Geschäftsjahr 2024 lagen die Umsätze bei Dermakosmetik und Wundpflege bei 3.636 TEUR (Vorjahr: 3.928 TEUR).

      4. Industrie und Hygiene

        Die Bio-Gate AG liefert je nach Bedarf Lösungen für die breit gefächerten kundenorientierten Ansätze.

        Über eingearbeitetes Mikrosilber können beispielsweise Kunststoffe antimikrobiell ausgestattet werden. Mit der Plattform-Technologie IMC ist es möglich, Oberflächen-und Oberflächeneigenschaften zu modifizieren und zu funktionalisieren. Das gilt beispielsweise bei Beschichtungen zum Oberflächenschutz in unterschiedlichen Industrien, wie etwa bei der Medizintechnik-Geräteher-stellung. Außerdem ist die Bio-Gate hier im Gespräch mit einem größeren globalen Hersteller von Personal Care und Consumer Instrumenten wegen der Schutz-beschichtung dieser Instrumente. Das Projekt soll 2025 realisiert werden. Bei Industrie und Hygiene reduzierte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 auf 169 TEUR (Vorjahr: 319 TEUR).



        1 Redaktionsschluss für die volkswirtschaftlichen Daten: 29.01.2025

      5. Messdienstleistungen

        Die Bio-Gate AG betreibt über die Tochtergesellschaft QualityLabs BT GmbH ein akkreditiertes, mikrobiologisches Testlabor für kunden- und produktspezifische Prüfungen mit Fokus auf antimikrobiellen und antiviralen Eigenschaften. Dafür ist das Prüflabor nach ISO DIN EN 17025 von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditiert. Durch die in den Vorjahren erweiterten Laborkapazitäten und Umstrukturierungen gelang es,

        18 zusätzliche Aufträge zu generieren. Folglich stieg der



        Umsatz im Geschäftsjahr 2024 auf 622 TEUR (Vorjahr: 534 TEUR).

    3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

      Im Berichtsjahr 2024 verminderte sich der Umsatz leicht um knapp 3 Prozent auf 7.053 TEUR (Vorjahr: 7.245 TEUR). Konzernweit entfielen fast 72 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent) der Erlöse auf das Inland. Durch einen Lageraufbau erhöhte sich der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen um 243 TEUR. Die aktivierten Eigenleistungen für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände verminderten sich auf 38 TEUR (Vorjahr: 61 TEUR). Die Gesamtleistung erhöhte sich damit auf 7.333 TEUR (Vorjahr 6.644 TEUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken deutlich auf 123 TEUR (Vorjahr: 172 TEUR).

      Bei den Aufwandspositionen erhöhte sich der Materialaufwand auch wegen der Bevorratung für kommende Aufträge auf 3.198 TEUR (Vorjahr: 2.766 TEUR). Der Personalaufwand stieg aufgrund der höheren Mitar-beiterzahl und interner Veränderungen auf 3.049 TEUR (Vorjahr: 2.836 TEUR). Materialaufwandsquote und Personalaufwandsquote bleiben in Relation zur Gesamtleistung nahezu konstant. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 2.512 TEUR (Vorjahr: 2.540 TEUR). Diese beinhalten überwiegend Verwaltungs-aufwendungen und Vertriebsaufwendungen sowie Betriebsaufwendungen. Das EBITDA lag mit -1.304 TEUR leicht über Vorjahr (Vorjahr: -1.327 TEUR). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen erhöhten sich auf 304 TEUR (Vorjahr: 267 TEUR). In der Folge zeigte sich das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) mit

      -1.608 TEUR (Vorjahr: -1.594 TEUR) stabil. Die Zinsauf-

      wendungen lagen mit -56 TEUR (Vorjahr: -48 TEUR) über

      Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter am Verlust betrug analog zum Vorjahr -1.622 TEUR.

      Vermögens- und Finanzlage

      Auf der Aktivseite der Bilanz reduzierte sich das Anlagevermögen überwiegend wegen planmäßiger Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen auf 1.695 TEUR (Vorjahr: 1.893 TEUR). Das Umlaufvermögen fiel deutlich auf 2.193 TEUR (Vorjahr: 3.346 TEUR). Grund hierfür war maßgeblich der Rückgang bei den flüssigen Mitteln. Die Vorräte stiegen wegen verspäteter Auslieferung von Fertigerzeugnissen zu Beginn 2025 auf 1.595 TEUR (Vorjahr: 1.300 TEUR). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verminderten sich hingegen auch wegen stichtagsbedingter Effekte auf 301 TEUR (Vorjahr 720 TEUR). Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken auf 297 TEUR (Vorjahr: 1.327 TEUR).

