Der Krieg hat zu einem sprunghaften Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe geführt, was wiederum das Interesse an Biokraftstoffen - die in der Regel aus lokal angebauten Kulturen wie Zucker und Mais gewonnen werden - neu entfacht hat. Diese gelten als Mittel zur Verbesserung der Energiesicherheit und zur potenziellen Senkung der Energiekosten.
Biokraftstoffe, die üblicherweise Benzin beigemischt oder als Dieselersatz verwendet werden, gewinnen bei steigenden Preisen für fossile Energieträger an Wirtschaftlichkeit.
Die Alternativen zu fossilen Brennstoffen lösen seit langem Debatten darüber aus, ob die energetische Verwertung von Nutzpflanzen die Lebensmittelpreise in die Höhe treibt und die Entwaldung fördert. Dies hat Innovationen bei Biokraftstoffen der zweiten Generation vorangetrieben, die aus organischen Materialien hergestellt werden, die nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen.
Leindotter beispielsweise ist eine Zwischenfrucht, die zwischen den Hauptanbauzeiten oder auf untergenutzten Flächen angebaut werden kann.
'Wir streben eine Leindotter-Produktion auf einigen Millionen Hektar in Nordamerika an und sind dabei, eine Ausweitung in anderen Regionen zu prüfen', sagte Peter Müller, Bayers globaler Leiter für Getreide, Baumwolle und Raps, gegenüber Reuters am Rande der Konferenz des Internationalen Getreiderates in London.
Das in Deutschland ansässige Unternehmen hatte im vergangenen Monat bekannt gegeben, eine Allianz mit dem Energiekonzern BP geschlossen zu haben, um Leindotter für die Herstellung von Biodiesel, erneuerbarem Diesel und nachhaltigen Flugkraftstoffen zu kommerzialisieren.
Müller erklärte, das Unternehmen habe ursprünglich gehofft, die angestrebte Anbaufläche für die Leindotter-Produktion bis Mitte der 2030er Jahre zu erreichen. Angesichts des erneuten Interesses an diesen Kraftstoffen im Zuge des Iran-Krieges hoffe man nun jedoch, dieses Ziel früher zu erreichen.
'Diese Entscheidungen wurden in einem anderen Kontext getroffen... Jetzt geht es darum, die Dinge noch schneller hochzufahren', sagte er.
Müller fügte hinzu, dass Bayer zudem kurz vor dem Abschluss eines Vertrages mit einem Unternehmen stehe, das nordamerikanischen Leindotter verarbeiten wird. Dies soll Landwirten, die in diesen Bereich einsteigen, die Sicherheit geben, dass es einen Abnehmer für ihre Ernte gibt. (Berichterstattung durch May Angel; Redaktion durch Jan Harvey)



















