Von Stefanie Haxel
DOW JONES--Der Pharma- und Technologiekonzern Merck dürfte im dritten Quartal einen leichten Rückgang bei Umsatz und Gewinn verzeichnet haben. Analysten erwarten, dass der DAX-Konzern seine Prognose eines organischen Wachstums im Gesamtjahr bestätigen wird. Bei der Zahlenvorlage dürfte das neue Portfolio für Seltene Erkrankungen im Fokus stehen, dessen Schaffung Merck auf seinem Kapitalmarkttag im Oktober bekannt gegeben hat. Investoren interessieren sich für weitere Akquisitionen oder Einlizenzierungen sowie die Entwicklung der KI-Nachfrage bei Electronics. Auch die Vereinbarung der Tochter EMD Serono mit der US-Regierung über eine mögliche Zollbefreiung für Produkte und Inhaltsstoffe im Gegenzug für Investitionen könnte Thema sein.
WORAUF INVESTOREN ACHTEN SOLLTEN:
AKQUISITIONEN: Durch die Übernahme des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics zu einem Unternehmenswert von 3,4 Milliarden US-Dollar hat Merck das Pharma-Portfolio im Bereich Seltene Erkrankungen gut verstärkt. Für Akquisitionen in Wachstumsfeldern stünden dem Konzern derzeit etwa 15 Milliarden Euro zur Verfügung, merken die Analysten der DZ Bank an. Auf dem Kapitalmarkttag Mitte Oktober hat der Konzern das Ziel ausgegeben, dass bis zu 80 Prozent des Wachstums von dem Process-Solutions-Geschäft im Unternehmensbereich Life Science, dem neu geschaffenen Portfolio für Seltene Erkrankungen im Bereich Healthcare sowie Semiconductor Solutions in Electronics kommen sollen. Investoren und Analysten dürften nach weiteren Zielen für Übernahmen oder Einlizenzierungen fragen.
AUSBLICK: Die Merck KGaA erwartet für das Gesamtjahr 2025 bislang ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent nach 21,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA pre) soll organisch um 4 bis 8 Prozent zulegen, von 6,08 Milliarden Euro im Jahr 2024. Diese Prognose dürfte der Konzern bestätigen. Eine konkrete Prognose für das kommende Jahr ist noch nicht zu erwarten. Allerdings hatte Finanzvorständin Helene von Roeder auf dem Kapitalmarkttag gesagt, im Healthcare-Geschäft werde vorübergehend eine moderate Entwicklung erwartet, während sich die Märkte bei den Sparten Life Science und Electronics weiter verbessern dürften.
Die Merck KGaA, Darmstadt, wird am 13. November Zahlen vorlegen. Die Aktie des Unternehmens ist im DAX gelistet. Nachfolgend eine Auswertung der Prognosen von Analysten zum dritten Quartal und für das Gesamtjahr 2025:
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PROG PROG PROG
3. QUARTAL 3Q25 ggVj Zahl 3Q24
Umsatz 5.235 -1% 24 5.266
EBITDA pre 1.562 -3% 24 1.618
EBITDA pre-Marge 29,8 -- -- 30,7
Ergebnis nach Steuern/Dritten pre* 957 -4% 7 1.000
Ergebnis nach Steuern/Dritten* 804 -1% 9 809
Ergebnis je Aktie pre 2,19 -5% 24 2,30
Ergebnis je Aktie* 1,85 -1% 8 1,86
PROG PROG PROG
GESAMTJAHR Gj25 ggVj Zahl Gj24
Umsatz 21.102 -0,3% 24 21.156
EBITDA pre 6.052 -0,3% 24 6.072
EBITDA pre-Marge 28,7 -- -- 28,7
Ergebnis nach Steuern/Dritten pre* 3.562 -5% 12 3.751
Ergebnis nach Steuern/Dritten* 2.895 +4% 12 2.777
Ergebnis je Aktie pre 8,36 -3% 24 8,63
Ergebnis je Aktie* 6,66 +4% 12 6,39
Dividende je Aktie* 2,25 +2% 11 2,20
=== ERLÄUTERUNGEN:
- alle Angaben in den Tabellen in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis und Dividende je Aktie in Euro, Marge in Prozent
- Bilanzierung nach IFRS
- Quellen: Angaben des Unternehmens, Prognosen von Vara Research und Visible Alpha*
- ggVj = Veränderung in Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum
- das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr
- alle Angaben ohne Gewähr
Kontakt zur Autorin: stefanie.haxel@wsj.com
DJG/sha/brb
(END) Dow Jones Newswires
November 12, 2025 23:45 ET (04:45 GMT)




