      Auf der Passivseite der Bilanz sank das Eigenkapital überwiegend wegen des negativen Jahresergebnisses auf 1.787 TEUR (Vorjahr: 3.451 TEUR). Die Fremdkapitalposition stieg dementgegen auf 2.159 TEUR (Vorjahr: 1.808 TEUR). Im Rahmen dessen erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 603 TEUR (Vorjahr: 542 TEUR) und die sonstigen Verbindlichkeiten auf 752 TEUR (Vorjahr 557 TEUR). Dabei beinhalten die sonstigen Verbindlichkeiten im Wesentlichen Darlehen von Ankeraktio-nären sowie Verbindlichkeiten für geleaste Sachanlagen. Die Eigenkapitalquote erreichte 45,3 Prozent (Vorjahr: 65,6 Prozent) und die Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf 3.946 TEUR (Vorjahr: 5.259 TEUR).

      Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war mit -1.217 TEUR (Vorjahr: -977 TEUR) negativ. Maßgeblich für diese Entwicklung war neben dem Periodenergebnis vor außerordentlichen Posten auch der Vorratsaufbau.

      Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag bei -106 TEUR (Vorjahr: -92 TEUR) und enthält Investitionen für Sachanlagen und in das immaterielle Anlagevermögen. Beim Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit verzeichnete das Unternehmen einen Zufluss von 293 TEUR (Vorjahr: 785 TEUR) aus Darlehen. Insgesamt reduzierten sich die liquiden Mittel, die sich aus dem Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten zusammensetzen, auf

      297 TEUR (Vorjahr: 1.327 TEUR).

    4. Vorjahresvergleich und Gesamtaussage

      Die Bio-Gate AG verbuchte im Berichtsjahr 2024 einen Umsatzrückgang um knapp 3 Prozent. Positive Effekte durch in den Vorjahren erweiterte Kapazitäten in der Beschichtung, in der Produktion und im Laborgeschäft der Tochtergesellschaft QualityLabs sowie durch eine höhere Wertschöpfungstiefe bei einzelnen Projekten wirkten sich jedoch maßgeblich wegen Umsatzverschiebungen über den Bilanzstichtag hinaus nicht in den Geschäftszahlen aus. Die Gesamtleistung stieg hingegen überwiegend wegen der Erhöhung des Bestands an fertigen Erzeugnissen für die Produktion im Januar. Infolge des Umsatz-rückgangs und der Anlaufkosten in der Eigenfertigung verbesserte sich das EBITDA nur leicht, während das Konzernjahresergebnis stabil zum Vorjahr blieb - jedoch unverändert im Minus lag.

      Bilanziell sank das Eigenkapital auf knapp 1,8 Mio. Euro und die Eigenkapitalquote lag mit 45,3 Prozent deutlich unter dem Vorjahr. Die Liquidität im Konzern fiel auf

      0,3 Mio. Euro. Um das für 2025 geplante operative Wachstum planmäßig umzusetzen, Vorleistungen für neue Projekte zu erbringen und um die Markteinführung bereits fertig entwickelter Produkte zügig zu starten, platzierte das Unternehmen nach dem Bilanzstichtag bis zum Juni 2025 Wandelanleihen, wodurch dem Unternehmen rund 0,6 Mio. Euro an frischen Mitteln zugeflossen sind. Vorstand und Aufsichtsrat werten die zukünftigen Marktpotenziale der innovativen Beschichtungstechno-logien sowie der vielzähligen, neuen und bereits erfolgreich im Markt etablierten Produkte als nachhaltig, um den Umsatz deutlich zu steigern und das Unternehmen zeitnah in die Gewinnzone zu führen.

      Insgesamt ist die Lage der Gesellschaft nach Einschätzung des Vorstands zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der beschriebenen Gegebenheiten aber herausfordernd.

      Personal

      Der Bio-Gate Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2024 durchschnittlich 44 (Vorjahr: 43) und zum Stichtag

      31.12.2024 45 (Vorjahr: 42) Mitarbeiter inklusive der Vorstände. Darüber hinaus bestehen Vereinbarungen mit freiberuflichen Mitarbeitern. Der Pro-Kopf-Umsatz

      je Mitarbeiter lag per Ende 2024 somit bei rund 157 TEUR (Vorjahr: 168 TEUR).

  3. Chancen- und Risikobericht
    1. Risiken der künftigen Entwicklung

      Risikomanagement im Bio-Gate Konzern

      Das Risikomanagement ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung. Es unterstützt die Beurteilung und die Steuerung von Risiken und fördert im Gegenzug, dass Chancen erkannt und wahrgenommen werden.

      Der Erfolg wirtschaftlichen Handelns hängt davon ab, 19



      dass der zu erwartende Ertrag die eingegangenen und potenziellen Risiken übertrifft. Um Chancen und Risiken abwägen zu können, verfügt Bio-Gate über ein mehrstu-figes Risiko-Management-System, das in das bestehende Unternehmenssteuerungssystem integriert ist. Ziel des Risiko-Management-Systems ist es, frühzeitig Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können, zu erkennen und diese mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten sowie mögliche Gegenmaßnahmen zu definieren.

