Beam Therapeutics Inc. gab aktualisierte Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten aus der laufenden Phase-1/2-Studie zu BEAM-302 bekannt und legte 60 mg als optimale biologische Dosis für die weitere zulassungsrelevante Entwicklung fest, um eine potenzielle beschleunigte Zulassung zu unterstützen. BEAM-302 ist eine auf die Leber ausgerichtete Lipid-Nanopartikel-Formulierung (LNP), die darauf ausgelegt ist, die zugrunde liegende genetische Mutation, welche die schwere Form des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels (AATD) verursacht, mittels Base Editing direkt zu korrigieren. BEAM-302 wird in einer offenen Phase-1/2-Studie zur Dosisfindung und Dosisexpansion untersucht, um Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und Wirksamkeit zu analysieren.
Teil A der Studie ist auf die Untersuchung von Patienten mit AATD-assoziierter Lungenerkrankung ausgelegt, während Teil B Patienten mit leichter bis schwerer Lebererkrankung, mit oder ohne Lungenerkrankung, evaluiert. Zum Datenstichtag am 10. Februar 2026 wurden 29 Patienten mit BEAM-302 in Teil A (15 mg, n=3; 30 mg, n=3; 60 mg, n=6; 75 mg, n=9; 2x 60 mg, n=3) und Teil B (30 mg, n=3; 60 mg, n=2) behandelt und über einen Zeitraum von bis zu 18 Monaten beobachtet. Die Daten von 26 mit einer Einzeldosis BEAM-302 behandelten Patienten belegen ein gut verträgliches Sicherheitsprofil bis zu einer Dosis von 75 mg, das in Teil A und Teil B konsistent war. Die unerwünschten Ereignisse (UE) waren leicht bis mittelschwer; bis zum Datenstichtag wurden keine schwerwiegenden UE und keine dosislimitierenden Toxizitäten gemeldet.
Es wurden vorübergehende infusionsbedingte Reaktionen (IRR) der Grade 1 und 2 sowie asymptomatische Erhöhungen der Alanin-Aminotransferase (ALT) und Aspartat-Aminotransferase (AST) des Grades 1 beobachtet. In der Multi-Dosis-Kohorte (n=3) traten nach der zweiten Dosis BEAM-302 bei den Patienten IRRs des Grades 2 auf; ein Patient wies ALT-Erhöhungen des Grades 4 und AST-Erhöhungen des Grades 3 auf, ein weiterer Patient eine ALT-Erhöhung des Grades 2. Alle ALT/AST-Erhöhungen verliefen asymptomatisch und erforderten keine Behandlung.
Bei keinem Patienten wurde ein Anstieg des Bilirubins festgestellt. Die Behandlung mit BEAM-302 führte zu einem raschen und dauerhaften Anstieg des gesamten und funktionellen AAT, einer Verringerung des mutierten Z-AAT und einer Neuproduktion von korrigiertem M-AAT. Zu den wichtigsten Daten der 28 hinsichtlich der Wirksamkeit auswertbaren Patienten gehören: Nach der Behandlung mit einer Einzeldosis BEAM-302 in Teil A lag der mittlere zirkulierende Gesamt-AAT-Spiegel im Steady-State (LC-MS) bei 16,1 µM in der 60-mg-Kohorte (Nachbeobachtung 5-12 Monate) und bei 14,4 µM in der 75-mg-Kohorte (Nachbeobachtung 2-9 Monate).
In der Multi-Dosis-Kohorte erreichten die Patienten an Tag 84, d. h. 28 Tage nach der zweiten 60-mg-Dosis, einen mittleren Gesamt-AAT-Wert von 16,5 µM. Diese frühen Daten deuten darauf hin, dass eine Einzeldosis von 60 mg BEAM-302 eine nahezu gesättigte Editierung erreicht hat. Über alle Kohorten hinweg war das erhöhte Gesamt-AAT im Kreislauf funktionell, wie durch einen Neutrophilen-Elastase-Inhibitionstest nachgewiesen wurde.
Das mutierte Z-AAT wurde nach der Behandlung mit BEAM-302 dauerhaft und signifikant reduziert. Die mittlere Reduktion von Z-AAT im Steady-State betrug 84% in der 60-mg-Kohorte und 79% in der 75-mg-Kohorte. In der Multi-Dosis-Kohorte lag die mittlere Reduktion von Z-AAT an Tag 84 bei 80%.
Bei einem Patienten der 60-mg-Kohorte in Teil A wurde während einer Atemwegsinfektion um den 8. Monat herum ein Nachweis für eine dynamische Induktion der AAT-Expression beobachtet. Während der Infektion stiegen die Gesamt-AAT-Spiegel von Steady-State-Werten von 15,9 µM auf 29,5 µM an, wobei eine konsistente AAT-Zusammensetzung von 95% M-AAT beibehalten wurde. Nach der Behandlung mit BEAM-302 machte neu produziertes, korrigiertes M-AAT den Großteil des zirkulierenden AAT aus.
Der mittlere Anteil von M-AAT im Steady-State betrug 94% in der 60-mg-Kohorte und 91% in der 75-mg-Kohorte. In der Multi-Dosis-Kohorte lag der mittlere Anteil von M-AAT an Tag 84 bei 93%. Bei Patienten in Teil B mit AATD-assoziierter Lebererkrankung zeigten Einzeldosen von 30 mg und 60 mg BEAM-302 eine konsistente Wirksamkeit, die mit den Ergebnissen bei Patienten ohne Lebererkrankung in Teil A vergleichbar war.
Basierend auf dem Feedback der US-Arzneimittelbehörde FDA beabsichtigt Beam, ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für BEAM-302 anzustreben, basierend auf einem primären Endpunkt von AAT-Biomarkern über 12 Monate, wobei 60 mg als gewählte Dosis dient. Um einen zukünftigen Zulassungsantrag für Biologika (BLA) zu unterstützen, plant das Unternehmen die Aufnahme von etwa 50 zusätzlichen Patienten mit AATD-assoziierter Lungenerkrankung, mit oder ohne Lebererkrankung, in eine Erweiterung der laufenden offenen Phase-1/2-Studie. Beam geht davon aus, die zulassungsrelevante Kohorte in der zweiten Jahreshälfte 2026 unter Nutzung seines bestehenden globalen Netzwerks für klinische Studien zu starten.

















