Arm Holdings sieht sich einer Kartelluntersuchung durch die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) gegenüber. Gegenstand der Untersuchung ist die Lizenzierung der Halbleitertechnologie des britischen Chipdesigners, was Teil einer weltweiten Überprüfung des Geschäftsmodells ist, wie Bloomberg News am Freitag berichtete.

Die FTC prüft dem Bericht zufolge, ob Arm versucht, Teile des Halbleitermarktes illegal zu monopolisieren. Es werde untersucht, ob Arm beabsichtigt, Lizenzvereinbarungen für seine Chip-Blueprints, die für das Design von Hauptprozessoren (CPUs) verwendet werden, abzulehnen oder herabzustufen, so der Bericht unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die US-Regulierungsbehörde habe Arm in diesem Jahr über die Untersuchung informiert und das Unternehmen aufgefordert, sämtliche Dokumente sicherzustellen, so Bloomberg weiter.

Arm lehnte eine Stellungnahme zu einer möglichen Untersuchung ab. Die FTC reagierte nicht unmittelbar auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Qualcomm und Arm befinden sich zudem in einem Rechtsstreit darüber, ob Qualcomm durch die Übernahme des Chip-Startups Nuvia gegen einen Vertrag mit Arm verstoßen hat.

Arm erklärte in einer Stellungnahme: 'Qualcomms haltlose Anschuldigung wettbewerbswidrigen Verhaltens ist nichts weiter als ein verzweifelter und hinterhältiger Versuch, in dem laufenden Handelsstreit der Parteien zum eigenen Wettbewerbsvorteil Druck auszuüben.'

Qualcomm reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Ein Großteil des Umsatzes von Arm stammt aus der Lizenzierung seiner Technologie an Unternehmen wie Nvidia und Apple sowie aus der Erhebung von Lizenzgebühren für die Nutzung der Designs.

Auch Regulierungsbehörden außerhalb der USA untersuchen die Geschäftspraktiken von Arm.

Die südkoreanische Kartellbehörde untersuchte im November die Büros von Arm in Seoul im Rahmen einer laufenden Prüfung der Lizenzierungspraktiken des Unternehmens. Bloomberg berichtete, dass die südkoreanische Untersuchung auf eine Beschwerde von Qualcomm zurückzuführen sei, was Reuters jedoch nicht unabhängig verifizieren konnte.