      Die finanziellen Risiken werden bis in die Projektebene über monatliche Soll-Ist-Auswertungen zeitnah erfasst und analysiert. Gerade bei langen Projektlaufzeiten im Bereich der medizintechnischen Lösungen können zum Beispiel im Rahmen von Tierstudien, Zulassungsver-fahren und gesetzlichen Neuregelungen zeitliche oder finanzielle Abweichungen vom ursprünglichen Projektplan auftreten. Durch den permanenten und intensiven Austausch mit den Projektpartnern soll sichergestellt werden, dass derartige Abweichungen rechtzeitig erkannt, analysiert und Lösungen erarbeitet werden.

      Das Qualitätsmanagementsystem der Bio-Gate ist nach den internationalen Normen ISO 9001 und - speziell für Medizinprodukte - nach ISO 13485 zertifiziert. Das

      jüngste Überwachungs-Audit aus dem Jahr 2024 führte zu keinerlei Beanstandungen. Das der Zertifizierung zugrunde liegende Management-Handbuch regelt weitere Maßnahmen der Risikosteuerung, die auch regelmäßig bei Re-Zertifizierungs-Audits von externen Auditoren überprüft werden.

      Nachfolgend sind die derzeit identifizierten Risiken in einer Rangfolge entsprechend ihrer relativen Bedeutung für die Bio-Gate AG und ihrer Tochtergesellschaften dargestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass darüber hinaus

      weitere Risiken existieren, die derzeit vom Management nicht erkannt sind oder deren Eintrittswahrscheinlichkeit für vernachlässigbar gering eingeschätzt wird. Für alle identifizierten Risiken wurde bestmögliche Vorsorge getroffen.

      Risiken aus zukünftigen Projektverschiebungen Verzögerungen bei Projekten können sich negativ auf den Geschäftsverlauf der Bio-Gate auswirken und in der Folge

      20 Umsatz, Ergebnis und Liquidität unplanmäßig belasten.



      Mit einer entsprechenden Vorsorge im Rahmen des Risiko-Management-Systems gelang es dem Vorstand stets, durch die Platzierung geeigneter Finanzinstrumente die Liquidität konzernweit zu sichern. Um Abweichungen rechtzeitig während des laufenden Produktionsprozesses zu erkennen, wird auf ein geeignetes und erprobtes System zur Überwachung der Abläufe in den Anlagen

      von Bio-Gate zurückgegriffen. Das Überwachungssystem wird regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt.

      Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen

      Bio-Gate ist in erheblichem Umfang von regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa, in den USA und in Asien abhängig, die das Unternehmen naturgemäß nicht beeinflussen kann. Bedingungen für Produkt- und Verfahrens-zulassungen können geändert oder verschärft werden. Bei hieraus resultierenden Verzögerungen in technischen oder bevorstehenden klinischen Evaluierungsprozessen können Umsatz- und Ertragseinbußen drohen. Innerhalb eines Entwicklungsprojekts können zudem Probleme auftreten, die nicht während eines vernünftigen Zeitrah-mens oder mit vertretbarem finanziellem Aufwand zu lösen sind. Im Falle des Projektabbruchs wären die bisher aufgewendeten Entwicklungskosten verloren und zukünftige Umsatzerwartungen beeinträchtigt. Die Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen betreffen maßgeblich die Beschichtungen in der Medizintechnik. Durch eine enge Zusammenarbeit bei Entwicklungsprojekten mit international tätigen Partnern und Kunden, die über eine hohe Expertise mit Medizintechnikanwendungen verfügen, konzentriert sich Bio-Gate nur auf langfristig aussichtsreiche Projekte.

      Risiken aus wesentlichen Kooperationsverträgen

      Bei Kooperationen ist Bio-Gate auf den Erfolg und die Unterstützung der Partner angewiesen. Hieraus können sich Risiken ergeben, die nicht im Einflussbereich des

      Bio-Gate-Konzerns liegen. Denn die Umsetzung von Projekten innerhalb der definierten Zeitpläne und die erfolgreiche Vermarktung der daraus resultierenden Produkte sind Gemeinschaftsaufgaben. Die Gesellschaft und der jeweilige Projektpartner sind bestrebt, durch enge Kooperation und Abstimmung die laufenden Projekte wie geplant umzusetzen. Es besteht überdies das Risiko, dass bei Entwicklungsprojekten einer der Partner sein vertraglich vereinbartes Kündigungsrecht wahrnimmt. Meilensteinzahlungen können somit hinfällig werden.

