Von Andreas Plecko

DOW JONES--Das US-Stellenwachstum dürfte im Januar stabil geblieben sein. Ökonomen erwarten ein Jobwachstum von 55.000 (Vormonat: 50.000) und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent. Bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen wird ein Plus von 0,3 (0,3) Prozent auf Monats- und eine Steigerung um 3,7 (3,8) Prozent auf Jahressicht vorausgesagt. Das US-Arbeitsministerium wird die Daten am Mittwoch um 14.30 Uhr (MEZ) veröffentlichen; ursprünglich sollte der Bericht am Freitag kommen, der Termin wurde jedoch wegen des kurzzeitigen Shutdowns verschoben.

Ein Zuwachs von lediglich 55.000 Stellen gilt historisch gesehen als "mager", doch im Kontext der aktuellen Wirtschaftsphase wird dies von Ökonomen eher als kontrollierte Landung interpretiert. Es ist genug Wachstum, um eine unmittelbare Rezessionsangst zu dämpfen, aber zu wenig, um den Inflationsdruck über den Arbeitsmarkt neu zu entfachen. Da der Arbeitsmarkt nicht einbricht, aber auch nicht überhitzt, besteht für die Fed kein akuter Handlungsbedarf. Die stabilen Daten sprechen für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus, sofern die Inflation mitspielt.

Die US-Notenbank hat in ihrer jüngsten Entscheidung - bei der sie die Zinsen nach drei aufeinanderfolgenden Senkungen unverändert ließ - anerkannt, dass sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren beginnt. Jede Bestätigung dieser Einschätzung könnte dem Dollar helfen, während schwächere Zahlen Spekulationen über Zinssenkungen wieder anfachen könnten.

"Der Markt bleibt skeptisch gegenüber den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und zeigte sich von den positiven Aussagen der Fed unbeeindruckt. Er rechnet weiterhin mit zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte in diesem Jahr", erklärte ING-Ökonom James Knightley in einer Mitteilung.

Analysten von J.P. Morgan erwarten, dass die Arbeitslosenquote Anfang 2026 bei 4,5 Prozent ihren Höhepunkt erreichen könnte. Diese Abkühlung wird unter anderem auf eine restriktivere Handelspolitik mit steigenden Zöllen sowie eine verschärfte Immigrationspolitik zurückgeführt, welche das Angebot an Arbeitskräften verknappt. Zudem sorgt die Unsicherheit über künftige regulatorische Rahmenbedingungen dafür, dass Unternehmen bei Neueinstellungen derzeit eher zurückhaltend agieren.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/sha

(END) Dow Jones Newswires

February 10, 2026 23:55 ET (04:55 GMT)