Die weltweit verwalteten Vermögen erreichten 2025 ein Volumen von 147.000 Mrd. Dollar, was einem Anstieg von 11 % entspricht, bei aggregierten Margen von über 30 %. Dieses Wachstum basiert jedoch weitgehend auf externen Faktoren, da mehr als 80 % des Umsatzanstiegs auf die positive Entwicklung der Märkte zurückzuführen sind.

Seit 2010 haben sich die globalen verwalteten Vermögen verdreifacht und die Einnahmen verdoppelt. Die Margen hingegen haben nicht Schritt gehalten. Sie stagnieren, während die Kosten im Jahresdurchschnitt schneller steigen als die Einnahmen (5,4 % gegenüber 5,1 %). Neben der Notwendigkeit, in skalierbare Angebote und fortschrittlichere Technologien zu investieren, verweist BCG auch auf zunehmenden Gebühren- und Wettbewerbsdruck sowie ein insgesamt komplexer werdendes Geschäftsmodell.

Hochpreisige aktive Anlagestrategien stehen zunehmend in Konkurrenz zu kostengünstigeren Lösungen. ETFs und passive Fonds dominieren die Nettozuflüsse, während institutionelle Investoren ihre Verhandlungsmacht nutzen – ihre Gebühren sind in den vergangenen 15 Jahren um 3 % pro Jahr gesunken.

In diesem Umfeld zählen diejenigen zu den Gewinnern, denen es gelingt, Nettozuflüsse zu generieren. Das Wachstum im Asset Management basiert nicht mehr allein auf großen institutionellen Mandaten. Zwischen 2020 und 2025 entfielen 61 % des globalen Wachstums der verwalteten Vermögen auf Privatanleger. Mit der Alterung der Bevölkerung wird die Altersvorsorge zunehmend über individuelle Konten statt über zentrale Systeme organisiert.

Diese Entwicklung zwingt die Vermögensverwalter zu einem Umdenken. Die direkte Ansprache von Privatanlegern gleicht nahezu einem neuen Geschäftsfeld. Erforderlich sind mehr Marketing, stärkere Kundenkommunikation, umfangreicheres Reporting, höhere regulatorische Anforderungen und zunehmend auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. 

Künstliche Intelligenz als Treiber des Wandels

Neben der Distribution identifiziert BCG die Künstliche Intelligenz als einen der zentralen Hebel für die Transformation der Branche. Die damit verbundenen Veränderungen könnten es den Vermögensverwaltern ermöglichen, ihre Margen wieder zu steigern.

Nach Schätzungen der Beratung könnten Asset Manager ihre Kosten innerhalb von drei bis fünf Jahren um 25 % bis 35 % senken, ihre Research-Abdeckung um das Zwei- bis Fünffache erhöhen und die Kundenbetreuung pro Relationship Manager um das Drei- bis Fünffache ausweiten. Diese Effizienzgewinne setzen jedoch voraus, dass Prozesse, Datenstrukturen und Organisation grundlegend rund um KI neu aufgebaut werden – und nicht lediglich punktuell Produktivitätstools eingeführt werden.

BCG geht sogar davon aus, dass Künstliche Intelligenz den Sharpe-Ratio der Portfoliomanager um 5 % bis 20 % verbessern könnte. Gleichzeitig betont die Beratung, dass diese Vorteile nicht gleichmäßig verteilt sein werden. Wenn alle Marktteilnehmer Zugang zu leistungsfähigen Analysetools haben, verliert die reine Analysefähigkeit an Differenzierungskraft.

Die Akteure, denen es gelingt, Vertrieb, Technologie und Kostenkontrolle zu kombinieren, dürften ihren Vorsprung weiter ausbauen. Weniger gut aufgestellte Anbieter hingegen laufen Gefahr, dass ihre verwalteten Vermögen zwar mit den Märkten wachsen, ohne dass sich ihre Profitabilität entsprechend verbessert.