      Bio-Gate reduziert die Risiken aus Kooperationen durch eine sehr intensive Zusammenarbeit mit den Partnern. Dennoch können bei komplexen Entwicklungsprojekten Verzögerungen auftreten, die dann zu verspäteten Meilensteinzahlungen führen. Eine Vielzahl von Kooperationen mit mehreren Kunden vermindert die Abhängigkeit von einzelnen Kunden, Projekten und Märkten.

      Risiken aus mangelndem Markterfolg von Produkten

      Der anhaltende technologische Wandel und ein sich ständig änderndes Markt- und Wettbewerbsumfeld erfordern eine kontinuierliche Anpassung der Produktpalette. Das verursacht Kosten und kann fehlschlagen. Trotz der innovativen Technologien und der hohen Qualität ist nicht gewährleistet, dass die zukünftig geplanten Produkte zum Zeitpunkt der Markteinführung auch den erwarteten Erfolg erzielen, was die Kalkulation umsatzabhängiger Lizenzzahlungen erschwert. Eigene und von global agierenden Partnern permanent durchgeführte Marktrecher-chen sollen die Gefahr von Fehlschlägen reduzieren.

      Risiken aus der Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern Globale Märkte alleine zu erschließen, ist für den Bio-Gate-Konzern aktuell nicht wirtschaftlich. Daher kooperiert das Unternehmen in langjähriger Zusammenarbeit mit Partnern, die über ein international strukturiertes Vertriebsnetz verfügen. Damit hängt die Umsatzentwicklung des Konzerns wesentlich vom Markterfolg der Vertriebs- und Kooperationspartner ab. Zudem liegt es nicht im Einflussbereich des Unternehmens, wenn sich etwa aus Marketinggesichtspunkten geplante Produktein-führungen beim Kunden verzögern. Bio-Gate reduziert die Vertriebsrisiken durch eine starke Unterstützung der Vertriebs- und Kooperationspartner sowie regelmäßige Abstimmungen. Damit werden die Vertriebsaktivitäten intensiviert und für das Bio-Gate-Management transparent.

      Risiken aus der Zusammenarbeit mit Zulieferern Eigenentwickelte und für den Eigenvertrieb bestimmte dermakosmetische Produkte sowie Tierpflegeprodukte lässt Bio-Gate teilweise bei sogenannten Lohnfertigern herstellen. Dabei ist das Unternehmen davon abhängig, dass vom Zulieferer Qualität, Frist und Menge der beauftragen Produktion eingehalten werden. Durch ein verbes-sertes Key-Account-Management und eine Verbreiterung der Zuliefererbasis sollen etwaige Engpässe frühzeitig erkannt und im Eintrittsfall auf weitere Lohnfertiger verteilt werden. Dafür verfügt Bio-Gate über entsprechende Second-Source-Lohnhersteller. Ergänzend hierzu und vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage wurden die eigenen Produktionskapazitäten in den vergangenen Geschäftsjahren ausgebaut und der Einsatz von Lohnher-stellern sukzessive reduziert.

      Risiken aus der Preisentwicklung bei Rohstoffen und Energie

      Bei zahlreichen Anwendungen verwendet Bio-Gate hochwertige Rohstoffe und Vorprodukte. Wenngleich die Roh-stoffmärkte permanent beobachtet und nur relativ geringe Rohstoffmengen für die Produktion benötigt werden, ist das Unternehmen beim Einkauf von der Preisentwicklung und Verfügbarkeit abhängig. Dabei ist nicht auszuschließen, dass stark steigende Rohstoffkosten erst

      mit zeitlichem Verzug an die Kunden weitergegeben werden können. Bio-Gate minimiert dieses Risiko durch eine flexible Vertragsgestaltung. Durch den Krieg in der Ukraine erhöhten sich die Kosten für Energie, die für den Produktionsprozess sowie für den Betrieb der Labore und Räumlichkeiten benötigt werden.

      Zusammenfassung der Risikolage

      Zum Stichtag 31.12.2024 hat sich die Risikolage im Bio-Gate-Konzern im Vergleich zum Vorjahr (31.12.2023) verschlechtert. Hintergrund dieser Entwicklung waren maßgeblich organisatorische Änderungen bei einem großen Kunden, so dass bereits versandfertige Aufträge nicht mehr in der Berichtsperiode 2024 ausgeliefert werden konnten. Zusammen mit kleineren, stichtagsbezogenen Verschiebungen wirkte sich dies negativ auf den Umsatz, die Ergebniskennzahlen und den Cashflow aus. Die im April 2024 kommunizierten Finanzziele eines deutlichen Umsatzanstiegs, bei gleichzeitig deutlich verbessertem EBITDA und Konzernergebnis wurden folglich verfehlt.

