ArcelorMittal, der weltweit zweitgrößte Stahlhersteller, hat am Donnerstag ein besser als erwartetes Ergebnis für das dritte Quartal vorgelegt. Das Unternehmen profitierte dabei vor allem von einer starken Entwicklung in Europa und zeigte sich zuversichtlich für das Jahr 2026.

Der in Luxemburg ansässige Konzern erzielte im Berichtszeitraum einen operativen Gewinn (EBITDA) von 1,51 Milliarden US-Dollar - das entspricht einem Plus von 3% gegenüber den von Analysten im Unternehmens-Konsens erwarteten 1,46 Milliarden US-Dollar.

Die Aktien des Unternehmens legten gegen 09:30 Uhr GMT um rund 5% zu. Damit beträgt das Kursplus seit Jahresbeginn bereits 53%.

Analysten von JPMorgan erklärten in einer Mitteilung, dass das starke Abschneiden insbesondere auf die bessere Entwicklung in Europa zurückzuführen sei.

ArcelorMittals Ergebnis in der Region stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27%.

Die JPM-Analysten hoben zudem hervor, dass das Unternehmen im Gegensatz zu anderen Stahlherstellern, die zuletzt berichtet haben, keine Gründe für eine Herabstufung der Prognosen im vierten Quartal liefere.

Outokumpu, SSAB und Acerinox hingegen warnten alle vor Unsicherheiten für das vierte Quartal.

'ANZEICHEN DER STABILISIERUNG'

„Wir sehen Anzeichen einer Stabilisierung und sind optimistisch hinsichtlich der Perspektiven für unser Geschäft im Jahr 2026, wenn wir von unterstützenderen Branchenpolitiken in unseren wichtigsten Märkten profitieren werden“, erklärte ArcelorMittal-CEO Aditya Mittal in einer Stellungnahme.

Dennoch blieb die Gesamtnachfrage im Quartal schwach und es gab laut Unternehmen keine Anzeichen für Lageraufstockungen, da die Kunden weiterhin eine „Abwarten-und-Sehen“-Haltung einnehmen.

Westliche Stahlhersteller begrüßten den Anstieg des Protektionismus in den Ländern, in denen sie produzieren, nachdem die USA im Juni die Zölle auf Stahlimporte auf 50% erhöht hatten und die Europäische Kommission im Oktober Pläne für höhere Importquoten sowie strengere Zölle auf darüber hinausgehende Mengen ankündigte.

Die Branche kritisiert seit langem eine weltweite Überkapazität und den Preisdruck durch günstigeren Stahl aus Asien.