Ein wachsender Markt mit nachhaltigen Treibern
Der Konzern nimmt eine führende Stellung im Verpackungssektor für Lebensmittel und Getränke ein – ein Markt, der von 363,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf 512 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 anwachsen soll. Wachstumstreiber sind der steigende Bedarf an nachhaltigen und recycelbaren Materialien, strengere Regulierungen für Kunststoffe und der Konsumtrend hin zu praktischen Verpackungsformaten wie Ready-to-Drink und Single-Serve-Produkten. Aluminiumdosen, deren Recyclingquote weltweit über 70 % und in Europa bei knapp 75 % liegt, sind bestens positioniert, um Marktanteile gegenüber PET und Glas zu gewinnen.

Drei Regionen im Fokus
Ball gliedert sein Geschäft in drei Kernsegmente: Beverage Packaging North and Central America (größtes Segment), Beverage Packaging EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie Beverage Packaging South America.
In Nord- und Mittelamerika betreibt Ball 19 Produktionsstätten und beliefert rund 36 % der regionalen Nachfrage von 136 Milliarden Dosen jährlich. Das Produktportfolio setzt sich aus 37 % Spezialdosen und 63 % Standarddosen zusammen. Die Nachfrage entfällt zu 73 % auf kohlensäurehaltige Softdrinks und inländisches Bier, der Rest kommt von Craft-Bieren und Importen. Zu den wichtigsten Kunden zählen Coca-Cola, AB InBev, Molson Coors, PepsiCo, Red Bull, Monster, Celsius und Constellation Brands – ein Mix aus globalen Konzernen und wachstumsstarken Energydrink-Marken.

In Südamerika ist Ball besonders stark vertreten und hält dort einen Marktanteil von 47 % bei rund 41 Milliarden verkauften Dosen jährlich. Mit 12 Werken in Brasilien, Chile, Paraguay und Argentinien ist die Region nicht nur ein bedeutender Produktionsstandort, sondern auch eine der profitabelsten Regionen des Konzerns. Der Anteil von Spezialdosen liegt bei 69 %, die Nachfrage entfällt zu 82 % auf Bier. Die engen Beziehungen zu AB InBev, Heineken, Coca-Cola und CCU unterstreichen Balls führende Stellung im Premium-Biersegment.

Im EMEA-Raum betreibt Ball 21 Werke und bedient 38 % des dortigen 90-Milliarden-Dosen-Marktes. Mit einem Spezialdosen-Anteil von 54 % ist das Angebot differenziert. Die Nachfrage setzt sich zu 72 % aus Softdrinks, Energydrinks und anderen Getränken zusammen, zu 28 % aus Bier. Zu den Kunden zählen Branchengrößen wie Carlsberg, Heineken, Coca-Cola, Red Bull, Anadolu Efes, Molson Coors und PepsiCo. Während das Wachstum durch zunehmende Verbreitung von Energydrinks und regulatorischen Vorgaben zum Recycling gestützt wird, bleibt die Region kostensensibel und wettbewerbsintensiv.

Mehr als nur Getränkedosen
Neben Getränkedosen ist Ball auch im Segment Aluminium-Aerosolverpackungen tätig. Das Unternehmen betreibt sechs spezialisierte Produktionsstätten sowie zwei Presslingswerke. Der Bereich Kosmetik und Körperpflege macht über 80 % des Volumens aus. Der weltweite Markt liegt bei rund 7 Milliarden Einheiten. Ball hält einen Marktanteil von 23 % in Europa (~4 Mrd. Einheiten), 27 % in Nordamerika (~1,5 Mrd.) und 25 % in Brasilien (~0,9 Mrd.) und beliefert namhafte Konsumgüterhersteller wie Unilever, L’Oréal, Procter & Gamble, Henkel, Beiersdorf und Coty.

Wachstumschancen durch geringe Marktdurchdringung
Global betrachtet liegt der Anteil von Getränkedosen am Verpackungsmarkt noch auf moderatem Niveau – in Nord- und Mittelamerika bei etwa 40 %, in EMEA bei 30 % und in Südamerika bei 27 %. In Schwellenländern ist der Anteil sogar noch geringer. Derzeit entfallen 50 % des Konzernumsatzes auf Nordamerika, gefolgt von EMEA (28 %), Südamerika (16 %) und Sonstige (6 %).

Solide Zahlen im zweiten Quartal – mit Vorbehalt
Im zweiten Quartal 2025 stieg der Nettogewinn auf 212 Millionen US-Dollar, nach 158 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das verwässerte Ergebnis je Aktie (GAAP) verbesserte sich von 0,51 auf 0,76 US-Dollar. Auf vergleichbarer Basis erreichte das EPS 0,90 US-Dollar, nach zuvor 0,74 – unterstützt durch höhere Absatzmengen und einen verbesserten Produktmix. Der Konzernumsatz lag bei 3,34 Milliarden US-Dollar, gegenüber 2,96 Milliarden im Vorjahr. Die weltweiten Auslieferungen im Aluminiumverpackungsbereich stiegen um 4,1 %.

Regional zeigten sich gemischte, aber überwiegend positive Entwicklungen: In Nord- und Mittelamerika kletterte der Umsatz auf 1,61 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 1,47 Mrd.), bei mittlerem einstelligem Absatzwachstum. Allerdings ging das operative Ergebnis leicht auf 208 Millionen zurück (Vorjahr: 210 Mio.) – belastet durch Kostensteigerungen und ungünstige Preismixe. EMEA war die wachstumsstärkste Region: Der Umsatz stieg auf 1,05 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 880 Mio.), das operative Ergebnis auf 129 Millionen (Vorjahr: 113 Mio.) – getragen von höheren Auslieferungen und günstigerem Mix. In Südamerika stieg der Umsatz von 422 auf 477 Millionen US-Dollar, das operative Ergebnis verbesserte sich von 37 auf 51 Millionen – gestützt durch stärkeren Bierabsatz.

Bewertung unter Druck – Erholung bleibt fraglich
Die Bewertung des Unternehmens ist zuletzt massiv gesunken: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt 2025 bei nur noch 4,2 – verglichen mit 25,8 im Vorjahr und einem Zehnjahresdurchschnitt von 34,1. Für 2026 rechnen Analysten mit einer teilweisen Erholung auf rund 15,7, was jedoch weiter unter dem historischen Niveau liegt. Auch andere Kennzahlen zeigen eine ähnliche Entwicklung: Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei 10,9 (langjähriger Schnitt: 13,9), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist auf 2,7 gefallen (historisch: 5,6).

Abhängigkeiten und Risiken bleiben bestehen
Balls starke Abhängigkeit von Großkunden wie Coca-Cola, AB InBev und PepsiCo birgt Risiken bei etwaigen Nachfrageverschiebungen. Die Fokussierung auf Aluminiumdosen führt zu intensivem Wettbewerb mit PET und Glas. Regionale Überkapazitäten und steigende Rohstoffkosten belasten zusätzlich die Margen – insbesondere dort, wo Preisweitergaben begrenzt sind.




