      Geopolitische Risiken stellen unverändert vom Unternehmen nicht beeinflussbare Unabwägbarkeiten dar. Wenngleich alle bisher bekannten und durch die geopolitische Entwicklung neu identifizierten Risiken berücksichtigt sind, ist es grundsätzlich nicht auszuschließen, dass zukünftige Ergebnisse von den heutigen Erwartungen des Vorstands abweichen. Die positive Fortführungsprognose für das Unternehmen wird davon jedoch aus Sicht des Vorstands nicht berührt. Risiken im Zusammenhang mit

      der Akzeptanz der Produkte, der Zusammenarbeit mit 21



      Partnern und des regulatorischen Umfelds sind grundsätzlich unverändert geblieben.

      Die zum Jahresende 2024 vorhandenen, nach der Er-trags- und Liquiditätsplanung zu generierenden sowie im Rahmen weiterer Kapitalmaßnahmen zum Zeitpunkt der Berichterstattung bereits zugeflossener bzw. bereits vertraglich zugesicherter liquider Mittel in Höhe von Mio. 0,9 EUR sollen nach Auffassung des Vorstands auf der Grundlage der aktuellen Ertrags- und Liquiditätsplanung

      für das laufende sowie das folgende Geschäftsjahr ausreichen. Aufgrund von zeitlichen Verschiebungen von Projekten ins 2. Halbjahr 2025 ergibt sich derzeit ein im Vergleich zur Planung um Mio. 0,2 EUR erhöhter Kapitalbedarf. Der Vorstand geht jedoch weiterhin davon aus, die Ertrags- und Liquiditätsplanung für das Jahr 2025 zu erreichen und somit auch weiterhin von einer Realisierbarkeit der Ertrags- und Liquiditätsplanung für das Jahr 2026.

      Diese Planung beinhaltet eine Kapitalzufuhr von 0,9 Mio. EUR im Rahmen von Kapitalmaßnahmen, bestehend aus der Platzierung von Wandelanleihen und der Ausgabe neuer Aktien. Hiervon sind dem Unternehmen zum Zeitpunkt der Aufstellung bereits Mio. 0,6 EUR zugeflossen. Zudem besteht die vertragliche Verpflichtung für den Fall eines entsprechenden Liquiditätsbedarfs der Gesellschaft weitere Mio. 0,3 EUR an Liquidität zur Verfügung zu stellen.

      Die Ertragsplanung weist mittelfristig positive Jahreser-gebnisse aus. Der Vorstand geht zudem davon aus, dass die Ertrags- und Liquiditätsplanung zukünftig erreicht wird. Er ist daher vom Grundsatz der Unternehmensfortführung ausgegangen. Ein deutliches Unterschreiten der Ertrags- und Liquiditätsplanung bzw. weitere Projektverschiebungen würden den Bestand der Gesellschaft gefährden und gegebenenfalls neue Kapitalmaßnahmen erfordern. Diese Ereignisse und Gegebenheiten zeigen,

      dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Muttergesellschaft sowie des Konzerns zur Fortführung der Unternehmens-tätigkeit aufwerfen kann.

    2. Chancen der künftigen Entwicklung

      Chancen durch das Branchenumfeld

      Den unter 3.1. dargestellten Risiken stehen nach Ansicht

      22 des Managements große Chancen für den Bio-Gate-



      Konzern gegenüber. Diese Einschätzung beruht auf der zunehmenden Bedrohung durch multiresistente Keime, insbesondere in hygienesensitiven Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Bekämpfung dieser Keime ist weltweit eine ernsthafte Herausforderung, da viele Antibiotika keine Wirkung mehr zeigen. Weltweit sterben jährlich 700.000 Menschen an solchen Infektionen, wobei die Zahl der Todesopfer auf bis zu zehn Millionen steigen könnte. Das Anwendungsspektrum der Bio-Gate AG zur Bekämpfung von Keimen reicht von der antimikrobiellen Veredelung von Oberflächen bis hin zu antimikrobiellen Schichten auf Medizintechnikprodukten wie Implantaten und Kathetern. Die Bio-Gate AG bietet

      in ihren Geschäftsfeldern eine breite Produktpalette zur erfolgreichen Infektionsvorbeugung.

      Eine große Stärke der Bio-Gate ist es, vorhandene Technologien auf neue Märkte und Anwendungsfelder zu übertragen. Neben der Human-Medizintechnik ist die Gesellschaft demnach auch im Geschäft mit orthopädischen Tier-Implantaten aktiv. Die Marktexperten von Global Market Insights schätzen bis 2032 durchschnittliche Wachstumsraten bei Veterinär-Implantaten von

      7,7 Prozent. Neben der Medizintechnik ist das Geschäftsfeld Derma-Kosmetik und Wundpflege ein wichtiger Wachstumstreiber. Ziel ist es, Trends frühzeitig zu erkennen und die Angebotspalette mit eigenentwickelten medizinischen Pflegeprodukten auszubauen. Dazu gehören beispielsweise dermatologische Pflegeprodukte, die auf Cannabidiolen (CBD) basieren. Die Marktforscher von Statista schätzen, dass der legale europäische Cannabis-Markt im Jahr 2025 auf rund 3,17 Mrd. Euro (2024: rund 2,15 Mrd. Euro) steigen wird.

