Diese bemerkenswerte Konstellation war dem Markt nicht entgangen, der die Aktie bereits mit einem Aufschlag gegenüber ihren kontinentaleuropäischen Wettbewerbern bewertete – zumal die irische Bank früher als viele andere eine solide zweistellige Eigenkapitalrendite erreicht hatte.
MarketScreener zeigte sich seinerzeit ausdrücklich etwas zurückhaltender. Zwar stand die Dominanz des Konzerns – nach einer schmerzhaften Restrukturierung und unter strenger Aufsicht der Regulierungsbehörden – auf dem Heimatmarkt außer Frage. Doch die Wachstumsperspektiven schienen weitgehend ausgeschöpft.
Mit Blick auf die nun vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 erweisen sich diese Vorbehalte als berechtigt: Trotz eines spürbaren Kreditwachstums ging die Nettozinsmarge bereits das dritte Jahr in Folge zurück, ebenso wie die Erträge vor Risikovorsorge.
Gleichzeitig stieg die Kostenbasis deutlich an, sodass der Vorsteuergewinn um ein Viertel sank. Der gesamte Gewinn – 1,2 Milliarden Euro – wurde an die Aktionäre ausgeschüttet, je zur Hälfte in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen.
Die Bank wird damit zum Dreizehnfachen des im Jahr 2025 an die Aktionäre zurückgeführten Kapitals bewertet – in einem außergewöhnlich starken Jahr, in dem das irische BIP um nahezu 11 % wuchs – sowie zum 1,6-Fachen ihres materiellen Eigenkapitals. Damit rangiert sie im oberen Bewertungssegment der europäischen Banken und bewegt sich auf Augenhöhe mit spanischen Instituten oder etwa der italienischen UniCredit.
Erfahrene Investoren erinnern sich jedoch, dass all diese Namen während der Eurokrise vor 15 Jahren zu den am stärksten abgestraften Werten zählten. De facto insolvent, waren sie auf Notfallrefinanzierungen durch den Staat angewiesen.
Selbst diese Rettungsmaßnahmen reichten lange nicht aus, um das tiefe Misstrauen des Marktes zu zerstreuen. Noch Jahre nach den staatlichen Eingriffen notierten die Institute zu einem Bruchteil ihres materiellen Eigenkapitals.
Die Zeiten haben sich also grundlegend gewandelt.




















