Beam Therapeutics Inc. gab die Veröffentlichung von Daten aus der laufenden klinischen Phase 1/2-Studie BEACON zur Untersuchung von Ristoglogen-Autogetemcel (Risto-Cel, ehemals BEAM-101) zur Behandlung der Sichelzellkrankheit (SCD) mit schweren vaso-okklusiven Krisen (VOCs) im New England Journal of Medicine (NEJM) bekannt. Die in der NEJM-Publikation enthaltenen Daten wurden zuletzt auf der 67. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) vorgestellt und belegen weiterhin das differenzierte Behandlungsprofil von Risto-Cel. Zum Datenschnitt am 6. August 2025 wurden insgesamt 31 Patienten mit SCD und schweren VOCs im Rahmen der BEACON-Studie mit Risto-Cel behandelt und in die Sicherheits- und Wirksamkeitsanalyse einbezogen.
Der Nachbeobachtungszeitraum lag zwischen 0,3 und 20,4 Monaten. Die effizienten Zellentnahme- und Herstellungsprozesse von Risto-Cel, kombiniert mit hohen, vorhersagbaren Erträgen durch Base Editing, führten dazu, dass bei den Patienten im Median nur ein Zyklus zur Stammzellentnahme für die Herstellung von Risto-Cel erforderlich war. Die mediane Zeit vom Beginn der Zellentnahme bis zur Freigabe des Arzneimittels betrug 2,9 Monate, und die mediane Zeit vom Beginn der Zellentnahme bis zur Dosierung lag bei 4,5 Monaten.
Die Patienten erreichten nach der Behandlung mit Risto-Cel eine schnelle und robuste Rekonstitution des Knochenmarks; bei keinem Patienten traten nach der Engraftment-Phase vom Prüfarzt gemeldete schwere VOCs auf. Die Patienten erzielten mittlere Hämoglobin-F-Werte (HbF) von über 60 % und eine dauerhafte Senkung des entsprechenden Hämoglobin S (HbS) auf unter 40 %. Die Gesamthämoglobinwerte stiegen rasch an, wobei bei allen Patienten die Anämie nach Absetzen der Bluttransfusionen abklang. Zudem normalisierten oder verbesserten sich die wichtigsten Hämolysemarker bei allen Patienten nach der Risto-Cel-Behandlung.
Sämtliche Sichelzellparameter im Blut sanken nach der Behandlung mit Risto-Cel auf ein Niveau, das mit dem von Personen mit Sichelzellanlage vergleichbar ist. Das Sicherheitsprofil von Risto-Cel entsprach der Busulfan-Konditionierung, der autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) und der zugrunde liegenden SCD. Die Kohorten der Erwachsenen und Jugendlichen der BEACON-Studie waren Mitte 2025 vollständig rekrutiert, und die Herstellung aller Dosen wurde bis Dezember 2025 abgeschlossen.
Die FDA hatte Risto-Cel zuvor den Status eines Arzneimittels gegen seltene Krankheiten (Orphan Drug) sowie den RMAT-Status (Regenerative Medicine Advanced Therapy) zuerkannt. Risto-Cel wurde zudem in das CDRP-Programm (Chemistry, Manufacturing, and Controls Development and Readiness Pilot) der FDA aufgenommen. Die vollständige Publikation mit dem Titel "Base Editing of HBG1 and HBG2 Promoters for Sickle Cell Disease"
erscheint in der Ausgabe des New England Journal of Medicine vom 1. April 2026. Risto-Cel ist eine in der Erprobung befindliche, genetisch modifizierte Zelltherapie zur Behandlung der Sichelzellkrankheit (SCD). Die Einmaltherapie besteht aus autologen CD34+ hämatopoetischen Stamm- und Vorläuferzellen (HSPCs), die in den Promotorregionen der HBG1/2-Gene mittels Base Editing modifiziert wurden und über ein hämatopoetisches Stammzelltransplantationsverfahren verabreicht werden.
Die Modifikation durch Risto-Cel ist darauf ausgelegt, die Bindung des Transkriptionsrepressors BCL11A an den Promotor zu verhindern, ohne die Expression von BCL11A zu stören. Dies führt zu einer erhöhten Produktion von nicht-sichelndem und anti-sichelndem fötalem Hämoglobin (HbF) und ahmt so die Effekte natürlich vorkommender Varianten nach, wie sie bei der hereditären Persistenz von fötalem Hämoglobin beobachtet werden. HbF ist die vorherrschende Hämoglobinvariante während der Entwicklung und in der frühen Lebensphase. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Risto-Cel werden in der laufenden BEACON-Studie der Phase 1/2 untersucht, einer offenen, einarmigen, multizentrischen Studie bei Patienten mit SCD und schweren vaso-okklusiven Krisen (VOCs).
Die Sichelzellkrankheit (SCD), eine schwere erbliche Bluterkrankung, wird durch eine Einzelpunktmutation (E6V) im Beta-Globin-Gen verursacht. Diese Mutation führt dazu, dass das mutierte Sichelzell-Hämoglobin (HbS) unter Sauerstoffmangel zu langen, starren Molekülen aggregiert, welche die roten Blutkörperchen sichelförmig verformen. Sichelzellen verstopfen die Blutgefäße und sterben vorzeitig ab, was letztlich zu Anämie, schweren Schmerzen (Krisen), Infektionen, Schlaganfällen, Organversagen und frühzeitigem Tod führt.
SCD ist die häufigste erbliche Blutkrankheit in den Vereinigten Staaten und betrifft schätzungsweise 100.000 Personen in den USA sowie etwa acht Millionen Menschen weltweit.

















