Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, verteidigte am Sonntag die Entscheidung der Zentralbank, ihre Bestände an britischen Staatsanleihen abzubauen. Er betonte, dieser Schritt werde die Kapazitäten wiederherstellen, um im Bedarfsfall künftig erneut intervenieren zu können.

In einem Beitrag für „The Times“ erklärte Bailey, dass die früheren Käufe von Staatsanleihen durch die BoE – bekannt als Quantitative Easing (QE) – entscheidend gewesen seien, um die Wirtschaft während der globalen Finanzkrise und der COVID-19-Pandemie zu stützen. Nachdem diese Krisen nun überwunden seien, sei es angemessen, diese Politik umzukehren.

„Viele derjenigen, die QE heute kritisieren, haben sich damals nicht in diesem Maße geäußert“, schrieb er.

Die Zentralbank reduziert derzeit ihren Bestand an Gilts durch quantitative Straffung (Quantitative Tightening, QT). Bailey erklärte, dass die Gesamtkosten der QE- und QT-Operationen der Bank unter dem Strich weitgehend neutral seien.

Nigel Farage, der Vorsitzende von Reform UK, und Bailey waren zuvor bereits aneinandergeraten. Im Mittelpunkt der Unstimmigkeiten standen der Umgang der BoE mit den Anleiheverkäufen sowie der Mangel an Wirtschaftsvertretern im geldpolitischen Rat (Monetary Policy Committee).

In dem Zeitungsartikel wies Bailey die Kritik zurück, wonach der Verkauf von Anleihen Verluste zementiere. Er argumentierte, dass es keinen Unterschied für die finanziellen Gesamtauswirkungen mache, ob Gilts verkauft oder bis zur Fälligkeit gehalten werden.

„Geldpolitik und Finanzstabilität sind für die Menschen im Vereinigten Königreich von großer Bedeutung, und es ist wichtig, dass wir über die Instrumente verfügen, um diese Aufgaben korrekt zu erfüllen“, schrieb er.