Die Kapitalabflüsse ausländischer Investoren an den asiatischen Aktienmärkten haben sich im bisherigen Monatsverlauf beschleunigt. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt über die Auswirkungen der kriegsbedingten Inflation und steigender Kreditkosten auf die Unternehmensmargen in der gesamten Region.

Ausländische Investoren veräußerten in diesem Monat bislang regionalen Aktien im Nettowert von 24,75 Milliarden Dollar. Davon entfiel ein Rekordwert von 17,27 Milliarden Dollar auf die vergangene Woche, wie Daten der LSEG für die Börsen in Südkorea, Taiwan, Thailand, Indien, Indonesien, Vietnam und den Philippinen zeigen.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte diese Woche auf den höchsten Stand seit 2007. Dies erhöhte den Druck auf asiatische Dividendentitel, da höhere langfristige Refinanzierungskosten die Bewertungen belasteten, insbesondere in wachstumsstarken Märkten.

'Höhere Renditen könnten den Druck auf Aktien verstärken, da restriktivere Finanzierungsbedingungen die Bewertungen belasten könnten, vor allem in Wachstumssektoren', kommentierte Paolo Broccardo, CEO von BankPro, in einer Analyse.

Südkoreanische Aktien verzeichneten in der vergangenen Woche ausländische Abflüsse in Rekordhöhe von 13,14 Milliarden Dollar. Zudem trennten sich Investoren in der Vorwoche von lokalen Papieren im Wert von 2,88 Milliarden Dollar in Taiwan, 1,35 Milliarden Dollar in Indien und 184 Millionen Dollar in Indonesien.

'H-Aktien aus Festlandchina sowie Titel aus Hongkong, Korea und Taiwan reagieren traditionell am empfindlichsten auf steigende Renditen', sagte Herald van der Linde, Leiter der Aktienstrategie für den asiatisch-pazifischen Raum bei HSBC.

'30 Prozent des Exposures asiatischer Fonds konzentrieren sich auf eine Handvoll Titel in Korea und Taiwan. Jegliches De-Risking könnte in diesen Märkten zu erhöhter Volatilität führen', so van der Linde von HSBC weiter.

Indonesische und thailändische Aktien konnten hingegen im bisherigen Monatsverlauf ausländische Zuflüsse in Höhe von 511 Millionen beziehungsweise 215 Millionen Dollar verbuchen.