John Ternus, der am 1. September die Nachfolge von Tim Cook antreten wird, verfolgt eine klare Linie: Im Mittelpunkt steht die Produktentwicklung, nicht der Wettlauf um künstliche Intelligenz. Im Gegensatz zu Microsoft oder Google, die Hunderte von Mrd. USD in KI investieren, setzt der künftige Apple-Chef auf einen zurückhaltenderen Ansatz. Entscheidend sei nicht die Technologie selbst, sondern deren konkrete Anwendung.
In einem Interview mit Tom’s Guide brachte er seine Sicht auf den Punkt: „Wir denken nie daran, eine Technologie einfach auf den Markt zu bringen“, sondern daran, „wie wir sie nutzen können, um außergewöhnliche Produkte zu schaffen“. Diese Philosophie entspricht der DNA von Apple – auch wenn der Konzern seine Position als wertvollstes Unternehmen der Welt inzwischen an Nvidia verloren hat, nicht zuletzt aufgrund von Verzögerungen bei Siri und der Abhängigkeit von Google im Bereich KI.
Kurzfristig bleiben die iPhone-Verkäufe stabil. Doch der Aufstieg der KI könnte den Smartphone-Markt grundlegend verändern. Wettbewerber wie Samsung oder OpenAI positionieren sich bereits entsprechend. Meta hat sich mit seinen Ray-Ban-Smartglasses mit integrierten KI-Funktionen sogar einen Vorsprung erarbeitet.
Eine zentrale Frage bleibt: Wird Ternus den Mut zu weitreichenden Entscheidungen haben, um eine eigene KI-Plattform aufzubauen, die Entwickler und Unternehmen gleichermaßen anzieht? Investoren fürchten eine gewisse strategische Zurückhaltung.
Hohe Glaubwürdigkeit intern
Ternus ist seit 25 Jahren bei Apple tätig, überwiegend im Hardware-Bereich, und gilt als äußerst präzise und detailorientiert. Er setzt sich für den Einsatz recycelter Materialien ein und pflegt einen Führungsstil, der von Bescheidenheit geprägt ist. An der Universität von Pennsylvania ermutigte er Absolventen kürzlich, nach Exzellenz zu streben, ohne dabei die eigene Demut zu verlieren.
Intern genießt er großes Vertrauen. Sein Fokus auf Hardware-Innovation erinnert an die Ära von Steve Jobs, insbesondere durch die konsequente Ausrichtung auf das Nutzererlebnis. Zu seinen wichtigsten Erfolgen zählt die Umstellung der Mac-Produktlinie auf eigene Chips, die sowohl Leistung als auch Absatz deutlich gesteigert hat.
Letztlich steht seine Strategie für Kontinuität bei Apple: Priorität haben Qualität, Hardware-Innovation und Nutzererlebnis – ergänzt durch eine wachsende Sensibilität für Nachhaltigkeitsthemen.




















