AT&T wurde am Dienstag von vier öffentlichen Pensionsfonds der Stadt New York verklagt, die dem Telekommunikationsunternehmen vorwerfen, den Aktionären zu Unrecht das Stimmrecht über ihren Antrag verweigert zu haben. Der Vorschlag der Fonds sieht vor, dass AT&T die Zusammensetzung seiner 133.000-köpfigen Belegschaft nach Rasse, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht offenlegt. In einer beim Bundesgericht in Manhattan eingereichten Klage erklärten die Fonds, AT&T habe sich auf eine im November geänderte Richtlinie der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) berufen. Diese erlaube es Unternehmen, Aktionärsanträge auszuschließen, sofern ein "vernünftiger Grund" dafür vorliege. Die Fonds argumentieren, dass die SEC-Vorschriften AT&T keine Grundlage bieten, eine Abstimmung über ihren Antrag auf der Hauptversammlung 2026 zu verhindern, und dass dies einen "unwiederbringlichen" Schaden verursache. Sie wollen erreichen, dass AT&T keine Aktionärsstimmrechtsvertretungen einholt, die ihren Vorschlag ausschließen. Laut der Klageschrift legt das in Dallas ansässige Unternehmen AT&T die Diversitätsdaten seiner Belegschaft jährlich der US-Behörde für Chancengleichheit am Arbeitsplatz (Equal Employment Opportunity Commission) vor. Die Fonds erklärten, AT&T habe die Daten zwischen 2021 und 2023 auch öffentlich veröffentlicht, dies aber 2024 ohne Angabe von Gründen eingestellt. AT&T reagierte zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme. Auch ein Sprecher des New Yorker Stadtkämmers Mark Levine äußerte sich auf eine entsprechende Anfrage zunächst nicht. Zu den Klägern zählen das New York City Employees' Retirement System sowie Fonds, die Polizei-, Lehrer- und andere Bildungspersonal vertreten. Hunderte Unternehmen bitten die Division of Corporation Finance der SEC jährlich um die Zusicherung, dass sie keine Sanktionen zu befürchten haben, wenn sie Aktionärsanträge von den Abstimmungszetteln streichen. Die Behörde hat diese Genehmigung in der Vergangenheit ungefähr in der Hälfte der Fälle erteilt. SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat erklärt, viele Aktionärsanträge seien nach den Gesetzen des Bundesstaates Delaware, in dem AT&T und etwa zwei Drittel der anderen Fortune-500-Unternehmen eingetragen sind, ungültig. Viele Unternehmen haben ihre Bemühungen um Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion zurückgefahren, seit US-Präsident Donald Trump nach Beginn seiner zweiten Amtszeit im Weißen Haus eine Verschärfung solcher Maßnahmen ankündigte, darunter die Androhung zivilrechtlicher Klagen durch die Bundesregierung. (Bericht von Jonathan Stempel in New York; Bearbeitung durch David Gregorio)