Wie auch der Hauptkonkurrent O’Reilly Automotive profitiert AutoZone von mehreren strukturellen Trends. Viele Amerikaner ziehen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, hoher Inflation und sinkender Kaufkraft die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge oder den Kauf von Gebrauchtwagen dem Erwerb eines Neuwagens vor. Davon profitieren insbesondere die beiden Platzhirsche des Marktes, die mit flächendeckenden Netzen in den USA präsent sind. Mit in die Gleichung gehört auch der kleinere Wettbewerber Advance Auto Parts, dessen Geschäftsentwicklung jedoch deutlich schwächer ausfällt.

Trotz dieser günstigen Marktdynamik offenbarten die Zahlen zum ersten Quartal gewisse Schwächen bei den Margen von AutoZone: Diese lagen um zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Verantwortlich dafür ist jedoch in erster Linie ein buchhalterischer Effekt im Zusammenhang mit der LIFO-Methode (Last In, First Out). Zwar üben auch die gestiegenen Zölle Druck aus, doch ist es dem Unternehmen bisher gelungen, diese Belastung weitgehend durch Preiserhöhungen auf Endprodukte zu kompensieren.

Daneben gibt es auch ermutigende Signale. Im abgelaufenen Quartal eröffnete AutoZone 53 neue Filialen – ein klarer Hinweis auf anhaltende Expansionsdynamik. Das Unternehmen setzt damit weiter auf seine Stärke im stationären Handel – ein strategischer Vorteil in einem Segment, in dem die physische Präsenz nach wie vor klar gegenüber dem Onlinehandel bevorzugt wird.

Die Nachfrage zeigt sich zudem robust – insbesondere im profitableren Geschäft mit professionellen Kunden, das weiterhin zweistellige Wachstumsraten aufweist. Auch die Eigenmarken des Konzerns gewinnen weiter an Bedeutung. Die erwähnte Margenschwäche relativiert sich zudem im Lichte der Investitionen in insgesamt 350 neue Filialen innerhalb eines Jahres, deren zukünftiger Beitrag zur Profitabilität noch aussteht.

Insgesamt ist die Lage damit weniger trüb als es der Kursverlauf suggeriert. Das prognostizierte Wachstum für die kommenden Geschäftsjahre bleibt stabil, während die Bewertung auf dem aktuellen Niveau moderat erscheint: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 auf die erwarteten Gewinne des kommenden Jahres liegt AutoZone deutlich unter dem Durchschnitt der letzten drei Jahre.

Der gesamte Sektor profitiert derzeit von einem positiven Momentum. Die Kursrückgänge bei O’Reilly – und vor allem bei AutoZone – erscheinen daher überzogen und eröffnen aus Anlegersicht womöglich eine interessante Gelegenheit.