Bewaffnete haben drei Menschen getötet und einen katholischen Priester sowie mehrere weitere Personen bei einem frühmorgendlichen Überfall auf die Residenz des Geistlichen im nigerianischen Bundesstaat Kaduna entführt, wie Kirchen- und Polizeiquellen am Sonntag mitteilten.

Der Überfall am Samstag im Distrikt Kauru unterstreicht die anhaltende Unsicherheit in der Region und erfolgte nur wenige Tage, nachdem Sicherheitskräfte alle 166 Gläubigen befreit hatten, die bei Angriffen von Bewaffneten auf zwei Kirchen an anderer Stelle in Kaduna entführt worden waren.

Solche Angriffe haben die Aufmerksamkeit des US-Präsidenten Donald Trump auf sich gezogen, der der nigerianischen Regierung vorwirft, Christen nicht zu schützen. Dies weist Abuja zurück. US-Streitkräfte griffen am 25. Dezember nach eigenen Angaben Terrorziele im Nordwesten Nigerias an.

Die katholische Diözese Kafanchan benannte den entführten Geistlichen als Nathaniel Asuwaye, Pfarrer der Holy Trinity Catholic Church in Karku, und erklärte, dass zehn weitere Personen entführt wurden.

Drei Anwohner wurden während des Angriffs getötet, der gegen 3:20 Uhr morgens (0220 GMT) begann, so die Diözese in einer Stellungnahme.

Ein Sprecher der Polizei in Kaduna bestätigte den Vorfall, gab jedoch an, dass insgesamt fünf Personen entführt worden seien und die drei Getöteten Mitglieder der Sicherheitskräfte waren.

"Sicherheitskräfte lieferten sich einen Schusswechsel mit den Banditen, töteten einige von ihnen, doch leider verloren zwei Soldaten und ein Polizist ihr Leben", sagte er.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte am Sonntag, dass die Sicherheitskrise in Nigeria "zunehmend außer Kontrolle gerät". Sie warf der Regierung "grobe Inkompetenz" und das Versagen vor, Zivilisten zu schützen, während Bewaffnete töten, entführen und ländliche Gemeinden in mehreren nördlichen Bundesstaaten terrorisieren.

Ein Sprecher der Präsidentschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Papst Leo bekundete während seiner wöchentlichen Ansprache an die Gläubigen auf dem Petersplatz seine Solidarität mit den Opfern der jüngsten Angriffe in Nigeria.

"Ich hoffe, dass die zuständigen Behörden weiterhin entschlossen handeln werden, um die Sicherheit und den Schutz des Lebens jedes Bürgers zu gewährleisten", sagte Leo.