Die überarbeiteten US-Eigenkapitalregeln, die hunderte Milliarden Dollar an überschüssigem Kapital freisetzen könnten, bewegen sich in die richtige Richtung. Dennoch erwartet die Branche, weiterhin auf Anpassungen zu drängen, wie führende Bankmanager im Rahmen der dieswöchigen Ergebnispräsentationen erklärten.

"In Bezug auf das Eigenkapital haben wir mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen, dass die jüngsten Neuvorschläge die schwerwiegendsten Folgen der Entwürfe von 2023 abgemildert haben. Es gibt jedoch immer noch Aspekte der vorgeschlagenen Regeln, die angegangen werden müssen", erklärte Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Quartalszahlen am Dienstag.

Die Ergebnisse des ersten Quartals boten Analysten und Investoren eine wichtige Gelegenheit, von Bankvorständen zu erfahren, wie viel Kapital sie infolge der Änderungen an den "Basel"- und "GSIB"-Zuschlagsregeln freizusetzen gedenken, die die Federal Reserve im vergangenen Monat vorgestellt hat, und ob sie dies für ausreichend halten.

Die Banken geben an, dass die Mittel in die Kreditvergabe zurückfließen könnten, was der Wirtschaft zugutekäme, während Analysten zudem erwarten, dass sie zur Finanzierung von Dividenden und Aktienrückkäufen verwendet werden.

In einem Brief an die Aktionäre schätzte Dimon diesen Monat, dass die Bank rund 40 Milliarden Dollar an überschüssigem Kapital freisetzen könnte, das über mehrere Jahre hinweg zu "hervorragenden Renditen" investiert werden könnte. In einem Telefonat mit Reportern am Dienstag lehnten es die Bankmanager ab, weitere Schätzungen abzugeben.

Die Fed erklärte im vergangenen Monat, dass die Eigenkapitalquoten der großen US-Banken unter den entschärften Entwürfen um 4,8 % bis 7,8 % sinken würden - ein bedeutender Sieg für die Branche, der Milliarden von Dollar für Kredite, Dividenden und Aktienrückkäufe freimachen würde. Die genaue Summe, die letztlich freigesetzt werden kann, bleibt jedoch unklar.

Analysten von Morgan Stanley schätzten in einem kürzlich erschienenen Kundenbericht, dass die großen US-Banken bis zu 320 Milliarden Dollar an Kapital freisetzen könnten.

Am Montag sagte David Solomon, CEO von Goldman Sachs, die Bank sei durch die neuen Entwürfe ermutigt und beabsichtige, den Regulierungsbehörden entsprechendes Feedback zu geben. "Wir haben zudem deutlich gemacht, dass der regulatorische Rahmen transparent und angemessen kalibriert sein muss, um seine Ziele zu erreichen", sagte er vor Analysten.

Citigroup-CFO Gonzalo Lucchetti erklärte am Dienstag in einem Pressegespräch, dass die neuen Basel-III-Regeln für die Bank positiv sein werden, lehnte es jedoch ab, das Volumen des potenziell freiwerdenden Überschusskapitals zu beziffern.