  4. Prognosebericht (Ausblick)

    Voraussetzungen für Wachstum bei Umsatz und Ertrag geschaffen

    In den vergangenen Jahren hat die Bio-Gate AG in den Produktionsausbau und in Laborkapazitäten investiert und so den Anteil an der Wertschöpfungskette erhöht. Der technische und personelle Ausbau der Organisation soll sich im Geschäftsjahr 2025 in den Finanzkennzahlen niederschlagen. Das Management erwartet für 2025 einen deutlichen Umsatzanstieg bei einem gleichzeitig deutlich verbesserten EBITDA und Konzernergebnis.

    Voraussetzung für diese Prognose ist, dass es bei den derzeitigen Entwicklungsprojekten zu keinen größeren Verzögerungen kommt und die Planungen hinsichtlich der Vermarktung der Produkte erfüllt werden.

    Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses geht das Management bei derzeit leicht unterplanmäßi-gen Umsatz- und Ergebnisbeiträgen weiterhin von einer Planerreichung aus.

  5. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungs-prozess

Das interne Kontrollsystem bezogen auf den Konzern-rechnungslegungsprozess ist ein wesentlicher Bestandteil des generellen Unternehmenssteuerungssystems der Bio-Gate. Vorrangiges Ziel der externen Konzernrech-nungslegung ist die sach- und termingerechte Informa-tionsbereitstellung für die Adressaten des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Die Steuerung, Überwachung und Kontrolle der Konzernrechnungsle-gung ist in das mehrstufige Risikomanagementsystem von Bio-Gate integriert. Das konzernrechnungslegungs-bezogene Risikomanagement zielt darauf ab, die im Hinblick auf den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht identifizierten und bewerteten Risiken zu reduzieren. Darin miteinbezogen sind die zum Konsolidierungskreis zählenden Tochterunternehmen.

Nürnberg, den 29. Juli 2025

gez. der Vorstand

23



Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Kapitalflussrechnung › › › 24-25

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben in EUR

01.01.-31.12.2024

01.01.-31.12.2023

Umsatzerlöse

7.052.614,16

7.245.441,63

Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

242.663,91

-662.020,03

Andere aktivierte Eigenleistungen

37.526,55

60.750,18

Sonstige betriebliche Erträge

- davon aus Währungsumrechnung: 177,79 EUR (Vj.: 637,34 EUR)

123.075,44

172.343,19

Materialaufwand

-3.197.675,27

-2.766.442,99

a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren

-3.037.634,76

-2.438.988,00

b. Aufwendungen für bezogene Leistungen

-160.040,51

-327.454,99

Personalaufwand

-3.048.885,12

-2.835.745,88

a. Löhne und Gehälter

-2.569.545,38

-2.398.783,39

b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung

- davon für Altersversorgung: 2.281,57 EUR (Vj.: 1.421,32 EUR)

-479.339,74

-436.962,49

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

-303.738,86

-266.714,10

Sonstige betriebliche Aufwendungen

- davon aus Währungsumrechnung: 3.808,21 EUR (Vj.: 2.505,31 EUR)

-2.512.297,60

-2.539.864,15

-1.606.716,79

-1.592.252,15

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-55.812,89

-47.804,85

Ergebnis nach Steuern

-1.662.529,68

-1.640.057,00

Steuern vom Einkommen und Ertrag

-96,50

-205,00

Sonstige Steuern

-1.232,00

-1.702,00

Jahresfehlbetrag vor Fremdanteilen

-1.663.858,18

-1.641.964,00

Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Verlust

42.168,45

20.282,55

Konzernjahresfehlbetrag

-1.621.689,73

-1.621.681,45

Konzernverlustvortrag

-11.895.127,81

-10.273.446,36

Konzernbilanzverlust

-13.516.817,54

-11.895.127,81

24



Konzern-Kapitalflussrechnung



Angaben in TEUR

01.01.-31.12.2024

01.01.-31.12.2023

Periodenergebnis vor außerordentlichen Posten

-1.664

-1.642

+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens

304

267

+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen

69

-5

-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte

-296

593

-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

138

223

-/+ Zunahme/Abnahme der sonstigen Vermögensgegenstände

282

-255

-/+ Zunahme/Abnahme der sonstigen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten

