London, 05. Mai (Reuters) - Der weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch InBev hat erstmals seit 2023 wieder mehr Getränke verkauft und damit eine lange Durststrecke beendet. Im ersten Quartal stieg der Absatz überraschend um 0,8 Prozent, wie der Konzern mit Marken wie Corona oder Michelob Ultra am Dienstag mitteilte. "Ein Hoch auf das Bier!", sagte Vorstandschef Michel Doukeris und fügte hinzu, die Ergebnisse spiegelten die Widerstandsfähigkeit der Branche trotz schwächerer Nachfrage in wichtigen Märkten wider. Analysten hatten indes mit einem erneuten Rückgang gerechnet. Auch der Betriebsgewinn legte mit 5,3 Prozent stärker zu als erwartet. An der Börse sorgte dies für Jubel: Die Aktie von AB InBev sprang um fast sieben Prozent in die Höhe.

Neben dem Wachstum der globalen Kernmarken wie Corona und Stella Artois zahlte sich der Vorstoß in das Geschäft mit Nicht-Bier-Getränken aus. Der Umsatz mit Dosen-Cocktails wie der Marke Cutwater sprang um 37 Prozent in die Höhe. Ein Analyst des Investors Matrix Fund Managers sagte, die Strategie, sich auf wenige globale Schlüsselmarken zu konzentrieren, sei aufgegangen. An seiner Prognose für das Gesamtjahr hielt der Vorstand fest. Diese berücksichtige bereits die aktuelle Einschätzung der Inflation und anderer makroökonomischer Bedingungen.

Damit zog AB InBev mit seinen Wettbewerbern gleich, die in den vergangenen Wochen ebenfalls erstmals seit mindestens einem Jahr wieder Absatzwachstum verzeichneten. So meldete der Branchenzweite Heineken ein Absatzplus von 1,2 Prozent und die Nummer drei, der dänische Brauer Carlsberg, einen 2,8-prozentigen Anstieg.

Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in Amerika nährt zudem die Hoffnung auf einen steigenden Bierdurst vor allem der Fußballfans. "Nach fünf Jahren in Folge mit Schwankungen dürfte es für Bier im Jahr 2026 besser laufen", schrieben Analysten von Jefferies zuletzt. Diese WM ist in jeder Hinsicht riesig: 48 statt 32 Mannschaften, 104 statt 64 Spiele und fast sechs Wochen voller Spiele in den USA, Mexiko und Kanada. Mehr Spiele bedeuten mehr Abende unterwegs, mehr Public Viewings, mehr "Noch eine Runde?"-Momente. Jefferies schätzt den Gewinn auf eine Milliarde zusätzlich konsumierte Pints weltweit - ein Anstieg von 0,3 Prozent für die gesamte Bierbranche.

(Bericht von Anneli Palmen, redigiert von Ralf BanserBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)