BHP wird die Gespräche von Rio Tinto über die Übernahme von Glencore abwarten – ein Deal, der das weltweit größte Bergbauunternehmen schaffen würde – und plant derzeit kein Angebot für das Schweizer Unternehmen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Aktien von Glencore stiegen am späten Donnerstag um rund 10%, nachdem bekannt wurde, dass Rio erneut Interesse an dem Unternehmen zeigt, was Spekulationen über mögliche Konkurrenzangebote auslöste.

Analysten, Investoren und Banker hatten letzte Woche gegenüber Reuters erklärt, dass BHP, das eine Marktkapitalisierung von 158 Milliarden US-Dollar aufweist, als wahrscheinlichster Störer von Rios Angebot für Glencore gilt. Ein Zusammenschluss könnte einen Bergbaugiganten im Wert von fast 207 Milliarden US-Dollar schaffen.

Nach Bekanntwerden der geplanten Mega-Fusion signalisierte der australische Bergbaukonzern jedoch, dass er kein Gegenangebot anstrebt, da Glencore nicht als ergänzend zum eigenen Geschäft betrachtet wird, wie zwei mit den internen Überlegungen von BHP vertraute Personen Reuters mitteilten.

FÜHRENDE BERGBAUKONZERNE KÄMPFEN UM KUPFER FÜR KI UND ENERGIEWENDE

BHP hat laut den Quellen kein Interesse am Handelsarm und an den Kohleaktivitäten von Glencore und sieht zudem die Kupfersparte von Anglo American als überlegen gegenüber der von Glencore an. Die Quellen baten darum, anonym zu bleiben, da sie nicht befugt waren, über das Thema zu sprechen.

BHP werde vorerst abwarten, bis mehr Klarheit herrsche, bevor weitere Schritte unternommen werden, fügte eine der Quellen hinzu.

BHP lehnte eine Stellungnahme ab, als sie zu der Einschätzung der Quellen über das Interesse an Glencore befragt wurde.

BHP hatte anderthalb Jahre lang versucht, Anglo zu übernehmen, bevor diese Bemühungen im November scheiterten – ein weiterer Rückschlag für das Bestreben, die Führungsrolle im Kupfersektor zu behaupten. Anglo ist nun an einer Fusion mit Kanadas Teck Resources beteiligt.

Glencore und Anglo halten jeweils einen Anteil von 44% an der riesigen Collahuasi-Kupfermine in Chile, während Glencore und BHP Partner im Antamina-Kupfer-Joint-Venture in Peru sind.

Die jüngste Welle von Zusammenschlüssen spiegelt das Rennen der weltweit größten Bergbauunternehmen wider, sich künftige Kupferversorgungen zu sichern – ein Metall, das für die Rechenzentren der massenhaften KI-Einführung und den globalen Übergang zu sauberer Energie von entscheidender Bedeutung ist.