-39

-3

+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

61

-150

+/- Zunahme/Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten

-142

10

+/- Zunahme/Abnahme der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen

14

-63

+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge

56

48

= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

-1.217

-977

+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens

0

53

- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen

-49

-84

- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen

-57

-61

= Cashflow aus der Investitionstätigkeit

-106

-92

+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens

0

840

+ Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten

325

0

- gezahlte Zinsen

-32

-55

= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

293

785

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds

-1.030

-284

+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode

1.327

1.611

Finanzmittelfonds am Ende der Periode

297

1.327

25

Konzernbilanz › › › 26-27

Konzernbilanz

Angaben in EUR

31.12.2024

31.12.2023

AKTIVA

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

850.369,20

997.794,03

2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

150.041,05

154.700,49

1.000.410,25

1.152.494,52

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

62.444,00

66.526,00

2. Technische Anlagen und Maschinen

406.030,00

450.096,00

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

226.519,00

224.038,00

694.993,00

740.660,00

Summe Anlagevermögen

1.695.403,25

1.893.154,52

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

387.291,73

338.499,86

2. Unfertige Erzeugnisse

31.384,48

96.853,19

3. Fertige Erzeugnisse und Waren

1.151.799,51

804.527,16

4. Geleistete Anzahlungen

24.924,29

59.713,23

1.595.400,01

1.299.593,44

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

200.456,76

338.271,79

2. Sonstige Vermögensgegenstände

100.043,65

381.563,54

300.500,41

719.835,33

III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

296.624,40

1.326.627,16

Summe Umlaufvermögen

2.192.524,82

3.346.055,93

C. Rechnungsabgrenzungsposten

58.070,93

19.563,98

Bilanzsumme

3.945.999,00

5.258.774,43

26





Angaben in EUR

31.12.2024

31.12.2023

PASSIVA

A. Eigenkapital

I. Grundkapital

9.243.691,00

9.243.691,00

II. Kapitalrücklage

6.021.566,09

6.021.566,09

III. Konzernbilanzverlust

-13.516.817,54

-11.895.127,81

IV. Nicht beherrschende Anteile

38.760,17

80.928,62

Summe Eigenkapital

1.787.199,72

3.451.057,90

B. Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen

351.742,71

282.916,63

Summe Rückstellungen

351.742,71

282.916,63

C. Verbindlichkeiten

1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

22.915,00

8.671,98

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

603.194,53

542.199,52

3. Verbindlichkeiten ggü. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

429.000,00

417.000,00

4. Sonstige Verbindlichkeiten

- davon aus Steuern: EUR 75.039,82 (Vj.: EUR 158.013,87)

- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 7.332,08 (Vj.: EUR 8.742,96)

751.947,04

556.928,40

Summe Verbindlichkeiten

1.807.056,57

1.524.799,90

Bilanzsumme

3.945.999,00

5.258.774,43

27

Konzern-Eigenkapitalveränderung

Entwicklung des Anlagevermögens › › › 28-29

Konzern-Eigenkapitalveränderung zum 31. Dezember 2024

Angaben in EUR

Grundkapital

Stand am 31.12.2022

8.403.356

Kapitalerhöhungen

840.335

Konzernjahresfehlbetrag

Stand am 31.12.2023

9.243.691

Kapitalerhöhungen

Konzernjahresfehlbetrag

Stand am 31.12.2024

9.243.691

28



Zum 31.12.2024 ist ein Betrag in Höhe von EUR 850.369 bei der Muttergesellschaft sowie einem Tochterunternehmen gemäß § 268 Abs. 8 HGB mit einer Ausschüttungssperre belegt.

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens vom 01. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024

