Apple hat am Mittwoch das MacBook Neo vorgestellt, ein preisgünstigeres Modell in seiner Laptop-Reihe, das ab 599 US-Dollar erhältlich ist. Damit will das Unternehmen seine Reichweite auf einem preissensiblen PC-Markt erweitern, während Konkurrenten mit einer knapperen Versorgung an Speicherchips zu kämpfen haben.

Ein günstigeres Notebook stellt einen der aggressivsten Vorstoße von Apple in den PC-Markt seit Jahren dar. Das neue MacBook wird vom A18 Pro Chip angetrieben, dem gleichen Prozessor, der 2024 erstmals in den iPhone 16 Pro Modellen des Unternehmens zum Einsatz kam.

Mit einem Preis von 599 US-Dollar ist es sowohl nominal als auch inflationsbereinigt deutlich günstiger als das bisherige MacBook ohne Pro- oder Air-Bezeichnung, das im Mai 2006 für 1.099 US-Dollar auf den Markt kam – das entspricht heute etwa 1.750 US-Dollar.

Kunden können das Gerät ab Mittwoch vorbestellen; die Auslieferung sowie die Verfügbarkeit in den Geschäften beginnen laut Apple am 11. März.

"Die eigentliche Frage ist nicht, ob Apple ein MacBook zu diesem Preis verkaufen kann (denn es wird eines der meistverkauften Macs aller Zeiten sein, wenn sie liefern können), sondern wie das Unternehmen Kosten, Leistung und Markenpositionierung ausbalanciert und dabei das Premium-Erlebnis beibehält, das den Mac ausmacht," sagte Francisco Jeronimo, Vice President für Client Devices bei IDC.

Das neue MacBook ist nicht Apples erster Vorstoß in diese Preiskategorie. Das Unternehmen brachte bereits ein spezielles MacBook Air für Walmart zum Preis von 699 US-Dollar mit dem M1-Chip auf den Markt, der ursprünglich 2020 vorgestellt wurde, nachdem andere Modelle mit diesem Chip eingestellt worden waren.

Das neue MacBook zielt direkt auf Nutzer von Google-betriebenen Chromebooks und preisgünstigeren Windows-Geräten ab, während Microsofts eigene Bemühungen, auf akkusparendere Chips auf Arm-Basis zu setzen, bisher keinen Verkaufsboom auslösen konnten.

Mit dem Einstieg in das mittlere PC-Segment könnte Apple seine Reichweite insbesondere bei Studenten und Erstkäufern erweitern.

Mitten in einer weltweiten Speicherchip-Knappheit kommt das neue MacBook zudem nur mit 8 Gigabyte gemeinsamem Arbeitsspeicher – die Hälfte der 16 Gigabyte im M4-basierten MacBook und weniger als die 12 Gigabyte im iPhone 17 Pro.

Die globalen Märkte für PCs und Smartphones bleiben nach mehreren Quartalen mit uneinheitlicher Nachfrage hoch preissensibel, und Hardwarehersteller müssen weiterhin mit schwankenden Komponentenpreisen, insbesondere für Speicherchips, umgehen.

Apple hat in dieser Woche zudem sein iPhone 17e für 599 US-Dollar mit mehr Basisspeicher vorgestellt und die MacBook Air- und Pro-Reihe mit neuen M5-Chips sowie Standardkonfigurationen mit größerem Arbeitsspeicher aktualisiert, um seinen Marktanteil in den wettbewerbsintensiven Smartphone- und schwächelnden PC-Märkten zu verteidigen, die durch steigende Speicherpreise belastet werden.