Eine inhaltliche Entscheidung des Supreme Court wird während der laufenden Sitzung erwartet, die im Juni 2026 endet.

Bayer-CEO Bill Anderson begrüßte den Schritt als „gute Nachricht für amerikanische Landwirte, die regulatorische Klarheit benötigen“. Die Annahme des Falls sei zugleich „ein bedeutender Schritt in unserer multidimensionalen Strategie zur signifikanten Eindämmung dieser Rechtsstreitigkeiten“. Anderson betonte, es sei an der Zeit, dass das US-Rechtssystem klarstelle, dass Unternehmen nicht nach einzelstaatlichem Recht bestraft werden dürften, wenn sie sich an bundesrechtliche Vorgaben zur Warnkennzeichnung hielten.

Zuvor hatte das Gericht die Stellungnahme des Solicitor General eingeholt, des obersten Rechtsvertreters der US-Regierung am Supreme Court. In einem im Dezember eingereichten Schriftsatz unterstützte dieser die Position von Bayer und sprach sich für eine Annahme des Falls aus – mit dem Ziel, die widersprüchlichen Entscheidungen der unteren Instanzen aufzulösen und zugunsten des Unternehmens zu entscheiden.

In dem Schriftsatz heißt es unter anderem: „Die EPA (Umweltschutzbehörde der Vereinigten Staaten, Anm. d. Red.) hat wiederholt festgestellt, dass Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend für den Menschen ist, und hat Etiketten des Produkts Roundup, die keine Warnhinweise auf Krebs enthalten, mehrfach genehmigt.“

Nach Einschätzung der Analysten von Jefferies ist die Entscheidung des Supreme Court ein weiterer Fortschritt in Bayers auf vier Säulen basierender Strategie zur endgültigen Beilegung aller Glyphosat-Verfahren bis Ende 2026. Auch wenn die gerichtliche Überprüfung laut Jefferies nur einen „marginal positiven“ Einfluss habe, könnten sich daraus dennoch Auswirkungen auf die rund 67.000 noch anhängigen Fälle ergeben, für die Bayer Rückstellungen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro gebildet hat. Unabhängig vom Ausgang verbessere die Entscheidung die Verhandlungsposition Bayers für mögliche außergerichtliche Einigungen.

Jefferies belässt das Rating für Bayer auf „Halten“, mit einem Kursziel von 25 Euro – was einem Abwärtspotenzial von 39,79 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag entspricht.