Anschaffungs-, Herstellungskosten

Angaben in EUR

Stand

01.01.2024

Zugänge

Abgänge

A. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte

1.566.780,36

37.526,55

0,00

2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

643.499,01

19.454,44

0,00

3. Geschäfts- oder Firmenwert

1.817.636,45

0,00

0,00

Summe Immaterielle Vermögensgegenstände

4.027.915,82

56.980,99

0,00

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der

Bauten auf fremden Grundstücken

76.002,98

0,00

0,00

2. Technische Anlagen und Maschinen

2.112.598,33

0,00

0,00

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

1.402.554,94

49.006,60

0,00

Summe Sachanlagen

3.591.156,25

49.006,60

0,00

Summe Anlagevermögen

7.619.072,07

105.987,59

0,00



Kapitalrücklage

Konzernbilanzverlust

Eigenkapital des Mutterunternehmens

Nicht beherrschende

Anteile

Konzern-eigenkapital

6.021.566

-10.273.446

4.151.475

101.211

4.252.687

840.335

840.335

-1.621.682

-1.621.682

-20.282

-1.641.964

6.021.566

-11.895.128

3.370.128

80.929

3.451.058

0

0

-1.621.690

-1.621.690

-42.168

-1.663.858

6.021.566

-13.516.818

1.748.440

38.760

1.787.200

29

Abschreibungen Buchwert

Um-

Stand

Stand

Stand

Stand

Stand

buchungen

31.12.2024

01.01.2024

Zugänge

Abgänge

31.12.2024

31.12.2024

31.12.2023

0,00

1.604.306,91

568.986,33

184.951,38

0,00

753.937,71

850.369,20

997.794,03

0,00

662.953,45

488.798,52

24.113,88

0,00

512.912,40

150.041,05

154.700,49

0,00

1.817.636,45

1.817.636,45

0,00

0,00

1.817.636,45

0,00

0,00

0,00

4.084.896,81

2.875.421,30

209.065,26

0,00

3.084.486,56

1.000.410,25

1.152.494,52

0,00

76.002,98

9.476,98

4.082,00

0,00

13.558,98

62.444,00

66.526,00

0,00

2.112.598,33

1.662.502,33

44.066,00

0,00

1.706.568,33

406.030,00

450.096,00

0,00

1.451.561,54

1.178.516,94

46.525,60

0,00

1.225.042,54

226.519,00

224.038,00

0,00

3.640.162,85

2.850.496,25

94.673,60

0,00

2.945.169,85

694.993,00

740.660,00

0,00

7.725.059,66

5.725.917,55

303.738,86

0,00

6.029.656,41

1.695.403,25

1.893.154,52

Konzernanhang › › › 30-36

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2024

  1. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss und Konzernabschlussstichtag
    1. Die Bio-Gate AG hat nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes einen Einzelabschluss und als Mutter-unternehmen einen Konzernabschluss aufgestellt.

    2. Die Ausweiswahlrechte wurden dahingehend aus-

      30 geübt, dass eine Angabe im Konzernanhang erfolgt.



    3. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

    4. Die Geschäftsjahre für den Konzern, das Mutter-unternehmen und die konsolidierten Unternehmen entsprechen dem Kalenderjahr.

    5. Die Einzelabschlüsse der Mutter- und der Tochtergesellschaften wurden in Euro gebucht und erstellt. Entsprechend wurde auch der Konzernabschluss in Euro erstellt.

  2. Angaben zum Konsolidierungskreis

    Der Konsolidierungskreis besteht neben der Bio-Gate AG, Nürnberg, aus folgenden Unternehmen:

    Name des Sitz Anteil am Konsolidie-Unternehmens Kapital rungsgrund

    QualityLabs BT

    GmbH

    Nürnberg

    100,0%

    Mehrheit der Stimmrechte

    VetInnovations

    GmbH

    Nürnberg

    60,0%

    Mehrheit der Stimmrechte

    Weitere Tochterunternehmen existieren zum Konzernabschlussstichtag nicht. Es wurden bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses keine weiteren Tochterunternehmen gegründet oder erworben.

  3. Angaben zu den Konsolidierungsmethoden
    1. Bei der Kapitalkonsolidierung der QualityLabs BT GmbH

      wurde die Buchwertmethode angewandt. Dabei erfolgte die Verrechnung mit dem Eigenkapital auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der jeweiligen erstmaligen Einbeziehung der Tochterunternehmen in den Konzernabschluss am 1. Januar 2006. Die Kapitalkonsolidierung der VetInnovations GmbH erfolgte gem. § 301 Abs. 1 HGB nach der Neubewer-

      tungsmethode. Grundlage waren die Wertansätze zum Zeitpunkt, zu dem die VetInnovations GmbH Tochterunternehmen geworden ist, also ab dem Zeitpunkt der Gründung.

    2. Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303

      Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

    3. Eine Zwischenergebniseliminierung gemäß § 304 HGB war nicht notwendig, da im Vorratsvermögen des Konzerns nur unwesentliche aus konzerninter-nen Lieferungen stammende Bestände enthalten waren. Es sind somit keine wesentlichen unrealisierten Erfolge in den Konzerngesellschaften zu verzeichnen und das Vorratsvermögen ist vollständig zu Anschaf-fungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.

    4. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Erträge zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Die Zinserträge und ähnlichen Erträge sind ebenso mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet worden.

    5. Für das Tochterunternehmen VetInnovations GmbH, an welchem die Muttergesellschaft mit 60% beteiligt ist, wird aufgrund der Mehrheit der Stimmrechte eine Vollkonsolidierung bei gleichzeitigem Ausweis eines Anteils in Fremdbesitz gem. § 307 HGB durchgeführt. Danach wird der Ausgleichsposten bilanziell gem.

§ 307 Abs. 1 HGB in dem entsprechenden Anteil am Kapital unter der zutreffenden Bezeichnung innerhalb des Eigenkapitals gesondert ausgewiesen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird der auf die anderen Gesellschafter entfallende Verlust unterhalb des Jahresfehlbetrages unter der entsprechenden Bezeichnung gesondert ausgewiesen.



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Bio-Gate AG published this content on July 31, 2025, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on July 31, 2025 at 19:26 UTC.